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1. Orchideen-info-tage
Leon Epp-Ehrung
Huqin Konzert
Chinesisches Neujahrskonzert 2009
Interview mit Pang Kapang
Die Fledermaus
Reden mit Mama
Die Welle
Der Gast
Virginia Woolf
Verbrennungen
Die Buddenbrooks
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1. Orchideen(informations)tage
in den Palmenhäusern Hirschstetten von Do 26.2. - So 1.3.2009 - Beratung und Information von den Pflanzenspezialisten

Keine andere Pflanze fasziniert die Menschen so sehr, wie die Orchidee. In den letzten Jahren etablierte sich dieser einst als heikel geltender Exot auch auf den heimischen Fensterbrettern und erfreut seither so manchen Zimmergärtner.
Da die Fragen rund um die Kultivierung dieser Blumen immer häufiger werden, veranstalten die Wiener Stadtgärten, bei freiem Eintritt, zum ersten Mal die Orchideeninformationstage in den Palmenhäusern der Blumengärten Hirschstetten.
Im Vordergrund steht hier allerdings nicht die Schönheit der präsentierten Pflanzen, sondern das unendliche Wissen rund um sie. So haben die Besucher/innen Gelegenheit mit renommierten Orchideenkennern ihr Wissen auszutauschen, in Literatur zu schmökern, oder sich von den Pflanzenschutzexperten der Wiener Stadtgärten bei Problemen mit der Orchideenkultur beraten zu lassen.
Ebenso besteht die Möglichkeit sich bei den vertreten Firmen über biologischen Pflanzenschutz oder die neuesten Orchideenbedarfsartikel zu informieren.
Und damit die Praxis nicht zu kurz kommt, zeigen Gärtner/innen der Blumengärten Hirschstetten den richtigen Umgang mit den Pflanzenschönheiten und beraten, wie sich die Pflanzen zu Hause am wohlsten fühlen. Aber auch der ein oder andere Blick hinter die Kulissen der Orchideengärtnerei ist möglich.
Willkommen zu den ersten Orchideeninformationstagen in den Blumengärten Hirschstetten, von Donnerstag, den 26.Februar bis Sonntag, den 1.März, jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Kein Pflanzenverkauf!
Blumengärten Hirschstetten
Quadenstrasse 15, 1220 Wien
Tel.: 4000/42110,
zur Homepage
Erreichbarkeit: Buslinie 23A ab U1 Station Kagraner Platz bis Haltestelle Blumengärten.
Leon Epp-Ehrung im Weißen Salon des Volkstheaters
Zum 40. Todestag von Leon Epp gedachte das Volkstheater am Sonntag, den 21.12.2008 um 11 Uhr seinem ehemaligen Direktor.
Der renommierte Maler Peter Sengl fertigte für diesen Anlass im Auftrag der Direktion ein Portraitbild in Öl an, das ab sofort im Weißen Salon des Volkstheaters den Besuchern präsentiert wird.
An der Hommage an Leon Epp haben auch die Söhne, Nikolaus und Benjamin Epp, teilgenommen.
Kammerschauspielerin Hilde Sochor hielt eine beeindruckende Festrede.
Die großartige Künstlerin machte damit die Vergangenheit lebendig. Wir haben tiefen Einblick in die Ära von Leon Epp gewonnen und vieles über die damaligen Ereignisse erfahren.
Als Gäste waren unter anderem:
Volkstheater-Ehrenmitglied Margarete Fries, Lotte Ledl, Dolores Schmidinger, Julia Gschnitzer, Helmi Mareich, Elfriede Irrall, Walter Langer, Dieter Berner, Günter Tolar,
Franz Mrkvicka u.v.a.
Leon Epp (* 29. Mai 1905 in Wien; † 21. Dezember 1968 in Eisenstadt) war von 1952-1968 Direktor des Wiener Volkstheaters.
In seiner Amtszeit wurde das Haus zu einem Forum engagierter dramatischer Kunst und brachte zahlreiche preisgekrönte Inszenierungen auf die Bühne.
So wurde beispielsweise die Inszenierung von Jean Genets' Der Balkon (1961) mit dem Théàtre-des-Nations-Preis ausgezeichnet. Epp war es auch, der 1963 mit der Aufführung von Mutter Courage und ihre Kinder den Brecht-Boykott der großen österreichischen Theater durchbrach.
Der Spielplan seiner Ära ist aber nicht nur von - wie er es nannte - "zeitgenössischer Weltliteratur" (Jean Cocteau, Thornton Wilder, Tennessee Williams etc.) geprägt gewesen, sondern auch von werktreu gehaltenen, großen Klassikerinszenierungen sowie der Pflege österreichischer Pflege Literatur, vor allem Nestroy, Raimund, Molnar, Horváth bis hin
zu Carl Merz und Helmut Qualtinger.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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Musikverein - Großer Saal
Mittwoch, 7. Jänner 2009
Interpreten:
Chinese Opera and Dance Drama Company and Ethnoloy Music Group
Liu Wenjin, Dirigent
Huifen Min, Erhu
Deng Jiandong, Erhu
Song Fei, Erhu
Programm:
"Fröhliches Huqinfest"
"Der Mond spiegelt sich in der Quelle"
"Der Regen tropft auf die Blätter der Zwergbananen"
"Frühling in Jiangnan"
Yubei Ballade
Huqin Rhapsodie
"In tiefer Nacht"
"Huabangzi"
"Der Zauber der Han-Dynastie"
"Die Weintrauben sind reif"
Lied eines Wanderers
"Galopp der zehntausend Pferde"
Das Lied der Vögel in den Bergen
Volkstümliche Melodien aus Henan
"Honghu"
Der Chinesische Kulturverein bescherte uns mit der Chinese Opera and Dance Drama Company and Ethnology Music Group das zauberhafte Konzert "Fernöstlicher Saiten".
Dr. Margarete Griessler-Hermann führte in Deutsch und Chinesisch auf charmante Art die Moderation. Wir erfahren, dass es viele Arten der chinesischen Geige (Er-Hu) gibt und es war ein Genuss zuzuhören, welch' himmlischen Klang die Künstler diesen Instrumenten entlocken konnten.
Wir durften am fröhlichen Huqinfest teilnehmen und konnte die Lebensfreude der Menschen in der Musik miterleben.
Traurige Gefühle kamen bei der Komposition "Der Mond spiegelt sich in der Quelle" auf. Der Komponist ist ein erblindeter Künstler. Er erzählt von einer traurigen wahren Begebenheit mit der Sehnsucht nach einem schöneren Leben.
Die Vogelrufe in der Einsamkeit der Berge ließen eine Fülle an Singvögel und deren Lieder unsere Herzen öffnen.
Ein bekanntes südchinesisches Werk sind "Regentropfen fallen auf das Zwergbananenblatt". Dieses Musikstück ist durchdrungen von der Kunst, der Malerei und der Poesie. Vor dem inneren Auge erscheint uns eine bilderbuchartige schöne chinesische Landschaft.
Der Dirigent selbst hat die Ballade aus Nord-Henan komponiert. Ansteckend ist die Fröhlichkeit der Einwohner dieses Gebietes.
Bei einer Traubenernte dürfen wir im Gedanken mitfeiern und tanzen.
Beeindruckend ist das Capriccio mit dem Thema Hong-See. Das Werk wurde durch die berühmte Erhu-Spielerin Min Huifen bearbeitet und auf künstlerisch höchstem Niveau vorgetragen.
Wir kommen mit Stücken aus der chinesischen Oper in Berührung. Zarte, feine Töne wechseln mit kraftvollen raschen Abfolgen. Chinesische Musik geht nicht nur ins Ohr. Sie geht den direkten Weg in die Seele.
Jeder einzelne Künstler ist einzigartig und zum Ende des Konzerts brach tosender Beifall aus.
Das Publikum wünscht sich, bald wieder in den Genuss eines dieser seltenen Konzerte zu kommen.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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Frühlingsklänge aus Nordchina
Musikverein - Großer Saal
Freitag, 9. Jänner 2009
Interpreten:
China Jilin Symphonie Orchester
Pang Kapang, Dirigent
Programm:
Zhu Jianer
Neujahrsouvertüre
Li Bo
Nordost Suite
Josef Hellmesberger d.J.
"Teufelstanz"
Lexian Dong
Chinesische Ouvertüre
Chao Yong/Chen Shouqian
"Jilin, meine geliebte Heimat"
Tie Yuan/Zhang Zhengguo
"Hingabe für das Grünland"
Qu Wei
"Das weißhaarige Mädchen"
Suite Johannes Brahms
Ungarische Tänze
Johann Strauß Sohn
Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus"
Li Mianxiang
"Erntefeier an den Hängen des grünen Berges"
Johann Strauß Vater
"Chineser-Galopp"
Zum zehnten Mal in Folge durften wir das große kulturelle und Völker verbindende Chinesische Neujahrskonzert miterleben.
Frau Dr. Margarete Griessler-Hermann führte uns mit Charme und Humor durch das Konzert. Ihre chinesischen Sprachkenntnisse verbinden Österreich und China auf besonders freundschaftliche Art.
Lebendig, kraftvoll, voller Leidenschaft und Enthusiasmus erklangen die Töne aus dem Norden Chinas.
Pang Kapang, der berühmte chinesische Dirigent leitete mit Schwung das China Jilin Symphonie-Orchester.
Die "Neujahrsouvertüre", die "Nordostsuite", "Die Erntefeier an den Hängen des grünen Berges", alle diese Titel brachten uns die Wärme und Gastfreundschaft des Landes entgegen. Sie waren eine Einladung an das Publikum, die Feste mitzufeiern und an der ausgelassenen Fröhlichkeit teilzunehmen. Die Musik gab uns Einblick in die Sitten und Gebräuche dieser Region. Die Melodien erzählten von Heimatliebe und der Liebe zur Natur. Wir schlossen die Augen und fühlten mit dem Herzen.
Die Fröhlichkeit und Ausgelassenheit wirkten sich Dank des großen Meisters Pang Kapang auf unsere Stimmung aus. Es gelang ihm mit jeder Faser seines Körpers Orchester und Publikum in seinen Bann zu ziehen.
Besonders beeindruckend und mit magischer Anziehungskraft ließ "Das weißhaarige Mädchen" unsere Seelen erbeben.
Den feinfühlenden Chinesen gelingt es immer wieder, uns die wunderbaren ins Ohr und zu Herzen gehenden Melodien näherzubringen.
Auch bei den aus der Europäischen Kultur stammenden Musikstücken, wie beim "Teufelstanz", den "Ungarischen Tänzen" oder dem "Chineser Galopp", gelang es Pang Kapang dem Orchester eine Spitzenleistung zu entlocken.
Die fulminanten Töne werden noch lange in unseren Ohren nachklingen.
Mit Bewunderung und stürmischer Begeisterung für den Dirigenten und das Orchester dankte das Publikum mit tosendem Applaus.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und -hören bei Chinesischer Musik mit dem Maestro Pang Kapang.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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Operette in 3 Akten von Johann Strauß
Libretto von Carl Haffner und Richard Genée
Bearbeitung für das Volkstheater von Michael Schottenberg
Volkstheater
Premiere am 12. Dezember 2008
Link zur Besetzungsliste:hier
Unter der Regie von Michael Schottenberg erleben wir ein entfesseltes Ensemble, das singend und tanzend über die Bühne fegt. Wenn man sich eine Vorstellung à la Staatsoper oder Volksoper erwartet, liegt man falsch. Bei dieser Fledermaus handelt es sich eher um eine Persiflage, die für ausgelassene Unterhaltung sorgt.
Schon in der ersten Szene, wenn Andy Hallwaxx, als Gesangslehrer über die Leiter in die Wohnung von Eisenstein gelangt, kann man erahnen, dass man sich auf einen Abend mit viel Humor und Tempo einstellen kann. Die "Putze" Katharina Straßer lässt ihrem Temperament und ihrer Stimme freien Lauf. Der den Eisenstein spielende Marcello de Nardo bestätigt wieder sein Talent und seine Stimmgewalt. Susa Meyer tanzt zum Gaudium des Publikums auf dem anwesenden Volksoperndirektor herum.
Im zweiten Akt nehmen wir am Fest der Frau des bulgarischen Handelsattachés teil. Die Orlofskaja, besetzt mit Beatrice Frey, gehört zu einem der Höhepunkte der Vorstellung. Sie spielt ihr komödiantisches Talent voll aus und bringt ihre Stimme in allen Höhenlagen zur Geltung.
Unübertroffen ist Andreas Vitasek als Fröschl. Er zeigt, dass er ein ganz großer Künstler ist. Bei ihm wird die Fledermaus zum reinsten Kabarett. Großartig sind die Beiträge zur Politik und zur Weltlage. Er klettert unzählige Male die steile eiserne Wendeltreppe auf und ab und nimmt einmal sogar die Haltung von Quasimodo ein. Ein Kerkermeister zum Tränenlachen!
Ein sehenswerter unterhaltsamer Abend für Leute, die sich nur amüsieren und den Ernst der allgemeinen Weltlage vergessen wollen.
Das Publikum ist begeistert und spendet kräftigen Applaus.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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von Jordi Galceran
Deutschsprachige Erstaufführung
Volkstheater in den Bezirken
Premiere 19. November 2008
Regie: Lisa-Maria Cerha
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Mama Julia Gschnitzer
Jaime Johannes Seilern
Das Volkstheater in den Bezirken beschert uns mit dieser gefühlvollen und berührenden mit Aufführung einen Theaterabend der besonderen Art.
Julia Gschnitzer, die bewährte fantastische Charakterdarstellerin, spielt die 82-jährige Mutter von Jaime, die für jede Situation eine Lösung bereit zu haben scheint.
Johannes Seilern brilliert in seiner Rolle als verzweifelter Ehegatte in einer Lebenskrise und als liebender Sohn, der allerdings für die Mutter immer zu wenig Zeit hat. Er hat vor Kurzem seine Stellung verloren und kann sich das Haus und das Auto nicht mehr leisten. Er hat zwei halbwüchsige Kinder und eine Ehefrau, mit der die Ehe nicht mehr so harmonisch verläuft wie früher.
Durch den Verkauf der Wohnung, in der aber seit vielen Jahren seine Mutter lebt, erhofft er sich, seine finanzielle Lage zu mildern. Nur, Mama denkt nicht daran, die Wohnung aufzugeben. Im Gegenteil, sie gesteht ihrem Sohn, dass sie einen Mann kennengelernt hat, der jetzt bei ihr wohnt. Er war obdachlos, hat revolutionäre Anschauungen - und isst gern. Sie lässt den Sohn wissen, dass sie sich mit dem neuen Partner prächtig versteht. Jaime ist entsetzt. Seine Mutter startet im hohen Alter noch einmal voll durch, während er ist ziemlich am Ende.
Er geht unverrichteter Dinge wieder nach Hause.
Im zweiten Akt geht es um das "letzte Abschiednehmen". Es entwickelt sich ein Gespräch zwischen der soeben verstorbenen Mutter und Jaime. Er wird nun in die Wohnung einziehen, um ein neues Leben zu beginnen. Seine Mutter hat vor ihrem endgültigen Abgang aber noch an ihren Gefährten gedacht. Sie hat ihn geheiratet, und damit vorgesorgt, dass er nach ihrem Tod ein Dach über den Kopf hat. Jaime wird sich die Wohnung mit ihm teilen müssen…..
Ein wunderbares Stück, das Mut macht, nicht alles im Leben so schwer zu nehmen.
Feiner tiefsinniger Humor zeichnet dieses Schauspiel unter der Regie von Lisa-Maria Cerha aus.
Viel Applaus für die beiden grandiosen Darsteller.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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Schauspiel von Reinhold Tritt
Volkstheater Wien
Aufführung am 17. Dezember 2008
Leitung und Regie: Ricky May
Jugendtheatercompany NÖ
Die Jugendtheatercompany unter der Regie von Ricky May gastiert mit dem aktuellen Programm im Volkstheater.
Mit dem Stück "Die Welle" wird uns das Thema "Nationalsozialismus" und dessen Folgen beeindruckend vor Augen geführt.
Es wird gezeigt, wie erschreckend leicht es ist, Menschen zu manipulieren.
Der Lehrer "Mr. Ross" unterrichtet Geschichte an einer kalifornischen High School.
Giorgi Gvinadze, ein hervorragender, überzeugender junger Schauspieler, der in die Rolle des Lehrers schlüpft, zieht mit seiner Ausstrahlung die Zuschauer in seinen Bann.
Als die Schüler mit der Frage an ihn herantreten, wieso seinerzeit niemand versucht hat, den Holocaust zu verhindern, startet der Lehrer ein Experiment, das zum Schluss außer Kontrolle gerät.
Er gibt die Parole "Macht durch Disziplin" aus. Damit wird eine Bewegung ausgelöst, die sich über alle Klassen erstreckt und damit die ganze Schule erfasst.
Disziplin und Gemeinschaft werden als neue Tugenden emporgehoben. Alle schließen sich dieser "Partei" an und wer nicht mitmachen will, wird dazu gezwungen. Sogar die schüchternsten, schwächsten und unscheinbarsten Schüler beginnen am Geschmack der Macht zu wachsen. Nur in der Masse fühlen sie sich stark. Sogar der Lehrer ist zu schwach, einen Schüler abzuwimmeln, der unbedingt sein Leibwächter sein will.
Als alles aus den Fugen gerät, kostet es Kraft und Mühe, die Schüler über das unglückselige Experiment aufzuklären. Ein Bild Hitlers erscheint auf der Bühne. Es wird ihnen ein Spiegel vorgehalten, wie weit dieser "Gehorsam" führen kann.
Gleich zu Beginn hätte man darauf hinweisen sollen, dass es schlecht ist, anderen seinen Willen aufzuzwingen. Jeder soll für sich selbst nachdenken und mit allen anderen diskutieren, um zu erkennen und klar zu machen, welche Folgen es haben kann, die Dinge hinzunehmen wie sie sind. Es war wie damals als sich niemand dagegen gewehrt hat, alle haben zugesehen, die meisten haben mitgemacht.
Mit dem Stück soll gezeigt werden, dass wir keinen Führer brauchen. Der neue Populismus würde wieder dorthin führen, wo die Menschheit vor 70 Jahren gestanden ist.
Die hervorragende Aufführung erntete viel Applaus. Besonders hervorzuheben ist die darstellerische Leistung von Giorgi Gvinadze, den man sicher wieder einmal auf der Bühne bewundern wird dürfen.
Auch die anschließende Diskussion mit namhaften Journalisten, einem Überlebenden des Holocaust sowie den Hauptdarstellern bringt die Sache auf den Punkt. Alle sollen miteinander reden und das "Warum" hinterfragen. Es beginn schon im Elternhaus und in der Schule, diese Themen aufzugreifen und darüber zu diskutieren. Schweigen war ohnehin jahrelang angesagt!
Geschichte dieser Art darf sich nicht wiederholen. Das Böse darf nicht zugelassen werden.
Dieses genial inszenierte Stück mit den jungen Schauspielern, die alle ihr Bestes geben, wird noch am 14. Jänner 2009, am 5. März 2009, und am 9. März 2009 im Wiener Volkstheater gezeigt.
Weitere Vorstellungen gibt es am 20.Jänner 2009 im Kulturzentrum Eisenstadt und am 24. Februar 2009 sowie am 17. März 2009 im Festspielhaus St. Pölten.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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von David Pharao
Österr. Erstaufführung
Premiere: 18. September 2008
Kammerspiele
Link zur Besetzungsliste:hier
Die Kammerspiele bescheren uns mit der Komödie "Der Gast" typische französische Situationskomik.
Werner Sobotka als Alexandre, spielt überzeugend den Nachbarn, der sich als Coach anbiedert, als er erfährt, dass Gérard einen attraktiven Job in Aussicht hat und seinen Chef zum Essen erwartet. Martin Zauner als urkomischer Gérard spielt sein komödiantisches Talent voll aus.Er lässt aber auch das Tragische dezent durchblicken.
Therese Lohner, als seine Ehefrau Colette, gibt sich herrlich naiv. Desto mehr sie sich bemüht, alles hundertprozentig richtig zu machen, desto verfahrener wird die Situation.
Alexandre tauscht die Gemälde aus, bringt moderne Kunstgegenstände in die Wohnung und lässt Gérard seine geliebte Eisenbahn, die durch die ganze Wohnung düst, abbauen.
Auch die Schallplatten von Gilbert Becaud müssen für Opernmusik ausgetauscht werden.
Er sorgt auch für Essen und Trinken. Ein skurriler Einkauf!
Überpünktlich erscheint der Gast. Bastian Wilplinger ist der Mann aus der höchsten Etage, der bestimmen wird, ob Gérard den Posten bekommen soll. Die Überraschung ist perfekt als er gerade für diese Dinge schwärmt, die der "Coach" entfernen ließ.
Der quirlige Alexandre glaubt zu entdecken, dass der Chef, eigentlich ein "Blumenfuzzi" ist und genau vor dem Haus parkt. Der Gast wird hochkant hinausgeworfen.
Später kommt er aber wieder zurück und stellt klar, dass er doch der Richtige ist. Er ist nur zu früh erschienen, dass er feststellen kann, wie sich die Leute in einer überraschenden Situation verhalten. Gérard bekommt den Posten, weil "man Leute braucht, die ihre Meinung sich von einer Minute zur anderen ändern", also, Leute, die flexibel sind.
Gérard und Colette sind überglücklich, dass die Auswahl so gut gelaufen ist. Nur, Alexandre funkt mit seinen Weisheiten wieder dazwischen und macht ihnen ihre Freude madig.
Wunderbare Situationskomik, gepaart mit hochgradiger Schauspielkunst bereitet uns einen vergnüglichen Abend.
Hannelore Halper
(Die Virtuelle)
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von Edward Albee
Burgtheater
Premiere: 18. Oktober 2008
Link zur Besetzungsliste:hier
Christiane von Poelnitz ist eine grölende und keifende Martha. Sie stänkert und provoziert ihren Mann George, der sich vorerst jedoch nicht aus der Ruhe bringen lässt. Joachim Meyerhoff als George gibt sich ganz, gemäß dem akademischen Mittelstand, vornehm zurückhaltend und verständnisvoll.
Martha erinnert George, dass sie für drei Uhr morgens noch Gäste zu erwarten haben. George, der nach diesem turbulenten anstrengenden Abend lieber zu Bett ginge, muss sich mit den Gegebenheiten abfinden.
Pünktlich trifft das junge Paar in der Wohnung der beiden ein. Es folgt ein Saufgelage größeren Ausmaßes. George entlockt Nick, überzeugend dargestellt von Markus Meyer, persönliche Intimitäten. Katharina Lorenz, die seine ziemlich farblose "enghüftige" Frau Putzi spielt, lässt sich mit Alkohol volllaufen und übergibt sich. Diese Szene wiederholt sich in dem Stück noch einige Male.
Einer versucht den andern an Gemeinheiten zu übertreffen und gegeneinander auszuspielen.
Das junge Paar wird vom Streit des älteren mitgerissen. Martha erzählt vom gemeinsamen, nunmehr erwachsenen Sohn, der aber nur in ihrer Fantasie besteht. George entschließt sich, diesem Spuk ein Ende zu bereiten und greift zu einem ernüchternden Mittel. Er teilt spontan mit, dass ihr Sohn soeben an einem Unfall verstorben sei. Martha vergießt in einer hysterisch gespielten Szene heiße Tränen, um den nie vorhanden gewesenen Sohn.
Stück für Stück wird von dem Ehepaar das gesamte Bühnenbild - ihre Wohnung - devastiert.
Das junge Paar verlässt fluchtartig und in Disharmonie den Schauplatz.
Im Hintergrund taucht das Bühnenbild in der ursprünglichen Form wieder auf. Soll es ein Hoffnungsschimmer für einen neuen Anfang sein?
Dieses Stück hat nie an Aktualität verloren. Ein unvergesslicher Abend, der zum Nachdenken anregt.
Viel verdienter Applaus für die Darsteller.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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von Wajdi Mouawad
Premiere: 28. September 2007
Akademietheater
Link zur Besetzungsliste:hier
Verbrennungen ist eine Glanzleistung von Regisseur Stefan Bachmann und dem gesamten Ensemble. Der Inhalt des Stückes und dessen Inszenierung haben eine nachhaltige Wirkung auf das Publikum.
Jeanne und Simon, ein Zwillingspärchen Anfang der Zwanzig, leben in einem Land, in dem Frieden herrscht. Als ihre wortkarge Mutter stirbt, wird ihnen das Testament übergeben. Sie werden von ihrer Mutter Nawal, ausgezeichnet und realistisch dargestellt von Regina Fritsch, aufgefordert, ihren Vater und ihren Bruder im Libanon aufzustöbern.
Die Beiden machen sich widerwillig auf die Suche nach ihren Verwandten und begeben sich in ein Land, in dem Bürgerkrieg herrscht. Erschießungen, Folterungen, Vergewaltigungen, Angst und Blut verfolgen die Geschwister.
Mit diesem leidvollen Unterfangen lüften sie das sorgsam gehütete Geheimnis ihrer Mutter und ihre Verbindung mit der eigenen Vergangenheit.
Jeanne und Simon müssen die schmerzhafte Wahrheit zur Kenntnis nehmen, dass ihr Bruder gleichzeitig ihr Vater ist. Als ihre Mutter seinerzeit im Gefängnis war, musste sie Folterungen und Vergewaltigung vom eigenen Sohn, der die Mutter nicht erkannte, über sich ergehen lassen.
Das Stück macht tief betroffen und versetzt uns in eine Welt, deren Realität wir nur aus den Nachrichten oder Tageszeitungen kennen.
Das hervorragende Ensemble und die großartige Regie bescherten uns einen aufregenden Abend und führten uns authentisch vor Augen, wie sinnlos Gewalt ist.
Tosender Beifall und Bravorufe! Unbedingt sehenswert!
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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John von Düffel nach Thomas Mann
Österreichische Erstaufführung
Premiere: 25. September 2008
Theater in der Josefstadt
Besetzungsliste hier
Geniales Theater, fantastische Regie, großartiges Bühnenbild.
Das Theater in der Josefstadt bringt eine fulminante besonders sehenswerte Aufführung der Buddenbrooks auf die Bühne.
Gabriel Barylli als Erbe einer schweren Bürde, spielt großartig und beeindruckend das Familienoberhaupt der Buddenbrooks. Seine Erfolge und seine Finanzen schmelzen dahin. Eine nicht ganz glückliche Ehe und ein schwächlicher Sohn, der von Sky MacDonald berührend dargestellt wird, lassen Thomas Buddenbrook unter der Last seines Schicksals zusammenbrechen.
Ganz grandios Sandra Cervik als Tony, die gezwungen wird, aus finanziellen Gründen eine ungewollte Ehe einzugehen. Als ihr Mann in Konkurs geht, kehrt sie mit ihrer Tochter ins Elternhaus zurück. Sie sucht das Glück in Bayern und scheitert auch an ihrer zweiten Ehe. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat, muss sie erfahren, dass auch ihr letzter Zufluchtsort verkauft werden muss.
Größte Schauspielkunst bietet Michael Dangl als verschrobener Christian Buddenbrook. Er bringt Humor und Verzweiflung mitreißend und gekonnt auf die Bühne.
Der Untergang einer angesehenen und einst reichen Familie in einer brillanten Aufführung. Ein unvergesslicher Abend mit einem einzigartigen Ensemble. Große Begeisterung im Publikum.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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