Inhalt dieser Ausgabe
Körper:
Tao Training: Psychologie der Muskulatur
"Tao der Ernährung" (TCM)
Religio - Zurück zum Ursprung
Zen in der Kunst des Kochens
Geist:
xp-erience! it: Religio
Die weibliche Seite des Buddha
Tao: Entwicklung von...
Buddhismus
Gedankensplitter...
Ausgewählte Literatur
Seele:
Religion und Spiritualität
Methoden der Achtsamkeit
Maya-Zeit: 10.2.09 - 9.3.09
Kultur Wien
Beruf:
Zen in Leben und Arbeit
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Die weibliche Seite des Buddha
Ermutigen und inspirieren
Frauen als Lehrende und Wissende
Der innere Feind
Buchtipp
Weiterempfehlung dieses Artikels
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Die weibliche Seite des Buddha
Buchbesprechung des Buches von Agnes Pollner
"Frauen gehörten zwar nie zum Mainstream des Buddhismus, aber sie befassten sich in allen Jahrhunderten und Kulturen mit den Lehren des Buddha und seiner Nachfolger und Nachfolgerinnen. Sie übten diese Lehren selbst, und sie versorgten Mönche und Nonnen, Einsiedlerinnen und Einsiedler mit Essen und Kleidung.
In den Zeiten und Regionen, wo Frauen Zugang zu Besitz und Bildung hatten, förderten sie Nonnen und Mönche im großen Stil durch den Bau von Klöstern und durch großzügige Geld-, Nahrungs- und Kleiderspenden. Dort, wo einflussreiche Frauen wie die Königin Shrimala den buddhistischen Orden unterstützten, gibt es bis heute überlieferte Auszeichnungen, die ihre Lehren enthalten." , beschreibt Agnes Pollner eingangs über die Idee des Buches und:
"Zu allen Zeiten gehörten Frauen auch zu der kleinen Gruppe derer, die die Lehren des Buddha mit Leib und Seele übten und Befreiung und Erleuchtung erlangten. Die buddhistischen Überlieferungslinien nennen viele große Praktizierende.
In der Regel sind das die Namen großer Männer, und nur sehr selten sind darunter Frauen zu finden. Geschichten über weise Frauen gibt es viele, aber oft bleiben sie namenlos. Sie heißen "die Frau", "die Alte" und "die Nonne".
Erstmals gegen Ende des 20. Jahrhunderts war es Wendy Egyoku Nakao Sensei (Zen-Lehrerin) in Los Angeles leid, immer nur die Namen der männlichen Ahnen zu rezitieren, und so stellte sie, inzwischen zur Roshi in der Linie von Maezumi Roshi ernannt, eine Liste buddhistischer Frauen aus allen Jahrhunderten zusammen."
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Ermutigen und inspirieren
Dabei laden diese inspirierenden Darstellungen der weiblichen Seite des Buddhismus der Autorin und Meditationslehrerin Agnes Pollner auf unterhaltsame und anregende Weise auch zum Vorlesen und Weitererzählen ein. Nehmen Sie das Buch zur Hand, schmökern Sie, stöbern sie zwischen den Seiten und erfahren Sie zwischen den Zeilen - typisch weiblich - die Kraft, die hinter uns Frauen steht:
"Das gesellschaftliche Klima ist im indischen Mahayana weiterhin patriarchal geprägt, also stellen die Sutras Frauen, wie so oft, in erster Linie aus der Sicht von Männern dar. Männliche Subjekte schauen auf die fremde weibliche Seite. Was können Frauen aus diesen Geschichten über sich erfahren?
Wenn Frauen in Geschichten dem Bild einer erwachten oder weisen Frau begegnen, können sie sich darin selbst erkennen. Diese weiblichen Figuren zeigen ein Potenzial der Entfaltung, das Frauen ermutigen und inspirieren kann. Die beeindruckenden Frauengestalten des Mahayana, die sich sowohl körperlich als auch sprachlich kompetent und machtvoll ausdrücken, weisen daraufhin, dass die Texte auch auf eine weibliche Leserschaft und weibliche Übende hin ausgerichtet sind, denen sie als Rollenvorbilder und Vision dienen.
Während die meisten spirituellen Biografien der Ära in der Mehrzahl Nonnen porträtieren, treffen wir in den Mahayana-Sutras nur selten auf eine Ordinierte. Frauen begegnen uns hier in machtvollen weltlichen Positionen, als Königinnen, Hetären, Prinzessinnen und Lehrerinnen.
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Frauen als Lehrende und Wissende
Schon seit seinen Anfängen förderten und unterstützten Frauen der Laien-Sangha den Buddhismus, so gut sie konnten. In Südindien machen sich jetzt Fürstinnen für die buddhistische Lehre stark, während ihre Männer noch der Hindu-Religion angehören. Frauen bietet der Buddhismus offene Türen, die die bisher herrschenden Religionen fest verschlossen hielten, also ergreifen sie diese Chance.
Die Fürstinnen und Edelfrauen sind gebildet und haben Einfluss auf viele Menschen, ganz besonders auch auf ihre Männer, die immer noch für die offizielle Politik zuständig sind. Das macht diese Frauen für die buddhistische Bewegung zentral, und in zentraler Position bilden sie die Sutras auch ab: als Lehrende und Wissende, als im tiefsten Sinne "edle" Frauen."
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Der innere Feind
Als Beispiel des Unterschieds zwischen der Praxis der Mönche und der Frauen möge Ihnen dieses Beispiel dienen:
"Die Vergänglichkeit des Körpers spielt in den Texten beider Geschlechter eine zentrale Rolle. Im frühen Buddhismus gehört es zu den Hauptübungen, die Veränderungen des Körpers durch Alter, Krankheit und Verfall zu betrachten.
Zu den klassischen Formen dieser Übung, die im Sattipattanasutta, dem Sutta der Übung der Achtsamkeit, beschrieben werden, gehört es, einen Leichnam in seinen Verfallsstadien zu beobachten. Darüber finden sich bei den Mönchen eine ganze Reihe von Versen. Die Körper, über die sie sprechen und deren Widerlichkeit und Unappetitlichkeit sie dabei in großer Ausführlichkeit beschreiben, sind ohne Ausnahme weibliche Körper.
Nicht ein einziges Mal hören wir einen Mönch schildern, was er erlebt, wenn er einen männlichen Körper als Meditationsobjekt nimmt.
Die Bedeutung dieser Tatsache drängt sich auf. Die Gefahr, vom Körper verführt zu werden, lauert draußen, ist auf das andere, abgespaltene, die Frau projiziert. Es geht für den Mönch darum, die Begierde nach einem anderen Körper, dem Körper der Frau, und damit nach der gesamten sinnlichen Welt auszulöschen. Und diese Begierde scheint vor allem im anderen, weiblichen Körper dort draußen zu sitzen.
Für die weiblichen Praktizierenden stellt sich diese Übung ganz anders dar. Keines ihrer Lieder beschreibt, wie eine Nonne den Zerfall eines männlichen Körper betrachtet, um sich Vergänglichkeit zu verdeutlichen und Begierde abzutöten. Es sind durchweg die eigenen, und zwar die lebenden Körper, die die Theris in dieser Art betrachten. Dabei sind auch ganz andere Gefühle im Spiel, es klingt eher nüchtern und realistisch, wie sie davon singen, dass der einst so schöne Körper altert und verfällt."
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Buchtipp:
Die weibliche Seite des Buddha
von Agnes Pollner
Verlag Theseus
ISBN 978-3-7831-9535-4
€ 29,95
Dieses Buch bei Amazon.de bestellen
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