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Seelischer Schmerz, wohin?
Die Welt der Babys
Unser spirituelles Unterfangen
Jeder hat sein Kreuz zu tragen
Katharsis (Reinigung)
Unser Schatten
Die Gabe der Tränen
Buchtipps
Kontakt
Weiterempfehlung dieses Artikels
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Trotz der Aufgeschlossenheit unserer Gesellschaft Gefühlen gegenüber ist die Verdrängung von seelischem Schmerz immer noch das größte Hindernis, zu uns selbst zu finden. Daher pendeln die Erziehungsmethoden im Allgemeinen um den Fixpunkt, dass schon kleine Kinder ihren Schmerz nicht richtig ausdrücken können (Weinen dürfen), dass sie ihre unmittelbare Vergangenheit verdrängen sollten (ihre Geburt), so tun, als ob nichts war ("ein ganz normales Kind").
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 Hermann Munk Kontakt
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Gefühle bestimmen unser Leben. Dass diese Tatsache mehr in den Mainstream des allgemeinen Interesses gerückt ist, ist u.a. A. Janov mit seiner Primärtherapie zu verdanken. Inzwischen hat sich dieses Wissen in alle Zweige der humanistischen Psychologe und viele heilkundliche Verfahren eingeflochten.
In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, dass die Schule des "positiven Denkens" wenig fruchtbringend ist, der Versuch, rein mit Verstandeskräften eine Art positive Gemütslage in uns wach zu rufen.
Nur wenn wir verzweifelt sind, gehen wir unsere Leben wirklich an
Vorher besteht kein wirklicher Beweggrund. Erst eine Krankheit, psychische Phänomene wie ständige Angstgefühle, oder eine zerbrochene Beziehung rüttelt uns wach. Die meisten von uns haben keine Idee, welche Intensität von Gefühlen in ihnen verschütt liegt (meistens seit früher Kindheit verschütt).
Das kommt dann erst wieder zutage, wenn unsere Abwehrkräfte erlahmen, so beispielsweise wenn durch eigene Kinder unsere was eingefrorene Welt belebt wird. Babys haben den Drang, einfach ihren Gefühlen ungehemmt Ausdruck zu geben. Am stärksten mit diesem Phänomen sind Eltern konfrontiert, die ihre eigene Gefühlswelt seit ihrer Kindheit einfach zugeschüttet haben, oder sich nicht mehr herausgetraut haben. Die Kleinen machen einfach das, was die Eltern als Kinder sich später nie mehr getraut haben, bzw. wo sie gar keinen Zugang mehr hatten. Das zerrt an den Abwehrkräften. Gleichzeitig treten meistens bereits vergessene, verdrängte Verhaltensweise der eigenen Eltern zu Tage, wie Babys anschreien, Liebesentzug,...
Daher gibt es eine große Anzahl von Ratgeber Büchern, wie man "richtig" erzieht, wie man die und die Situation als Eltern meistert....
Das Zusammensein mit Kindern, die Erziehung von Kindern ist nach unserem Dafürhalten eines der besten Gelegenheiten, um die eigene Kindheit auszugraben und aufzuarbeiten und lieben, aufopfern zu lernen.
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Die Geburtssituation ist oft durch geistige Abwesenheit der Mutter gekennzeichnet, entweder, weil die Mutter mit sich und dem Abwehren von Schmerz beschäftigt ist oder durch verabreichte Betäubungsmittel. Wenn das Baby dann einigermaßen "gesund" auf die Welt kommt, scheint alles in Ordnung zu sein.
Ich habe in meiner Praxis, wenn Kursteilnehmer(innen) ihre Babys mitgebracht haben, oftmals erlebt, wie die Babys ihren Geburtsvorgang versuchen nach zu vollziehen. Das ist ein natürlicher Drang der Babys, diese aufgestaute, eingeklemmte Energie der Geburt, auszudrücken, richtig auszuerleben, loslassen zu können. Wenn die Eltern nicht besonders bewusst sind, meinen sie, das Baby macht komische Bewegungen, schreit wegen nichts usw. Das sind aber alles Anhaltspunkte, dass das Baby versucht, die Energie, den Schmerz auszubalancieren. Da kommt es dann auf die therapeutische Unterstützung an, dieser Energie zu verhelfen, wirklich ins Freie zu kommen. Babys mit Nabelschnur um den Hals bei der Geburt konnte auf diese Weise geholfen werden und damit auch deren Eltern.
Das heißt, die Eltern brauchen ein feines Gespür, eine Aufgeräumtheit in ihrer Gefühlswelt, um überhaupt fähig zu sein, das Baby in seinem Schmerz wahrzunehmen, es aus diesem Bewusstsein heraus ansprechen.
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Ich habe einen Bereich des Lebens herausgegriffen, nämlich "die Welt der Babys und jungen Eltern" um auf die Notwendigkeit der Reinigung unserer Gefühlswelt hinzuweisen.
Ein weiterer Bereich, falls man diese Bereiche überhaupt trennen kann, ist unser spirituelles Unterfangen. Auch hier werden unsere Unternehmungen stark von den Defiziten, Entbehrungen unserer frühen Kindheit, Erfahrung im Mutterleib, Geburt geprägt. Wer sich an diese schmerzlichen Erfahrungen nicht heranmachen möchte, ist wohl eher geneigt, sich einfachen Lehren zu zuwenden, die keiner wirklichen inneren Anstrengung bedürfen, Drogen zu nehmen (und seien es auch "bewusstseinserweiternde", Rauchen etc., summa summarum, einen scheinbar einfachen Weg um die schmerzhaften Erfahrungen herum. Die schmerzhaften Erlebnisse, wie zurückgestoßen sein, sich im Weg fühlen, nicht richtig wahrgenommen werden, einmal richtig durchlebt, "ausgekostet", bergen in sich aber die Fähigkeit, mit anderen Menschen in ähnlicher Lage mitfühlen zu können, die Welt der Babys gefühlsmäßig zu verstehen. Mitfühlen aus eigenem Erleben, nicht ein abstraktes "ich kann dich verstehen".
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Jeder von uns hat sein Kreuz zu tragen, bei den meisten rührt es aus früher Kindheit, bzw. aus dem genetischen Material her (Zitat Munk: "wir sind unser ganzes Leben beschäftigt, unser genetisches Material zu reinigen"). Kreuz tragen bedeutet, irgendein Leiden, ein Defizit, welches wir nicht so leicht los werden, nicht aus eigener Kraft los werden, ein tiefer Schmerz, eine Ungerechtigkeit oder Lieblosigkeit, die uns widerfahren ist, an uns hängen geblieben ist, annehmen. Zu einem bewusstseinsmäßigen Fortschritt kommt es, wenn wir nicht mehr versuchen, mit aller Kraft das loszuwerden, sondern fähig sind, dieses Umgemach bereitwillig auf uns zu nehmen. In diesem Moment hört ein beachtlicher Teil unseres Kampfes schon auf.
Zur Reinigung unserer Gefühlswelt gehört im gleichen Masse, wie das Aufspüren von "Ungerechtigkeiten" das Verzeihen. Dies ergibt sich meistens wie von selber nach Erfühlen einer verschütteten Situation, es bedarf keiner besonderen Anstrengung in dieser Hinsicht dann mehr. Gleichzeitig damit wird uns meistens bewusst auch, wie wir seit damals (der "ungerechten" Situation, der Situation, die uns überfordert hat) mit einem uns eher unbewussten Misstrauen, Art Beleidig-Sein durch die Welt gelaufen sind. Dieses Rachegefühl, diese ohnmächtige Wut, dieses Sich-Wehren hat sich in den Pool der nicht-gefühlten Gefühle eingewoben, und führt allgemein zu einem schwachen Gefühl für uns selbst, somit auch schwachem Selbstbewusstsein. Unser eigentliches Gefühl für uns selbst hat sich schon weit nach innen in eine Schutzhülle zurückgezogen, um nicht mehr verletzt, enttäuscht zu werden.
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Der therapeutische Prozess besteht darin, das ganze Geschehen einfach umzukehren, (altgriechisch Metanoia) aus dem Versteck wieder heraus, sich vorwagen in die Verletzlichkeit, Konfrontationen entgegen zu gehen, nicht ausweichen, versuchen authentisch zu sein, sich selbst und anderen nichts vormachen, den Gefühlen mehr Raum zu geben, insbesondere den "kleinen" Gefühlen, die einfach, manchmal in Sekundenbruchteilen, durch unser Bewusstsein huschen.
Es werden keine "Techniken" angewendet, die Therapeuten schaffen durch ihre Präsenz den Raum, dass das unaufgearbeitete Material, die nicht-gefühlten Gefühle an die Oberfläche kommen. Die Chance dabei ist dann, einfach von Worten berührt / getroffen zu werden, von einem Satz, der unter die Oberfläche geht, von dem Weinen eines anderen Menschen.... Förderlich auch, wenn auf der therapeutischen Seite eine ausgewogene Balance zwischen dem männlichen und weiblichen Element besteht (Therapeut, Therapeutin).

Gerade das "Öffnen" für die bisher mehr unbewussten Prozesse beinhaltet viel Verantwortung und Einfühlungsvermögen von Seiten der Therapeuten. Es kann auch für die Therapeuten schmerzhaft sein, jemand da anzustoßen, wo er nicht so bereitwillig hin will.
Es ist ein aktiver Prozess, Anstrengung, Mut und Willenskraft ist von Nöten, durch diese Welt der nicht-gefühlten Gefühle durchzusteigen. Das selbst erlebte, erfahrene, selbst erarbeitete kann einem nicht mehr so leicht wieder abhanden kommen. Es ist nach unserem Dafürhalten ein Fata Morgana, zu glauben, dass ohne diese innere Arbeit wir irgendwie in den grünen Bereich kommen können, einfach so durch eine Behandlung von aussen, gesunde Ernährung, homöopathische Mittel und ähnliches. Wobei ich übernatürliche Einwirkungen (Gnadenerweise) nicht ausschließen möchte.
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Bei diesem Entwicklungsprozess sind wir auch mit dem konfrontiert, was der Schweizer Psychiater C.G. Jung den "Schatten" nennt, also Anteile unserer Persönlichkeit, unseres Charakters, die wir nicht an uns haben wollen, die andere nicht mitkriegen sollen. Die Entwicklung dieses manchmal fast übermächtigen Schattens hängt eng mit der oben erwähnten Verdrängung, Verschüttung der frühkindlichen Welt zusammen.
Hier dient die Laborsituation der Gruppe in einem therapeutischen Setting dazu, sich mit diesen Eigenschaften langsam "anzufreunden", andere das mitbekommen zu lassen. Nachdem die Sachen einmal im Freien sind, kann man daran gehen, bewusst daran zu arbeiten, was vorher in keiner Weise möglich war. Vorher war es nur ein Kampf gegen den Schatten.
Der Extrembergsteiger Reinhold Messner im Dokumentarfilm "Höhenrausch": ... Wenns ums Überleben geht, lassen alle Menschen die Masken fallen und da mache ich meine Erfahrungen und ich weiss dann, dass es im Tal gleich ist, nur im Tal da laufen die Leute alle mit Maske herum...
Jesus in seinen 3 Lehrjahren in Palästina war ständig mit diesem Schatten der Pharisäer und Schriftgelehrten konfrontiert. Bei Ihnen konnte er bis auf einzelne Ausnahmen wenig ausrichten, so stark war die Projektion ihres Schattens nach außen.
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Die eigentliche Arbeit an unseren Gefühlen ist schließlich die Aufarbeitung unserer eigenen Missetaten. Entgegen mancher Meinung in bestimmten Kreisen (Stichwort: "es gibt keine Fehler, nur Lernerfahrungen") merken wir bei diesem Prozess, wie unser Gewissen freigelegt wird, mehr Beachtung findet. Durch unsere Rachegefühle, Unverzeihlichkeit, den nicht-gefühlten Gefühlen Ausgesetzt Sein wurden wir, oder haben wir uns in viele ungute Situationen hineingetrieben, die uns langsam in ihrer Tragweite nun bewusst werden.
Ein Gefühl der Reue, der Bußfertigkeit ist wohl mit das heilsamste Gefühl in diesem Prozess. Das bringt uns wieder auf Linie in Beziehung zu uns selbst, ich nenne das "Sich selbst einholen". Die frühen Therapeuten ("siehe Buch Lebenshilfe aus der Wüste, die alten Mönchsväter als Therapeuten") nannten dies die "Gabe der Tränen", wenn sie Tränen über ihre eigenen Missetaten vergießen konnten, und Tränen des Mitgefühls mit anderen Menschen, Tieren, Pflanzen, der ganzen Schöpfung zeigen konnten. Bei den Marien-Erscheinungen in Lourdes und Fatima hat die Gottesmutter oftmals Tränen vergossen, meistens darüber, dass ihr Sohn Jesus von der Welt nicht beachtet wird.
Bei einer Mystikerin habe ich gelesen: "jemand, der aus seinem Innersten heraus weint, kann nicht wehtun". In unserer Zivilisation ist vieles so trocken, verstandesmäßig, eben cool. Diese Gabe der Tränen ist am meisten verschütt gegangen in unserer Zivilisation.
©Hermann Munk, Center Chiemgau 2007
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Primärtherapie nach Munk • Center Chiemgau
Hermann Munk Diplom-Psychologe • Psychotherapeut
mit Eintrag im Arztregister (tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie)
Mitglied im Berufsverband deutscher Psychologen (BDP)
Helga Schneid • Heilpraktikerin
Mitglied im Fachverband deutscher Heilpraktiker (FDH)
Manholdinger Str. 2 • 83339 Chieming-Hart
Deutschland
Tel 08669-8199-91
Fax 08669-8199-92
aus dem Ausland: Tel +49-8669-8199-91
Kontakt
www.primaertherapie.de
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 Hermann Munk
 Helga Schneid
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