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Bildquelle:
www.pixelio.de, Cornelia Danzer
Atem und Schlaf
  • Der gestörte Schlaf
  • Bewusst zugelassener Atem
  • Eine Einstiegsübung
  • Buchtipp
  • Weiterempfehlung dieses Artikels
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    Atem und Schlaf

    Buchvorstellung des Buches von Susanne Duden

    Zwei Anliegen verbindet die Autorin des Buches "Die Heilkraft des Atem für einen erholsamen Schlaf" Susanne Duden mit diesem Buch: "Zum einen möchte ich Betroffenen, Therapeutinnen und Therapeuten ein praktikables Handbuch zur Verfügung stellen, das atemtherapeutische übungen bei Schlafstörungen anbietet. Diese übungen basieren auf der Methode des "bewussten zugelassenen Atems" (Fischer & Kemmann-Huber, 1999). Die Lehre des bewussten zugelassenen Atems stellt eine Weiterentwicklung der Lehre des "erfahrbaren Atems" von Ilse Middendorf dar (Middendorf, 1991).
    Zum anderen möchte ich die Atemtherapie, die mit dieser Methode arbeitet, als eigenständiges körpertherapeutisches Verfahren einem breiteren Publikum zugänglich machen. Im klinischen und ambulanten Therapiebereich wird offenkundig, dass viele Patientinnen und Patienten, aber auch ärzte, Psychologen, Sport- und Bewegungstherapeuten die Methode des bewussten zugelassenen Atems nicht kennen. Häufig wird Atemtherapie mit Atemgymnastik, Atemtechnik, Atementspannung, östlichen oder esoterischen Atemlehren assoziiert. Nicht selten werden Atemübungen aus unterschiedlichen Atemlehren von fachfremden Berufsgruppen (ärzten, Psychologen, Sport-, Bewegungs-, Physiotherapeuten u. ä.) in ihrem Gebiet angeboten ohne fundierte Kenntnis, das heißt ohne professionelle Ausoder Weiterbildung in der jeweiligen Atemmethode..."



    Der gestörte Schlaf

    20 bis 30% aller Erwachsenen leiden unter Schlafstörungen. Dabei treten die vielfältigsten Symptome und Ursachen auf. Nach ihrer Symptomatik teilen sie sich wie folgt ein:
  • Hypersomnie (übermäßiges Schlafbedürfnis tagsüber)
  • Störungen im Schlaf-Wachrhythmus (z.B. bei Schichtarbeitern)
  • Parasomnien (Störungen während des Schlafens, z.B. Schlafwandeln)
  • Insomnien (Schlaflosigkeit, d.h. Ein- oder Durchschlafstörungen, frühzeitiges Erwachen oder nicht erholsamer Schlaf)
  • Medikamente schaden langfristig mehr als sie nützen, so wurden also nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten entwickelt, wie zum Beispiel:
  • Aufklärung über das Schlafgeschehen,
  • Schlafhygiene (regelmäßige Zeiten, nachts nicht auf die Uhr schauen, regelmäßige körperliche Aktivitäten, etc...)
  • Stimuluskontrolle (im Bett wird nur mehr geschlafen, TV, Buch, etc. weggelassen), Schlafrestriktion (Schlafdauer wird unter ärztlicher Leitung verkürzt, um bessere Qualität zu erreichen)
  • Paradoxe Intention (sich selbst unter Druck setzen mit Drohungen wie z.B. "Ich muss jetzt schlafen!")
  • Strategien zur Stressbewältigung tagsüber (kleine Pausen, etc.)
  • Führen und Besprechen eines Schlaftagebuches
  • Kognitive Techniken (negative Gedanken zum Schlaf werden durch püositive ersetzt, Gedankenstopp - kein grübeln mehr, Fantasiebild - Ruhebild)
  • Entspannungsverfahren (div. Methoden zur Entspannung, wie z.B. Hypnose, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Biofeedback, ...)


  • Bewusst zugelassener Atem

    Susanne Duden beschreibt die Methode so: "In der Atemarbeit mit psychosomatisch erkrankten Patientinnen und Patienten verwende ich die Methode des "bewussten zugelassenen Atems". Sie wurde von verschiedenen Atemlehrerinnen in Deutschland im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelt.15 Die bekannteste Vertreterin dürfte Prof. Ilse Middendorf sein, die mit der "Lehre des erfahrbaren Atems" arbeitet. Die Methode des bewussten zugelassenen Atems ist ein eigenständiges körper- bzw. leibtherapeutisches Verfahren, das von Atemfachschulen in Deutschland, österreich und der Schweiz in mehrjähriger Ausbildung angeboten und gelehrt wird. K. Fischer und E. Kemman-Huber haben diese Methode in ihrem Buch "Der bewusste zugelassene Atem", auf das ich mich in diesem Kapitel immer wieder beziehe, systematisch beschrieben. Die Methode des bewussten zugelassenen Atems orientiert sich an den organischen Gesetzmäßigkeiten der Atmung.

    Was heißt "Atmung" im Vergleich zu "Atem"?
    "Atmung" meint die physiologisch-vegetative Atemfunktion (Lungen- und Zellatmung, Bewegung der Atemmuskeln usw. ). Die Atmung reagiert äußerst sensibel auf äußere und innere Reize. Sie reagiert aber nicht nur auf körperliche Impulse, sondern auch auf Gefühle und Gedanken.
    In diesem Zusammenhang entsteht der "Atem", der den ganzen Menschen in seiner körperlichen, seelischen und geistigen Dimension erfasst.
    ähnlich wie zwischen "Atmung" und "Atem" wird in der Atemarbeit auch zwischen "Körper" und "Leib" unterschieden. Unter "Körper" werden die anatomisch-physiologischen Funktionen verstanden. Der "Leib" hingegen ist der "beseelte Körper". Der Leib ist also der Körper in seinem Wirkzusammenhang von physischen, seelischen und geistigen Kräften..."


    Eine Einstiegsübung

    Ist die erste Hälfte des Buches der Theorie gewidmet, so können Sie ab der zweiten Hälfte mit den übungen anfangen. Die beiliegende CD hilft Ihnen und sagt Ihnen drei unterschiedliche übungen an, so dass Sie sich gleich entspannen können. Ich habe Ihnen hier die Einstiegsübung verkürzt abgeschrieben, probieren Sie sie aus, im Buch finden Sie weitere 14 übungen schön mit Bildern beschrieben.

    Freies Dehnen, Räkeln und Gähnen im Liegen
    Sie liegen auf dem Rücken im Bett oder auf einer Unterlage auf dem Boden. Legen Sie die Beine möglichst auf der Unterlage ab. Angestellte Beine sind in diesem Zusammenhang nicht so günstig, weil Sie die Beine dann halten müssen. Hier geht es darum, dass Sie sich möglichst kreatürlich durch den ganzen Körper dehnen und lösen können. Falls nötig, legen Sie unter den Kopf eine breite, stabile Unterlage. Schließen Sie möglichst die Augen.
    Fangen Sie nicht sofort mit dem Dehnen an, sondern spüren Sie sich zunächst im Kontakt zur Unterlage: Mit welchen Körperteilen berühren Sie die Unterlage? Wo liegen Sie gelöst auf? Wo in Ihrem Körper fühlen Sie sich noch angespannt oder nicht so wohl? Darf der Atem fließen?
    Dehnen Sie sich - wie und wo Sie den Impuls verspüren. Dehnen Sie den entsprechenden Körperteil so weit wie möglich im Kontakt zur Unterlage. Geben Sie mit dem ganzen Körper weich in der Dehnung nach. Dehnen und Räkeln geschieht in der sinnlichen Fühlungnahme mit der Unterlage: So, als ob Sie mit Ihrem Körper und Ihren Bewegungen Eindruck auf einem weichen Lehm-, Gras- oder Sandboden hinterlassen würden. Nutzen Sie den Widerstand der Unterlage aus, um sich zu reiben und abzudrücken. Schlängeln, verwinden und drehen Sie sich wohlig auf der Unterlage - wie eine Schlange oder ein Wurm. Können Sie Seufzen und Stöhnen zulassen?
    Bitte lassen Sie sich immer wieder aus einer Dehn- und Räkelbewegung gelöst auf der Unterlage nieder, und legen Sie eine kleine Pause ein. Wie fühlen Sie sich jetzt im Kontakt zur Unterlage? Hat sich in der Auflage Ihres Körpers etwas verändert? Lassen Sie den Atem fließen.
    Aus der Ruhe lassen Sie die nächste Dehn- und Räkelbewegung auftauchen. Kann der Atem weiter fließen? Falls der Atem stockt, haben Sie die Dehnung wahrscheinlich zu stark, zu groß oder zu schnell gemacht. Fangen Sie dann noch einmal in Ruhe an. Können Sie der Dehn- oder Räkelbewegung durch den ganzen Körper hindurch weich nachgeben? Darf sich die Wirbelsäule in die Dehnbewegung einlassen? Das Becken? Der Nacken und Kopf?
    Wenn ein Gähnen auftaucht, dann nehmen Sie wahr, was dabei geschieht: Der Unterkiefer öffnet sich, in der Mundhöhle hebt sich die Gaumenkuppel, der Rachen weitet sich in die Tiefe der Kehle hinein. Haben Sie Geduld, bis sich Unterkiefer, Rachen und Kehle wieder frei öffnen können. Irgendwann haben Sie das Empfinden: Jetzt darf sich das Gähnen bis in die Tiefe der Kehle ausweiten. Nach einiger Gähn-Erfahrung spüren Sie vielleicht auch, dass sich im Gähnen der Brustkorb weitet, sich die unteren Rippen ausdehnen, die Atemwelle an Bauch- und unterer Rückenwand vorbei in die Tiefe des Beckens bis zum Beckenboden strömt. Bitte verzweifeln Sie nicht, wenn Sie diese Empfindungen anfangs nur wenig oder bruchstückhaft nachvollziehen können...

    Buchtipp

    Die Heilkraft des Atem für einen erholsamen Schlaf
    v. Susanne Duden
    Ein Handbuch + CD
    Verlag Vianova
    ISBN 9-86616-010-0
    22,90 €
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