Die praktischen Arbeiten, die getan werden müssen, können uns oftmals über den Kopf wachsen, dann kann es hilfreich sein, das Gebet von Teresa von Avila zu lesen und vielleicht daraus Trost zu schöpfen, dass nicht nur mir alles zu viel wird und es wirklich eine große Herausforderung ist, dem Leben, das Teresa von Avila als das Wirken Gottes selbst sieht und versteht, gerecht zu werden.
Teresa von Avila:
Herr der Töpfe und Pfannen, ich habe keine Zeit, eine Heilige
zu sein und Dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen.
Auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung und
im stürmischen Horizont.
Mach mich zu einer Heiligen, indem ich Mahlzeiten zu bereite
und Teller wasche. Nimm an meine rauen Hände, weil sie für
Dich rau geworden sind.
Kannst Du meinen Spüllappen als einen Geigenbogen gelten
lassen, der himmlische Harmonie hervorbringt auf einer
Pfanne? Sie ist so schwer zu reinigen und, ach, so abscheulich.
Hörst Du, lieber Gott, die Musik, die ich meine?
Die Stunde des Gebetes ist vorbei, bis ich mein Geschirr vom
Abendessen gespült habe, und dann bin ich sehr müde. Wenn
mein Herz noch am Morgen bei der Arbeit gesungen hat, ist es
am Abend schon längst vor mir zu Bett gegangen.
Schenke mir, Herr, Dein unermüdliches Herz, dass es in mir
arbeite statt des meinen.
Mein Morgen gebet habe ich in der Nacht gesprochen zur Ehre
Deines Namens. Ich habe es im Voraus gebetet für die Arbeit
des morgigen Tages, die genau dieselbe sein wird wie heute.
Herr der Töpfe und Pfannen, bitte, darf ich Dir statt gewonnener
Seelen die Ermüdung anbieten, die mich ankommt beim
Anblick von Kaffeesatz und angebrannten Kochtöpfen. Erinnere
mich an alles, was ich leicht vergessen nicht nur um Treppen zu sparen,
sondern dass mein vollendet gedeckter Tisch ein Gebet werde.
Obgleich ich Martha-Hände habe, habe ich doch ein Maria-
Gemüt, und wenn ich die schwarzen Schuhe putze, versuche
ich, Herr, deine Sandalen zu finden. Wenn ich den Boden
putze, denke ich daran, wie sie auf Erden gewandelt sind.
Herr, nimm meine Betrachtung an, weil ich keine Zeit habe
für mehr. Herr, mach Dein Aschenbrödel zu einer himmlischen
Prinzessin, erwärme die Küche mit Deiner Liebe und erleuchte
sie mit Deinem Frieden. Vergib mir, dass ich mich so absorge,
und hilf mir, dass mein Murren aufhört.
Herr, der Du das Frühstück am See bereitet hast, vergib der
Welt, die da sagt: »Was kann denn aus Nazareth Gutes kommen?