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Tipps aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
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    Ernährung nach den Tageszeiten:

    von Eva Laspas

    Unser Sprichwort: "Iss zum Frühstück wie ein Kaiser, zum Mittag wie ein Edelmann und am Abend wie ein Bettler." ist auch eine chinesische Empfehlung. Diese drei Mahlzeiten sollten möglichst zur gleichen Zeit eingenommen werden, in extremen Situationen kann man noch zwei weitere Zwischenmahlzeiten einlegen….


    Eva Laspas,
    TCM-Ernährungsberaterin
    In der chinesischen Medizin gibt es die sogenannte "Organuhr", nach der alle zwei Stunden jeweils ein anderes Organ besonders viel Energie zur Verfügung hat. Wann der Mensch am Besten seine Mahlzeiten einnimmt, ist nun logisch auf diese Organuhr aufgebaut.
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    Frühstück:

    In der Früh geht es unseren Energien ähnlich wie im Frühling - das Yang erhebt sich langsam, nachdem die Nacht ja Yin ist. Wir möchten daher das Yang stärken.
    Unser Magen hat seine höchste Energie zwischen 7 und 9 Uhr früh. Alles was in dieser Zeit gegessen wird, kann besonders gut verwertet werden und ist sozusagen der Qi-Vorrat für den ganzen Tag. Wer hier nichts zu sich nimmt oder nur eine Tasse Kaffe trinkt, der hat eben keinen oder nur den geringen Vorrat einer Tasse Kaffee für seinen ganzen Tag.

    Menschen mit einem schwachen Magen können in der in der Magenzeit meist nichts essen und bekommen erst später Hunger. Einerseits könnte das ein zu spätes Abendessen gewesen sein, andererseits kann es aber auch schon ein Dauerzustand sein. Diese Menschen sollten das "warme Frühstück" dann essen, wann sie Hunger haben - mit der Umstellung wird der Magen kräftiger und das Frühstück kann langsam in die Früh verlegt werden.

    Das ideale Frühstück baut das Qi (Yang) auf, ist warm zubereitet und hat leicht verdauliche Nahrungsmittel. Zu meiden wäre alles Kalte, Kühle oder zu feuchte - z.B. rohes Obst, womöglich gar aus der Südsee, das würde den Organismus abkühlen und mit Feuchtigkeit belasten, was man an Müdigkeit oder Trägheit ablesen kann.

    Empfohlen werden Getreidezubereitungen, die - je nach Wunsch - leicht süß oder pikant zubereitet werden. Je nach Jahreszeit können das wärmende (Mais, Hafer...) oder kühle (Weizen, Gerste...) Getreide sein. Dazu - auch je nach Jahreszeit - Trockenobst oder Frischobst, Nüsse, wärmende Gewürze oder Gemüsezubereitungen. Für kräftige Mägen darf es auch gedünstetes Fleisch oder Ei sein.
    Zu meiden sind alles Kalte oder Kühle, Rohkost, Fruchtsäfte oder Milchprodukte - sie alle sind starkes Yin und würden das noch schwache Yang unterdrücken, unser Verdauungsfeuer würde geschwächt. Milchprodukte sollten wirklich nur bei einem kräftigen MilzQi genommen werden, sie sind sehr kalt und bilden leicht Feuchtigkeit und Schleim. Besonders Kinder haben bis zum 8. Lebensjahr ein noch schwaches MilzQi, hier können wir unsere Kinder für ein ganzes Leben aufbauen, wenn wir ein wärmendes Frühstück ohne Milchprodukte anbieten.

    Wer dazu etwas trinken möchte, der kann schwarzen Tee nehmen oder nach dem Essen einen kleinen Kaffee, um das Yang zu mobilisieren.
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    Mittag:

    Auch hier sollte eine warme Mahlzeit genossen werden, Getreide, Gemüse, Fisch, Fleisch, etwas Salat. Das Mittagessen sollte nicht zu fett, kalt oder üppig sein, sie alle machen Feuchtigkeit im Körper - Müdigkeit und Trägheit wären die Folge.
    Die ideale Zeit wäre ab 13 Uhr, zur Herzzeit - sich zusammensetzen mit netten Menschen, Nahrung aufnehmen und angeregt plaudern. Ab 15 Uhr hat der Dünndarm seine Hochzeit, ideal also um das Mittagessen zu verdauuen.

    In meinen Seminaren kam öfter die Beobachtung, dass manche Menschen nach einer Schüssel Salat weit weniger müde wären, als nach einer "richtigen warmen Mahlzeit".
    Mein Nachfragen ergab dann, dass die "richtige warme Mahlzeit" aus Suppe, Hauptspeise und meist noch Nachspeise bestand - also den Organismus einfach wegen der Menge her schon überlastete, der Salat ja nur eine Schüssel war.
    Außerdem liegt es in der Natur der Sache, dass gekochte Speisen weicher sind und scheinbar weniger Kauleistung verlangen, ein roher Salat hingegen heftig gakaut werden muss. Der Sättigungseffekt stellt sich daher beim rohen Salat eventuell schon daher früher ein, weil besser und länger gekaut wird. Beim warmen Essen neigen wir dazu zu "schlingen", was uns länger keinen Sättigungseffekt beschert und uns mehr essen lässt, als unser Magen aufnehmen kann.
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    Abend:

    Unser Yang nimmt nun ab, das Yin macht sich bereit. Unser Organismus möchte sich auf Ruhe einstellen. Heftige Aktivitäten und kräftige Mahlzeiten widersprechen dem natürlichen Ablauf der Energien. Durch unser Abendessen möchten wir unser Yin unterstützen, das auch für guten Schlaf zuständig ist. Ab 19 Uhr begibt sich der Magen in seine energetisch schwächste Zeit, das Abendessen sollte daher um ca. 18 Uhr sein, damit der Magen nicht zu seiner schwachen Zeit angefüllt wird und nur wenig weiter bekommt.
    Je älter wir werden, desto mehr erkennen wir, dass wir spätes Abendessen nicht gut vertragen. Das Essen scheint bis in den Morgen "herum zu liegen" und raubt uns außerdem noch den tiefen Schlaf.
    Langfristig entstehen durch späte Abendessen Übergewicht, Feuchtigkeitsbelastungen, Müdigkeit am Morgen, Magenprobleme und Schlafstörungen. Leider ist es durch die flexiblen Arbeitszeiten heutzutage immer weniger möglich, sein Abendessen zu einer Zeit einzunehmen, zu der wir Hunger haben. Viele Menschen beobachten, dass sie um ca. 17 Uhr Hunger hätten und eine ganz normale Mahlzeit zu sich nehmen könnten. Nur geht das dann nicht; um dem Hunger zu entgehen wird viel zu viel Süßes genascht und so das MagenQi noch mehr geschwächt.

    Zum Abendessen können wir wieder Getreidezubereitungen wählen, etwas Fleisch, Gemüse, gekochtes Obst, etwas Milch - je nach Konstitution. Zu vermeiden wären alle scharfen und belebenden Speisen, die das Yang mobilisieren und uns den Schlaf rauben können.
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    Brokkoli mit Champignons

    (Beispiel aus dem Buch "Die 5-Elemente Küche. Chinesische Ess- und Trinkkultur"
    v. Hai Yan Waldmann-Wang)

    1 Brokkoli, 150g Champignons, 1EL helle Sojasauce, 2-3 Scheiben Ingwer, 1-2 EL Öl, 1 TL Sesamöl, 1 TL Gemüsebrühepulver, ½ TL Salz, 1 Priese Pfeffer

    Den Brokkoli waschen und zerkleinern (der Strunk des Brokkoli sollte geschält werden) und den Innenteil in kleine Würfel schneiden. Champignons waschen, danach helbieren, den Ingwer schälen und in feine Streifen schneiden. Das Öl erhitzen, Champignons und Brokkoli dazugeben und zusammen 2-3 Minuten anbraten. Ingwer, helle Sojasauce, Salz und 5 Esslöffel Wasser dazugeben. Den Deckel schließen, etwa 3-5 Minuten gar kochen, Deckel öffnen und mit Gemüsebrühepulver, Sesamöl sowie Pfeffer abschmecken.
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    Kontakt

    Eva Laspas
    Ernährungsberaterin nach der TCM
    Info und Termine Institut Laspas:
    Eibengasse 56/E3, 1220 Wien
    Tel: 280 76 27,
    eva@laspas.at
    www.laspas.at

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         Eva Laspas,
    TCM-Ernährungsberaterin


    Aktueller Buchtipp

    Die 5-Elemente Küche von Hai Yan Waldmann-Wang erklärt die obersten Prinzipien der Ernährungslehre der traditionellen chinesischen Medizin. Selber in China geboren und aufgewachsen arbeitet die Autorin nun schon seit 10 Jahren in Deutschland und ist seitdem mit der Weitergabe traditioneller Ess- und Trinkkultur im deutschsprachigen Raum beschäftigt.

    Die traditionelle chinesische Küche sind auf ganz bestimmte Weise abgestimmt, sie befriedigen nicht nur Hunger oder Appetit, sondern auch unser Bedürfnis nach Wärme, Erfrischung und dergleichen.
    Dieses Buch ist also nicht nur ein Kochbuch für chinesische Küche, sondern eine Anleitung für Wesentliches: Wie man sich mit Herz und Liebe für die Küche Zeit nimmt, um das Leben zu genießen.
    Außerdem zu finden: Erklärungen der einzelnen Lebensmittel, die bei uns vielleicht nicht so bekannt sind, sowie eine Liste ihrer Wirkungsweise.

    Die 5-Elemente Küche. Chinesische Ess- und Trinkkultur
    v. Hai Yan Waldmann-Wang
    Verlag Umschau
    ISBN 3865281176
    € 19,90
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