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von Eva Laspas
Im Garten von Mutter Natur ist gegen jedes Wehwehchen ein Kraut gewachsen. Gleich mehrere Heilpflanzen helfen unseren Augen, sich wohl zu fühlen, eines davon ist der Augentrost (lateinisch „Euphrasia officinalis“). Die relativ unscheinbare, krautige Pflanze wird bis zu 15 cm hoch und wächst in Österreich fast überall in Höhen über 2000 Meter. Ihre winzigen, weiß-violetten Blüten haben einen kleinen gelben Fleck und ähneln im Aussehen winzigen Augen, die uns aus der Wiese anzublicken scheinen. Nach der Signaturlehre deutet dies auf ein Heilkraut für unsere Sehorgane hin.
Doch auch seine Namen in anderen Sprachen zeigen den Bezug der Pflanze zu den Augen. In Frankreich ist er als „Brillenzerstörer“ (casse-lunettes) bekannt, für die Italiener bringt er „Licht für die Augen“ (luminella); die Engländer nennen ihn „Augenglanz“ (eyebright).
Schon viele Jahrhunderte lang kennt man das „Augenkraut“, wie Euphrasia officinalis im Volksmund gern genannt wird. Werke aus dem 16. Jahrhundert belegen seine innerliche und äußerliche Wirkung. Nützt er Mensch und Vieh gegen Unwohlsein, so hat er schon manchem Bauern Unbill gebracht: Mit seiner starken Saugwurzel kennt er nämlich gegenüber seinen Wiesen-Nachbarn keine Gnade! Daher ist die Pflanze auch als „Milchdieb“ bekannt: Er nimmt alle Mineralien aus dem Boden auf, die Futterpflanzen für das Vieh verkümmern so. Aus diesem Grund wird das hungrige Vieh auf der Weide trocken, die Milch der Kühe bleibt aus. So hat der Augentrost auch eine Unzahl weniger liebenswürdiger Namen bekommen, wie zum Beispiel Gibinix, Milchschelen, Weiddieb oder Heuschelm.
Dem Augentrost schreibt man eine abschwellende, entzündungshemmende, (aufgrund des bitteren Geschmacks) verdauungsfördernde und zusammenziehende Wirkung zu. Äußerlich angewendet wirkt er sich wohltuend bei Augenbrennen, Augenentzündungen und Augenrötungen, Gerstenkorn, Lichtüberempfindlichkeit und ähnlichen Augenbeschwerden aus. Für diesen Zweck macht man einen Aufguss (siehe Infokasten), den man dann als Umschlag aufs Auge legt oder als Augenbad verwendet.
Beobachtet wird auch eine lindernde Wirkung der Pflanze bei Magen- und Darmbeschwerden, Mittelohrentzündungen, Taubheit in den Fingern, Zahnfleischbluten, Gelbsucht, Kopfschmerzen sowie Heuschnupfen. Wie diese innerlichen Beschwerden mit den Augen zusammen hängen? Der Zusammenhang war in alter Zeit unseren HeilerInnen sehr gut bekannt, alte Sprichworte zeugen von diesem Wissen: „Vor Wut Rot sehen“ ist nur ein Beispiel der damit einhergehenden Beschwerden. Die Wut hängt dabei mit den Leberbeschwerden zusammen, das Sehen mit den Augen.
Nach den Grundsätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) lässt sich dieser Umstand ebenso erklären, auch in dieser Wissenschaft sind die Augen die Öffnung zur Leber. So werden Augenbeschwerden in der TCM auch über den Energiefluss der Leber beeinflusst.
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