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Burn-out bei Müttern

  • Schlechtes Gewissen
  • Stufen des Burn-out
  • Alleinerziehende haben es schwerer
  • Lösung neuer Partner?
  • Meine Tipps
  • Prioritäten setzen - praktische Umsetzung
  • Kontakt
  • Mehr zum Buch "Burn out" lesen
  • Weiterempfehlung dieses Artikels
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    Burn-out bei Müttern

    von Sabine Fabach

    Der steigende Leistungsdruck am Arbeitsplatz, immer mehr Aufgaben bei immer weniger Personal, bringt Frauen mit Kindern ganz besonders in die Zwickmühle. All die Aufgaben und Notwendigkeiten lassen sich nicht mehr in einem 24-Stunden-Tag unterbringen.

    Mehrfachbelastungen durch Kindererziehung, Haushalt oder die Pflege von Angehörigen haben sich für viele Frauen nicht in dem Maß verringert, wie die beruflichen Chancen und Erfolgsmöglichkeiten gewachsen sind.
    Gleiche Leistung gilt für Frauen und Männer, wenn es um die tägliche berufliche Arbeitszeit geht, aber von halbe-halbe bei den Aufgaben im Haushalt und bei der Kinderbetreuung sind viele Paare noch weit entfernt.


    Mail an Expertin
    Sabine Fabach
    Bild Copyright:
    Margarete Neundlinger
    Insgesamt betrachtet ist der familiäre Alltag mit Kindern und Haushalt immer noch Sache der Frauen. Das traditionelle Rollenbild von Frauen und Männern ist noch zu tief in uns verankert, als dass heute bereits eine gerechte Aufteilung der Arbeit im häuslichen Bereich möglich wäre.
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    Stufen des Burn-out


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    Schlechtes Gewissen

    So kommt es auch, dass vor allem Frauen ein schlechtes Gewissen haben, weil nicht genug Zeit für Kinder und Partnerschaft übrig bleibt. Doch es ist einfach unmöglich, im Job voll da zu sein und zusätzlich die Kinder perfekt zu versorgen. Wenn auch der Partner beruflich engagiert ist, muss auf Hilfe von außen zurückgegriffen werden. Ein schlechtes Gewissen haben aber meist die Frauen, nur ganz selten die Väter, obwohl sie die gleiche Verantwortung für das Wohl der Kinder tragen. Und immer wieder höre ich, wie die eigenen Eltern oder Schwiegereltern das Rabenmuttersyndrom noch verstärken, auch wenn sie als Babysitter hilfreich einspringen.

    In der älteren Generation sind die Rollenbilder eben noch stärker etabliert und entsprechend gilt die Familie als Hauptaufgabe einer Frau, erst danach kommt der Beruf.

    Lassen Sie sich davon nicht beirren, fangen Sie bei sich selbst an: Beruf und Kinder lassen sich nur vereinbaren, wenn Sie es schaffen, Ihren Anspruch an die Möglichkeiten anzupassen. Erfahrene Pädagoginnen vertreten die Ansicht, dass es nicht notwendig ist, eine perfekte Mutter zu sein. Es reicht völlig aus, wenn Sie "gut genug" sind, "a good enough mother". Eine Mutter, die alles richtig macht, wäre ihren Kindern gar kein gutes Vorbild. Denn wie sollten sie dann lernen, mit Fehlern und der eigenen Unzulänglichkeit positiv umzugehen?
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    Alleinerziehende haben es schwerer

    Die Situation von Alleinerziehenden ist noch einmal schwieriger, denn sie sind an sieben Tagen die Woche 24 Stunden im Einsatz, um Beruf, Haushalt und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Bei ihnen geht es auch nicht um Karrieren, sondern oft genug einfach darum, genug Geld nach Hause zu bringen, und zwar verlässlich. Diese Verantwortung lastet schwer auf den Schultern der Frauen, es gibt kaum Spielraum. Und der Druck, immer dranbleiben zu müssen, vermindert das Gefühl, das eigene Leben selbst gestalten zu können. Zu viele Rahmenbedingungen und Anforderungen bestimmen den Alltag.

    Wenn Sie alleinerziehend sind, kennen Sie die Situation: Die Kinder müssen rechtzeitig in den Kindergarten oder die Schule gebracht werden, gleichzeitig müssen Sie sich auf Ihren Job vorbereiten, den Sie auf keinen Fall verlieren dürfen, da das Geld sowieso schon knapp ist. Vielleicht müssen Sie auch immer wieder Vorurteilen begegnen und unter Beweis stellen, dass Sie eine verlässliche und belastbare Mitarbeiterin sind. Die Fixkosten für Auto und Wohnung, für die Kleidung der Kinder, all diese Verpflichtungen hängen an Ihnen.
    Selbständige können vielleicht ihre Zeit selbst einteilen und so Kinder und Beruf leichter vereinbaren, aber der Druck, nicht krank zu werden und immer genug Aufträge an Land zu ziehen, ist enorm groß. Niemand wird einspringen, wenn etwas schief läuft.
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    Lösung neuer Partner?

    Der Gedanke, dass dies in den nächsten Jahren so bleibt, ist für viele Frauen erdrückend. Einen neuen Partner kennen zu lernen, der einen Teil der Belastung mittragen könnte, ist ein verlockender Gedanke, gibt aber keine Garantie. Tatsächlich einen Partner zu finden, ist für erfolgreiche Frauen schon aus zeitlichen Gründen schwer, doch für Frauen mit Doppelbelastung stellt dies eine besondere Herausforderung dar.

    Der gesellschaftliche Druck und die mitleidigen Blicke, die eine Frau ohne Partner meist erntet, erleichtern die Situation nicht, außerdem untergräbt dies das Selbstbewusstsein der Frau. Hinzu kommt, dass es leider nicht viele Männer gibt, die Frauen ebenso gerne bei ihrer Karriere unterstützen, wie es umgekehrt selbstverständlich der Fall wäre.

    Das klassische Rollenbild des Mannes als der Stärkere und als Ernährer der Familie und die Frau als emotional Unterstützende, wirkt immer noch in vielen Menschen fort. Wenn es um die Karrierewünsche der Frauen geht, muss das Bild doch noch ordentlich überarbeitet werden. Dieser klassische Konflikt führt dazu, dass die Burn-out-Prävention vor allem für Frauen schwierig ist. Denn er verleitet dazu, beruflich wie privat alle Erwartungen und Rollenerfordernisse erfüllen zu wollen - und das zehrt an den Energiereserven. Doch die Tendenz geht in die richtige Richtung, immer mehr Männer lernen, mit den Karrierewünschen der Partnerin gut zu leben und sie darin aktiv zu unterstützen.
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    Meine Tipps

    Nun die große Frage: Wo können Sie ansetzen, um die familiären Belastungen zu reduzieren? Der erste Schritt liegt darin, dass verbindlich Termine abgesprochen und Aufgaben verteilt werden. Das gilt nicht nur für Sie und Ihren Partner, sondern auch für die Kinder. Sie müssen nicht immer für alle verfügbar sein, sobald Sie Ihre Wohnung oder das Haus betreten haben.

    Suchen Sie sich einen Ort, an dem Sie Ruhe haben, auch wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Das kann die Badewanne sein oder Ihr Lieblingsplatz auf dem Sofa. Sprechen Sie dies genau ab und halten Sie sich selbst daran, dass Sie Pause haben. Überlegen Sie außerdem gemeinsam mit Ihrem Partner, welche Aufgaben Sie an andere delegieren könnten, zum Beispiel an eine Reinigungskraft, eine Au-pair oder an eine oder einen GärtnerIn.

    Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, dass Sie Ihre Liebe und Zuneigung alleine durch Versorgungsleistungen zeigen können. Auch wenn Sie wenig im Haushalt leisten und nicht immer kochen wollen, sind Sie eine liebende Mutter und Partnerin. Ihre Zuneigung wird stärker spürbar, wenn Sie Zeit mit Kindern und Partner verbringen, gemeinsam entspannen oder Spaß haben.
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    Prioritäten setzen - praktische Umsetzung

    Dennoch stehen Sie als Frau immer wieder vor der Frage, welche Prioritäten Sie in Ihrem Leben setzen wollen. Wie wirkt sich eine Auszeit für die Kinderbetreuung auf meine Karriere aus? Habe ich Zeit für ein weiteres Kind? Muss ich dann wieder einen Karriereschritt rückwärts in Kauf nehmen? Wie wird es sich auswirken, wenn ich mehr Zeit mit den Kindern oder dem Partner verbringen will und deswegen ein wichtiges Geschäftsessen versäume oder manch hilfreiche Kontakte nicht knüpfen kann? Für Frauen sind diese und die folgenden Fragen immer wieder aktuell und müssen immer wieder neu beantwortet werden. Das Gesellschaftssystem zu verändern, dauert bekanntlich etwas länger, setzen Sie daher dort an, wo Sie direkt Einfluss haben.

    Nehmen Sie sich als ersten Schritt ein Blatt Papier und schreiben Sie Ihre Gedanken zu den folgenden Fragen auf.
  • Was wünsche ich mir von meinem Berufsleben?
  • Was fehlt und was habe ich bereits erreicht?
  • Was ist in meinem Privatleben so, wie ich es mir wünsche, und was macht mich nicht glücklich?
  • Was hindert mich daran, das nicht Passende zu ändern? (Vielleicht entdecken Sie, dass Sie Bügeln hassen, aber die Verpflichtung fühlen, es als Frau selbst tun zu müssen.)
  • Welche Erziehungsnormen, welche Klischeevorstellungen oder welche inneren Stimmen halten mich davon ab, etwas zu verändern?
  • Wo kann ich Aufgaben und Verantwortungen nicht loslassen, obwohl bereits andere Lösungen im Raum stehen?

    Der zweite Schritt besteht darin, FreundInnen ins Vertrauen zu ziehen. Lassen Sie sich von deren Erfahrungen, wie sie ihr Privatleben und ihre häuslichen Pflichten meistern, inspirieren.

    Probieren Sie Neues aus, aber lassen Sie sich dabei nicht unter Druck setzen. Was bei Ihrer Freundin wunderbar funktioniert, passt in Ihr Leben vielleicht gar nicht hinein. Sobald Sie zu akzeptieren beginnen, dass Haushalt und Familie nicht allein auf Ihren Schultern lasten dürfen, sondern die Aufgaben zwischen Ihnen und Ihrem Partner aufgeteilt werden sollten, sind Sie bereits einen mächtigen Schritt vorwärts gekommen.

    Mehr dazu lesen Sie im Buch von Sabine Fabach "Burn-out. Wenn Frauen über ihre Grenzen gehen." Orell-Füssli-Verlag. 2007.
    www.burnout-buch.at
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  • Kontakt:

    Magª. Sabine Fabach
    Psychotherapeutin, Supervisorin
    Reindorfgasse 29, 1150 Wien
    Tel u Fax: 01-89 58 440
    fabach@frauensache.at

    www.fabach.at
    www.burnout-buch.at
    www.frauensache.at

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