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Kunst und Gesundheit - "5 Elemente Energiebilder" von Eva Friederike Laspas. Infos hier.  
Aktuelle Ausstellungstipps und -rezensionen
  • Breiter Geschmack (- 10.02.08)
  • Wien - Paris (- 14.01.08) Mit "Der Virtuellen" ins Theater:
  • Amarone
  • Der Panther
  • Der Weltmeister
  • Der Diener zweier Herren
  • Einen Jux will er sich machen
  • Gehen - bleiben - Wiener Volkstheater Empfangsraum (Premiere 08. Okt. 07)
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    Aktuelle Ausstellungstipps und -rezensionen

    Breiter Geschmack

    Goldscheider, eine Weltmarke aus Wien

    Ausstellung vom 22. November 2007 bis 10. Februar 2008
    Karlsplatz, 1040 Wien

    Öffnungszeiten:
    Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
    Montag, 24. Dezember 2007: 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr
    Geschlossen: 25. Dezember 2007 und 1. Jänner 2008

    In einer großen, den Raum ausfüllenden Vitrine, zeigt das Wien Museum eine Sammlung der beliebten Figuren der Firma Goldscheider. Es ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Reise durch die Zeit und die Veränderung der Geschmacksrichtung.
    Im Jahre 1885 wurde die Firma Goldscheider gegründet. Sie erzielte weltweiten Erfolg mit den Biedermeier- und Rokoko-Figuren, den Tänzerinnen, den Wiener Typen, aber auch mit Lampen und Vasen. Ästhetische Figuren mit eleganten Bewegungen im Einfluss des Jugendstils wurden nach Pariser Vorbildern hergestellt. In Paris gab es eine eigene Bronzewerkstätte für die Erzeugung dieser ansprechenden Figuren.
    Die Figur "der gefangene Vogel" wurde in vielen Abwandlungen und in verschiedenen prächtigen Farben hergestellt. Sie ist eine der schönsten und vielfältigsten Ziergegenstände aus der Firma Goldscheider.
    Wir können die Zeit des Bubikopfs und der modernen selbstbewussten Frau mitverfolgen. Eine Dame sitzt lässig rittlings auf einem Sessel und ist mit einem Pyjama bekleidet. Für die damalige Zeit war dies etwas Außergewöhnliches. Graziöse Tänzerinnen, Golf spielende und Ski fahrende Damen kann man hier bewundern. Besonderen Bekanntheitsgrad errang der Scotch-Terrier, der in vielen Farben und Größen verkauft wurde. Er wurde auch vermenschlicht dargestellt und wir belächeln den Karten spielenden und Zeitung lesenden Hund. Er dürfte für die breite Bevölkerung leistbar gewesen sein. Für die großen Prachtfiguren, die auf Kaminen oder in Vitrinen platziert wurden, musste man schon einen halben Monatslohn aufbringen. Wir erkennen den "Herzensdieb" und das "Naschkätzchen" und können uns erinnern, dass wir bei den Eltern oder Großeltern einst eine dieser Stücke gesehen haben.
    Bei einigen der Exponate kann man den Einfluss der Hummelfiguren erkennen.
    Als die Firma 1938 arisiert wurde, übernahmen Lilly und Josef Schuster das Unternehmen. Sie stellten die Ware her, die von ihnen verlangt wurde. Wir fühlen auch den Trend dieser Zeit. Die Figuren wurden klobiger, die Weiblichkeit wurde züchtig dargestellt und es wurde Wert auf Gymnastik gelegt. Beim Anblick dieser Gestalten weht uns ein Hauch von Kälte entgegen.
    Nach dem Krieg wurde die Firma dem ursprünglichen Besitzer zurück gegeben. Der betagte Walter Goldscheider versuchte einen Neustart, scheiterte aber daran. Die Marke Goldscheider wurde an die deutsche Firma Carstens verkauft.
    In den fünfziger Jahren wurden Masken und Asiatika hergestellt, die dann wirklichen Kitsch darstellten.
    Heute besitzen die Goldscheider-Figuren Sammlerwert und werden zu hohen Preisen gekauft.
    Für alle Liebhaber von Dekorationsgegenständen ist die Ausstellung ein unbedingtes Muss.

    Hannelore Halper
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    Wien - Paris

    Van Gogh, Cézanne und Österreichs Moderne

    Ausstellung im Unteren Belvedere
    Unteres Belvedere, Orangerie

    Rennweg 6, 1030 Wien
    täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
    Mi von 10.00 bis 21.00 Uhr
    vom 2. Oktober 2007 bis 14. Jänner 2008

    Wir erleben in dieser Ausstellung einmal etwas ganz Spezielles. Der rege Kunstaustausch zwischen Wien und Paris von 1880 bis 1960 und die gegenseitige Beeinflussung der Künstler wird uns aus einem ganz außergewöhnlichen Blickwinkel präsentiert. Österreichische Maler und Bildhauer holten sich Impulse aus der Pariser Kunstszene, die hier eindrucksvoll verdeutlicht werden.
    Ein Text aus der Rezension einer früheren Klimt-Ausstellung lautete wie folgt:
    "Anfangs waren seine (Klimt) Landschaften "Stimmungslandschaften", später malte er unter Einfluss des Pointillismus, einem Stil mit leuchtenden Farbtupfern. Der Betrachter wird dabei stark an die französischen Impressionisten erinnert."
    Wir finden es faszinierend, dass es jetzt endlich eine Ausstellung gibt, die den Kunstliebhaber fordert und ihm ganz nahe bringt, wie verschiedene Stile übernommen wurden und welche Zusammenhänge bestehen. Wir bestaunen Werke von Cézanne, van Gogh, Seurat, Rodin, Gauguin, Picasso, Léger , deren Maltechniken mit Werken von Klimt, Kokoschka, Boeckl, Engelhart, Lassnig und vielen anderen namhaften Künstlern große Übereinstimmung aufweisen.

    Es ist beeindruckend wie sich zum Beispiel die Bilder von Henri Toulouse-Lautrec und Josef Anton Engelhart gleichen. Das gleiche Milieu, die Laszivität, die von den Bildern ausgeht, lässt die Beeinflussung sichtbar und spürbar werden. Mit Herbert Boeckls "Gelber Steinbruch bei St. Margareten" lässt sich leicht die Verbindung mit den Landschaftsbildern von Cézanne herstellen.
    Verblüffend sind die Ähnlichkeiten der Werke des Impressionismus, Pointillismus, Kubismus und des Surrealismus.
    Über 300 Werke werden in dieser Gegenüberstellung gezeigt. Auch weniger bekannte Namen finden sich in der Ausstellung, die man sich unbedingt merken muss.
    Um ganz in den Genuss dieser fulminanten Ausstellung zu kommen, ist es sehr empfehlenswert diese Vergleiche persönlich anzustellen. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis.

    Hannelore Halper
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    Mit "Der Virtuellen" ins Theater

    Amarone

    Gabriel Barylli
    Uraufführung
    Kammerspiele
    Premiere: 4. Oktober 2007

    Regie:
    Gabriel Barylli
    Bühnenbild
    Ulrich Schulz
    Kostüme
    Michel Mayer

    Manuel
    Michael Dangl
    Maurizio
    Bernd Jeschek
    Sibylle
    Ruth Brauer-Kvam
    Claudia
    Sona MacDonald
    Richard
    Andreas Steppan
    Maria
    Ulrike Beimpold
    Gabriel Barylli hat darin genügend Erfahrungen gesammelt, um darüber ein amüsantes Stück aus der Beziehungskiste zu schreiben.
    Es beginnt mit einigen nicht wirklich gelingen wollenden Selbstmordversuchen von Manuel. Er ist von der Liebe enttäuscht. Seine Ehe ging nach sieben Jahren in die Brüche und auch sonst hat er bei den Frauen nicht viel Glück.
    Ein Vorzeigeehepaar gibt es allerdings auch. Sona MacDonald und Bernd Jeschek spielen hervorragend dieses sympathische Paar.
    Sibylle, dargestellt von der quirligen Ruth Brauer-Kvam, die geschiedene Ex von Manuel, lebt mit Richard so recht und schlecht zusammen.
    Alle völlig durcheinander bringt Maria, gespielt von der schon oft bewährten Ulrike Beimpold. Sie verdreht den Männern den Kopf, spielt ihnen die Frau, die sich jeder Mann wünscht vor. Leider erprobt sie an ihnen nur ihr schauspielerisches Talent.
    Da bleibt noch die Frage offen: "Gibt es die Liebe denn überhaupt?"
    Michael Dangl brilliert in seiner Rolle als Romantiker.
    Ein Theaterstück, das zum Nachdenken anregt, die Ernsthaftigkeit der Situation widerspiegelt und trotzdem für Lacherfolge sorgt. Das Ensemble heimst wohlverdienten Applaus ein. Hingehen und ansehen!
    (Hannelore Halper)
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    Der Panther

    Uraufführung
    Felix Mitterer

    Kammerspiele

    Regie
    Wolf-Dietrich Sprenger
    Bühnenbild und Kostüme
    Achim Römer

    Der Mann ohne Namen
    Fritz Muliar
    Marion Liebherr
    Elfriede Ott
    Heinz, ihr Neffe
    Michael Dangl

    Premiere: 8. November 2007

    Ein von Felix Mitterer geschriebenes Theaterstück mit den bewährten Darstellern Elfriede Ott, Fritz Muliar und Michael Dangl kann nur ein Erfolg sein.
    Berührende Szenen, feiner Humor und die Überzeugungskraft der Schauspieler führen uns Wirklichkeitsnahes vor. Die Einsamkeit im Alter, die beginnende Demenz, die Angst davor ein Pflegefall zu werden und die Habgier der "Verwandten", werden treffend aufgezeigt.
    Die geistreichen Dialoge und der Überraschungseffekt am Ende hinterlassen einen tiefen Eindruck.
    Das Stück ist nicht so schockierend wie seinerzeit "Sibirien", aber es geht unter die Haut.
    Ein Abend, den man schon wegen der großartigen Schauspieler nicht versäumen darf.

    ...und das dazugehörige Gedicht mit dem sich der "Mann ohne Namen" Mühe gibt, es auswendig zu sagen (auch passend zum Thema Pflegestation).

    Der Panther
    Im Jardin des Plantes, Paris

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannte Stille -
    und hört im Herzen auf zu sein.

    Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

    Hannelore Halper,
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    Der Weltmeister

    Uraufführung im Wiener Volkstheater
    Ein Theaterstück zu Adolf Hitler
    Von Herbert Achternbusch

    Hitler - Andy Hallwaxx
    Luise - Susi Stach
    Oma - Johanna Mertinz
    Bierbichler - Christoph F. Krutzler
    Annamirl - Annette Isabella Holzmann
    Regie: Martin Oelbermann

    Adolf Hitler lebt. Er ist zu Besuch bei der Familie von Herbert Achternbusch im Bayrischen Wald.
    Mit diesem Werk wird aufgezeigt, dass Hitler's Gedankengut noch in manchen Köpfen als gefährliche Krebsgeschwür herumgeistert und es stimmt sehr bedenklich, dass ihm so viele verfallen konnten und ein neuerliches Aufflackern dieser Gefahr noch immer nicht gebannt ist.
    Die Angst vor dem Fremden und Bekannten ist nach wie vor vorhanden und kann jederzeit wieder in Aggressionen umschlagen.
    Der Mensch braucht einen Sündenbock! Um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken?
    Hitler wird teils als lächerliche Figur in einem skurrilen Kostüm dargestellt, andererseits hat man aber auch Angst vor ihm. Man weiß ja nie, wie eine Sache ausgeht....
    Hitler zieht gegen die Araber los und meint, er hätte das falsche Volk ausgelöscht.
    Unter dem Deckmantel der Religion wurden und werden noch immer Kriege geführt.
    Andy Hallwaxx gibt eine lächerliche, aber nicht minder gefährliche Hitlergestalt ab. Eine großartige schauspielerische Leistung.
    Susi Stach spielt gekonnt die totale Unterwürfigkeit während Hitler's Anwesenheit, um ihn aber dann hinterrücks zu verunglimpfen.
    Die Aufführung lebt von den ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen der Darsteller und der Aussagekraft des Werkes.
    Es ist vorgesehen, mit diesem Stück eine Theatertournee durch Österreich zu unternehmen.
    Unbedingt sehenswert! Regt zum Nachdenken und zur Diskussion an.

    Hannelore Halper
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    Der Diener zweier Herren

    Peter Turrini
    nach Carlo Goldoni
    Uraufführung

    Auf dem Spielplan des Theaters in der Josefstadt

    Regie
    Herbert Föttinger
    Bühnenbild und Kostüme
    Rolf Langenfass
    Musik
    Michael Rüggeberg

    Der alte Arlecchino, ein Überlebenskünstler
    Alexander Grill

    Der junge Arlecchino alias Radames Ruccola Colliusco, Diener
    Gregor Bloéb

    Pantalone alias Sansuga Sacchi, Transportunternehmer
    Heribert Sasse

    Clara Sacchi, seine Tochter
    Hilde Dalik

    Smeraldina, Bedienstete im Hause Sacchi
    Gerti Drassl

    Dottore alias Dr. Valentino Vendramin, Rechtsanwalt
    Toni Slama

    Silvio Vendramin, sein Sohn
    Manuel Witting

    Federigo Rasponi alias Beatrice Rasponi, Inhaber des Handelshauses Rasponi
    Maya Bothe

    Florindo Aretusi, engster Mitarbeiter von Federigo Rasponi
    Florian Teichtmeister

    Brighella, Wirt
    Erich Altenkopf

    Fiona, Magd bei Brighella
    Eva Mayer

    Karneval in Venedig. Eine Commedia dell'arte von Peter Turrini, ein ins 20. Jahrhundert verlegtes Maskenspiel.
    Den Mittelpunkt bildet der abgefeimte, hinterlistige und gewissenlose Sacchi, virtuos gespielt vom grandiosen Heribert Sasse. Er hat die Situation fest im Griff. Sie entgleitet ihm nur kurz durch die Anwesenheit des angeblich toten Geschäftspartners Rasponi. Dieser stellt an ihn hohe Geldforderungen und will seine Tochter ehelichen.
    Eine Dame spielt einen Herrn und ein Herr spielt eine Dame.
    Das Verwechslungsspiel ist perfekt. Der Spielball aller ist Arlecchino, der zwei Herren dienen muss und dafür als Lohn nicht einmal seinen Hunger gestillt bekommt.
    Die X-förmige Bühnentreppe verlangt den Darstellern atemberaubende Artistik ab.
    Man kann das schwindelerregende Tempo mit dem die Schauspieler die Treppe erstürmen, nur mit Staunen beobachten.
    Gregor Bloèb spielt den Arlecchino hinreißend traurig als ausgebeuteter Diener zweier Herrn, der als Diener für einen dritten Herrn noch dazu einen Mord auf sich nehmen soll. Man hat heftiges Mitleid mit dem einfachen Kerl und wünscht ihm eine hoffnungsvolle Zukunft mit Smeraldina. Sie ist die einzige humane Gestalt dieser verruchten Gesellschaft, die von Gerti Drassl sensationell dargestellt wird.
    Sie flüchten gemeinsam in eine ungewisse Zukunft.
    Das großartige Ensemble unter der Regie von Herbert Föttinger, erntet reichen Beifall an diesem berührenden und eindrucksvollen Theaterabend.

    (Hannelore Halper - "Die Virtuelle")
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    Einen Jux will er sich machen

    von Johann Nestroy

    Wiener Volkstheater
    Premiere am 9. November 2007

    Zangler, Kaufmann    Thomas Kamper
    Marie, dessen Nichte    Annette Isabella Holzmann
    Weinberl, Verkäufer    Andreas Vitasek
    Christoph, Lehrbub    Katharina Strasser
    Kraps, ehemaliger Bedienter bei Zangler    Thomas Bauer
    Minna, Haushälterin    Katharina Vötter
    Melchior, Bedienter    Erwin Ebenbauer
    August Sonders, Liebhaber von Marie    Christoph F. Krutzler
    Täuschler, Schneidermeister    Wolf Dähne
    Gramml, Hausmeister bei Knorr    Peter Vilnai
    Anna Knorr, Besitzerin eines Mieder-Warengeschäftes    Inge Altenburger
    Frau Fischer, Witwe    Gabriele Schuchter
    u.v.a
    Regie: Michael Schottenberg
    Bühne: Hans Kudlich
    Kostüme: Erika Navas
    Fassung für das Volkstheaer von Michael Schottenberg
    Couplets von Andreas Vitasek

    Die Handlung besteht aus einer Folge von Verwechslungen, Irrtümern und Verkleidungen.
    Weinberl will einmal das Glück haben "ein verfluchter Kerl zu sein".
    Er geht mit Christoph, dem Lehrbuben in die Stadt. In flottem Tempo folgt eine Verwechslung nach der anderen, die Situation läuft witzig und turbulent ab. Andreas Vitasek lebt mit Genuss seine Rolle aus.
    Er ist ein fantastischer Nestroy-Darsteller. Die Couplets sind verjazzt und passen genau in die heutige Zeit. Das Publikum erfreut sich an dem Vortrag und den dazugehörigen Slapsticks. Christoph, der Lehrbub, gespielt von Katharina Strasser steht dem Hauptdarsteller um nichts nach.
    Das ganze bewährte Ensemble des Volkstheaters bringt sich wunderbar in das Geschehen ein. Die Charaktere sind bunt angelegt, die Sprache brillant und unter der Bearbeitung von Direktor und Regisseur Schottenberg dezent entstaubt.
    Einer der am besten gespielten "Juxe" seit Jahrzehnten.

    Das Stück steht auf dem Spielplan und Sie haben noch längere Zeit Gelegenheit, sich auf diesen genussvollen Abend einzulassen.

    Hannelore Halper
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    Gehen - bleiben

    Aus den Tagebüchern von Victor Klemperer
    Bühnenfassung von Katrin Kazubko

    Erstmalig in Österreich
    Im Wiener Volkstheater - Empfangsraum


    Premiere: 8. Oktober 2007

    Der Schauspieler Gerd Rigauer präsentierte die Textfassung der Tagebücher von Klemperer ganz vorbildlich. Er verlieh der Gestalt Klemperers neues Leben und wir empfanden es so, als erzählte uns der Professor seinen Lebenslauf mit allen Emotionen höchst persönlich.
    Klemperer war 1881 als letztes Kind einer Rabbinerfamilie geboren. Er studierte Philosophie und Philologie. 1906 heiratete er die Kunstpianistin und Malerin Eva Schlemmer. Er lebte als freier Publizist in Berlin und wurde 1920 als Professor für Romanistik nach Dresden berufen. Er wurde auf Grund der nationalsozialistischen Gesetze entlassen. Sein Übertritt zur evangelischen Kirche wurde nicht anerkannt und er hatte sich den unmenschlichen Gesetzen zu beugen. Als den Juden jeder Zugang zu den Bibliotheken und das Abonnement von Zeitschriften verboten wurde, musste er seine wissenschaftliche Arbeit endgültig einstellen.
    Er widmete sich daraufhin mit aller Intensität seiner Tagebücher. Diese Notizen ließ er durch seine Frau bei Freunden verstecken.
    Das Ehepaar wurde aus seinem Haus bei Dresden vertrieben. Sie mussten in Judenhäuser ziehen, lebten in ständiger Angst und ohne finanzielle Mittel. Den Luftangriff auf Dresden überlebten sie unverletzt und entkamen so der Deportation.
    Nach einer Flucht über Sachsen und Bayern kehrten sie 1945 in ihr Haus bei Dresden zurück.
    Gehen oder Bleiben? Diese Frage stellte sich Klemperer immer wieder. Für ihn gab es aber nur eine Antwort, nämlich "Bleiben".
    Anstatt in die BRD zu gehen, trat er der KPD in der DDR bei. Lieber blieb er bei den "Roten" als mit den "alten Braunen" den Rest seines Lebens zu verbringen. Klemperer war an den Universitäten Greifswald, Halle und Berlin tätig.
    1951 starb seine Frau. "Du bist mir immer gegangen voran, o Herz, bei Tag und Nacht", lautet die Inschrift auf ihrem Grabstein.
    Klemperer musste sich nun auch privat orientieren und ein neues Leben aufbauen. Er heiratete eine ehemalige Studentin, namens Hadwig, die altersmäßig seine Enkeltochter hätte sein können. Viele Preise und Auszeichnungen warteten noch auf ihn, obwohl er die Hoffnung auf eine gerechtere Welt im Osten aufgegeben hatte. Nach einer China-Reise wurde er zum endgültigen Antikommunisten.
    Klemperer starb 1959 in den Armen seiner weiten Frau in Dresden.
    Frau Hadwig ließ seine Tagebücher veröffentlichen. Sein Werk wird posthum mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Die Veranstaltung im Empfangsraum des Volkstheaters war spannend, interessant und berührend.
    Sie war sozusagen ein "verstecktes Kleinod".

    Hannelore Halper
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