 Quelle: Eva Laspas |
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von Eva Laspas
Wenn sich die Horrormeldungen über Tierhaltung und diverse Vergiftungen durch Fleischgenuss wieder einmal mehren, vergeht vielen von uns der Appetit auf Fleisch. Kein Wunder, wenn sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, auf Fleisch zu verzichten.
Die ist die eine Seite der Medaille, doch maß voller Fleischgenuss bringt unserem Körper auch wichtige Energie - chinesische gesehen, Yang-Energie. Yang-Energie gibt uns Wärme und Kraft, sie ist ein Teil unserer Lebensenergie.
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 Eva Laspas, TCM-Ernährungsberaterin |
Ich persönlich bin weder für noch gegen Fleisch, sehe Fleisch wie alle anderen Lebensmittel auch:
als Heilmittel von Mutter Natur
Wenn wir Lebensmittel als Heilmittel ansehen, Mittel, die es unserem Körper erlauben, gesund zu bleiben und die Gesundheit zu erhalten, dann wird auch schon klar, was Paracelsus gemeint hat mit:
Die Dosis macht das Gift.
Egal was wir essen, wenn wir zuviel davon bekommen, macht es uns krank. Ich kann mich noch erinnern, vor ca. 25 Jahren, also ich gerade in die Drogistenlehre ging, war ein Fall in den Nachrichten, wo sich eine Frau mit Karottensaft trinken umgebracht hat. Sie wollte braun sein und trank täglich 3 l Karottensaft. Durch die übermäßige Aufnahme von Vitamin A (ist fettlöslich, Überschüssen können daher nicht ausgeschwemmt werden; man bedenke, welche Mengen an Karotten für 3l notwendig sind!!) starb sie an Leberzirrhose.
So gehen sehr viele Menschen (leider) auch mit dem Verzehr von Fleisch um. Statt es als Heilmittel wohldosiert einzusetzen, wird die Güte der Mahlzeit daran gemessen, ob "das Schnitzl" über den Tellerrand schaut und möglichst wenig Beilage zu sehen ist. Vor 20 Jahren, als BIO und Körnerkost gerade Einzug hielt, hörte ich bei unendlich vielen Ernährungeberatungen, die ich damals noch in der Drogerie "Umstellung auf Vollwertkost" hielt, den mit Stolz vorgebrachten Satz, noch nie im Leben Salat gegessen zu haben.
Ein Mittelmaß ist bei allem gut. Und maßvoller Umgang mit allen Ressourcen unserer Mutter Natur - und damit auch im Verzehr von Fleisch - ist für alle ein Gewinn. Für unsere Gesundheit, für die Leben der Tiere und letztendlich auch für Mutter Erde selber.
Fleisch war lange Zeit ein mehr oder wenig fester Bestandteil der menschlichen Ernährung. Aus dieser Zeit sind unserem Gebiss auch die Eckzähne geblieben, die gemeinsam mit den flachen Mahlzähnen, eindeutig auf einen "Mischköstler" hinweisen.
Doch die Art und Weise, wie wir damals zu unserem Fleisch kamen, hat sich (sehr zu ungunsten für Tier und Mensch) stark geändert. Wer kennt heutzutage noch die Gebete und Riten, bei denen man sich bei dem erlegten Wild bedankt hat, weil man mit dem Fleisch seine Familie, seine Babys und Kinder vor dem Erfrierungs- oder Hungertod retten konnte?
Das im Winter kalte Klima unserer Region konnte nur überlebt werden, wenn man hie und da Fleisch zwischen die Zähne bekam. Je höher wir in den Norden kommen, desto kälter das Klima, desto wichtiger ist der Einsatz von Fleisch zur Gewinnung von Yang-Energie (Wärme und Kraft).
Wenn ein Eskimo, der nahezu ausschließlich von Fisch und Fleisch lebt, auf Vegetarier umsteigen würde, würde er nicht lange leben. Yangenergie zu tanken, wenn es kalt ist, ist besonders wichtig.
Je weiter wir in den Süden kommen, desto leichter fällt es den Menschen, fleischlos zu essen, hier übernimmt die Sonne das Yang zu ergänzen.
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Je kälter es ist, desto weniger "Grün" gibt es zu speisen. Und wenn wir mit einem Auge bei Mutter Natur bleiben, dann erkennen wir, dass es im Winter sehr wenig an "Grünnahrung" gibt. Natürlich ist es für uns Menschen aus dem 21. Jahrhundert sehr einfach, im Supermarkt alles zu bekommen, was wir möchten, doch ob das nach wochenlangen Reisen und diversen chemischen Behandlungen noch besonders gesund ist, ist die Frage.
Die TCM-Ernährung plädiert auch dafür, sich nach Region und Jahreszeit zu ernähren. Kirschen im Sommer, Karotten im Winter. Daher kann der Fleischanteil in der Nahrung im Winter auch steigen. Besonders Menschen, denen häufig kalt ist, können als rasche Kraftnahrung zu Suppen oder Eintöpfen mit Fleischanteil greifen. Ihnen wird ungleich rascher wieder warm.
Achten Sie aber auf BIO oder suchen Sie sich die Quelle gut aus, wo Sie Ihr Fleisch beziehen. Vereinzelt gibt es noch Menschen, die ihre Tiere glücklich aufziehen und leben lassen, ehe sie kurz und schmerzlos und unter Umständen, die so kurz wie möglich Angst erzeugen, geschlachtet werden.
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Möchten Sie also auf "fleischlose" Kost umsteigen oder essen Sie schon länger fleischlos? Dann achten Sie darauf, dass Sie das fehlende Yang mit warmen Lebensmitteln, gekochten Speisen und warmen Gewürzen ausreichend ergänzen.
Wenn Sie nicht so strikt vegan leben möchten, dann empfehle ich Ihnen, Kraftbrühen mit Fleisch im Winter, wenn es besonders kalt ist, wenn Sie schwanger werden möchten oder schon schwanger sind, bzw. nach der Geburt und in der Stillzeit.
"Wärmespender" sind unter anderem:
Anis, Basilikum, Bohnekraut, Chili, Curcuma, Curry, Dill, Maroni, Estragon, Fenchel, Frühlingszwiebel, Ingwer, Kardamon, Lauch, Leinsamen, Lorbeer, Meerrettich, Muskatnuss, Nelken, Paprika, Pefferoni, Petersilienblätter, Pfeffer, Rapsöl, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, Senf, Thymian, Vanille, Wacholderbeeren, Walnüsse, Zimt, Zwiebel... lange kochen, braten, anrösten, grillen...
Achten Sie darauf, besonders in der kalten Jahreszeit auf "auskühlende und kalte" Lebensmittel zu verzichten. Z.B. Yoghurt, Südfrüchte, Salate…
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Ein Blick in die Religionen der Erde zeigt uns auch einen sinnvollen Gebrauch mit Fleisch.
Religionen haben auch schon immer Lebens-Regeln erstellt, die dem Klima entsprechend den Menschen Richtlinien für ein langes Leben geboten haben.
Indien, das Ursprungsland vieler Religionen wie z.B. Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sikhismus, ist ein Land mit eher heißem Klima, nur in den nördlichen Regionen bekommt es im Winter 10 bis 15 Grad, was unserem Temperaturen gegenüber immer noch "warm" ist.
All diese Religionen vermeiden weitgehend Fleisch. Das ist bei Temperaturen von im Sommer 40 - 50 Grad nicht nur für den Organismus ohne weiteres erträglich, es half auch, die Menschen vor Infektionen (z.B. durch verdorbenes Fleisch) zu schützen.
Yogis lehnen Fleischgenuss auch strikt ab - doch ist ihr körperliches Betätigungsfeld weitaus geringer als das unsereins, z.B. Müttern mit 3fach Belastung oder ManagerInnen... Wer wenig körperliche Arbeit leitet (die Yang ist), verträgt auch reduzierten Fleischgenuss.
Westliche Religionen (in kühleren Klimata angesiedelt) begrenzen Fleischverbot auf Zeiträume, z.B. zwischen Fasching und Ostern. Das ist dann auch schon genug der stark Yang-reduzierten Kost.
Aus meinen Beobachtungen habe ich auch folgendes festgestellt:
Menschen, die meditieren, bemerken, dass sie schwerer "hinkommen", wenn sie Fleisch gegessen haben. Fleisch erdet uns, Yang erdet uns. Wer bemerkt, dass er im Alltag ein bisschen den "Boden" unter den Füßen verliert, der kann mit etwas Fleisch wieder Anschluss bekommen.
Viele Menschen, die mit Energien arbeiten, essen kein Fleisch mehr, da sie das Gefühl haben, dann die Energie weniger gut zu fühlen. Sie fühlen sich dann schwerer, die "Leichtigkeit" im Kopf fehlt. Doch wenn das Leben beginnt schwierig zu werden, wenn "erdige" Dinge wie Geldangelegenheiten (z.B.) nicht mehr richtig fließen, weil zu viel "geschwebt" wurde, dann ist es Zeit, sich wieder einmal zu erden und aufzuräumen.
Osho schreibt in einem seiner Bücher über das Fasten, dass spirituelle Menschen glauben, durch das Fasten näher bei Gott zu sein, doch das Gefühl das sie durch das Fasten bekämen, wäre nicht die Gottesnähe, sondern die Nähe des Komas. Ähnlich könnte man den losgelösten, wurzellosen Zustand bezeichnen.
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Ich empfehle Fleisch vom Bio-Bauern, bzw. von einem Bauern, der "weiß, was er tut". Feinfühlige Menschen können nicht nur fühlen, wie das Tier gestorben ist (dann kauft man es erst gar nicht). Ich wage es zu behaupten, dass JEDER von uns, wenn er eine Zeit lang nur Fleisch isst, das von glücklich gestorbenen Tieren kommt, es SCHMECKEN kann, wie das Tier gestorben ist, falls er einmal anderes vorgesetzt bekommt. (Leider sind die Quellen nicht immer die, die auf der Packung stehen.)
Waschen Sie das Fleisch vor der Zubereitung unter fließendem Wasser, spüren Sie die Kraft und gedenken Sie kurz dem Tier, bedanken Sie sich für die Nahrung, die Sie bekommen. Seien Sie sich bewusst, dass Sie ein Kaiserlebensmittel vor sich haben.
Bereiten Sie das Fleisch dann zu. Ideal ist es bei Suppen, etc. das Fleisch einmal aufkochen zu lassen. Da bildet sich manchmal ein grauschmutziger Schaum, je mehr Bio "drinnen" ist, desto weniger Schaum... (Qualitätskontrolle!). Leeren Sie alles in ein Sieb, waschen Sie das Fleisch unter fließendem Wasser gründlich zwischen Ihren Händen ab. Nehmen Sie es frischem Wasser in einem frischen Topf und bereiten Sie es wie gewünscht zu.
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