 Bildquelle Eva Laspas |
Bedürfnisse ERNST nehmen
Wut entsteht, wenn sich Energie staut
Kein Platz für unsere Kinder
Aktivität statt Liebe?
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Von Eva Laspas
Ich falle gleich einmal mit der Tür ins Haus:
Aufmerksame Beobachter unter uns, haben es schon oft beobachtet:
Wir haben es verlernt, intuitiv die Bedürfnisse unserer Kinder zu verstehen. Und wir haben viel zu wenig Zeit, uns zu bemühen, sie zu verstehen!
Gleich vorweg: Wenn ich das Bedürfnis meines Kindes verstehe, dann bedeutet das nicht, dass ich ihm alles gebe und ermögliche, was es möchte. Dazu reicht sein Verständnis der Welt und seine Erfahrung nicht aus. Kinder brauchen sehr wohl Grenzen.
Doch wenn ich grundsätzlich verstehe, was es möchte, wenn ich diese Bereitschaft immer habe und gegebenenfalls andere Lösungen vorschlage, dann ist jedes Kind zu Kompromissen bereit. Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind spürt, dass es ERNST genommen wird. Seine Bedürfnisse für Körper, Geist und Seele müssen ernst genommen werden. (Achten wir auf den Blickkontakt mit unseren Kindern!!! Beobachten Sie einmal, wie wenig intensiven Blickkontakt manche Eltern mit ihren Kindern haben...)
Das fängt schon bei (oder gar vor) der Geburt an - das Bedürfnis des Kindes wird in den seltensten Fällen berücksichtigt. Da wird mit dem Ultraschallgerät so lange gesucht und beim Kopf herumgewerkelt, bis man die Maße endlich hat. Auch wenn das Kleine immer wieder ausweicht, eine wirkliche Chance hat es nicht, dem zu entkommen. Bei der Geburt wird auch gedrückt und geschoben, getastet und gemessen - keiner denkt sich dabei etwas.
Als meine letztes Kind endlich auf meinem Bauch lag, wollte ich es zudecken mit einer Decke, weil ich spürte, dass ihm kalt war. Ich konnte es am eigenen Leib spüren, das ihr kalt war. Ich umschlang das Kleine mit meinen Armen und verlangte eine Decke. "Ach, der ist nicht kalt.", so die unsensible Antwort der Hebamme... Die Decke setzte ich natürlich durch, wie ich auch so viele viele andere Dinge ablehnte, die einem aufgezwungen werden möchten, zu unserem "Besten".
Die Bedürfnisse meines Kindes wahrzunehmen, setzt allerdings voraus, dass ich meine eigenen Bedürfnisse wahrnehme und (zumindest versuche) ihnen zu entsprechen. Das wiederum setzt voraus, dass entweder meine Bedürfnisse als Baby/Kind erkannt und akzeptiert wurden oder ich darüber reflektiert habe und Glaubensätze aufgelöst habe.
(Wenn man erfährt, dass die eigenen Bedürfnisse nichts gelten, dann entstehen seht viel Glaubenssätze, die das ganze Leben beeinflussen und beschneiden!)
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Wenn Seelen hier in einem Körper ankommen, dann sind sie ungeübt im Umgang mit diesem Körper und völlig unerfahren, was unsere Kultur betrifft. Meine Aufgabe sehe ich darin, den Seelen den Umgang ihren Körper zu erfahren zu erleichtern und in unsere Kultur wertfrei einzuführen.
Das bedeutet, das ich Bedürfnisse erst nehme, wenn ich sie nicht gleich erkennen kann, dann bemühe ich mich, sie zu erkennen. Das hat einmal bei meinem ersten Kind dazu geführt, dass wir eine halbe Stunde miteinander versuchten einander zu verstehen... Er wollte etwas, ich verstand nicht, was. Doch ich bemühte mich und zeigte, deutete und schlug vor, was scheinbar erreichbar war. Er hat immer nur den Kopf geschüttelt und weiter versucht, das gewünschte zu deuten. (Er war damals ca. 1,5 Jahre)
Dabei waren wir beide ernsthaft bei der Sache, und er wurde nicht müde oder quenglig oder ungeduldig, mir zu deuten, was er wollte, bis ich es herausgefunden hatte. DAS ist es, was ich meine. Wir brauchen Zeit, unsere Kleinsten zu verstehen. Und Zeit ist etwas, was wir als Mangelware ansehen, dabei ist sie im Umgang mit Kindern einfach völlig zu betrachten. Kinder leben außerhalb der Zeit, sie leben in der einzigen Zeit, die es wirklich gibt - im JETZT. Gesegnet sind sie und wir, wenn wir durch sie lernen JETZT zu leben!
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Und damit spanne ich gleich den Bogen weiter zu den hyperaktiven, wütenden, tobenden Kinder. Wenn Energie ständig unterdrückt wird, dann staut sie sich - in der Leber, das kennen wir auch hier zu Lande, dazu brauchen wir nicht in die chinesische Medizin zu schauen.
Doch ein Blick dorthin lässt uns die Situation, in der sich unsere Kinder befinden, klarer sehen:
Da Kinder im JETZT leben, setzten sie immer ihre ganze Energie ein, um etwas zu haben oder zu tun. (Was übrigens auch die einzige Möglichkeit ist, Dinge zu manifestieren oder sie sich beim Universum zu bestellen...)
Und Kinder haben viel Energie. Wenn sie nun ihre Energie sammeln, um ein Ziel zu erreichen, dann bündeln sie ihre Energie, fokussieren sie auf den Gegenstand oder die Tätigkeit ihres Bedürfnisses und dann lassen sie los. Starten die Aktion, laufen los, erklimmen einen Stuhl...
Setzen wir hier einen Stopp, erkennen wir nicht das Bedürfnis und behindern wir den natürlichen Fluss der Energie, dann muss die ganze Energie irgendwohin - solange sie noch klein genug sind, wird die Energie in schreien, weinen oder toben umgelenkt, doch mit der Zeit lernen die Kinder, dass sie mit diesem Verhalten gegen einen kulturellen Kodex verstoßen (Wenn du so bist, dann mag ich dich nicht) und versuchen die Energie der Wut in sich zu behalten - zu schlucken. Das führt langfristig zu einem Stau in der Leberenergie. Und diese ist unter anderem auch zuständig für die Motorik...
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Kinder haben in unserer Kultur nahezu keinen Platz mehr. Babys und Kleinkinder noch eher, denn die sind "so süß", doch mit zunehmendem Alter und zunehmenden Bedürfnissen, schwindet die Akzeptanz der Gesellschaft. Möglichst nicht auffallen sollen sie, möglichst irgendwo untergebracht sein, am besten ruhig gestellt. von früh bis spät vor dem Fernseher, im Kindergarten oder Schule und dicht gedrängtem Nachmittagsprogramm.
Kleinkinderspielplätze gibt es noch genügend, doch was machen die Kids ab 8 Jahren? Wo sind die Bäume auf die sie klettern möchten und Häuser darauf zu bauen? Wo sind die Bäche, um Staudämme zu bauen? Wo die Gebüsche, um sich zu verstecken, die Wiesen, um zu laufen, die Rodelhügel, um rascher zu sein, als alle anderen?
Gibt es für 8 jährige noch Klettergerüste, so dünnen die Angebote immer mehr aus. Jetzt wird "Freizeitä'ktschen" konsumiert. Nach der Schule jeden Tag ein oder zwei Kurse. Stress über Stress für die Kleinen, wer fragt da noch nach ihren Bedürfnissen? Und vor allem - spüren sie diese überhaupt noch? Oder haben sie schon gelernt, das zu bejahen, was ihnen vorgesetzt wird, aus Angst die Liebe zu verlieren. TV, PC, Gameboy - alles Ablenkungen, um die eigenen Bedürfnisse nicht spüren zu müssen. Konsumrausch, eine Ablenkung, die Leere in uns nicht zu spüren. Und dabei immer die Pharmaindustrie, die aus allem Profit zieht. Und wenn es keine Krankheit gibt, dann erfinden wir eine.
Ganz aus ist es dann für Jugendliche. Die haben möglichst überhaupt nicht mehr irgendwo zu erscheinen, sollen aber bitte dann mit Anfang 20 plötzlich zum funktionierenden Mitglieder der Gesellschaft werden und gefälligst Steuern bezahlen. Das das alles nicht funktioniert, alles von Grund auf falsch läuft, zeigen die ansteigenden Zahlen der Komatrinker, Süchtigen oder eben "neuen Kinder".
Innerhalb der letzten 30 Jahre gab es besonders im den Städten massive Einschränkungen für Kinder, was das Bewegungsangebot betrifft. Immer mehr Häuser killen die Natur mit Bäumen, Wiesen, Bächen. Vor 30 Jahren spielten wir Kinder den ganzen Tag im Freien, fanden von früh bis spät Beschäftigungen, kamen gerade mal zum Essen und Trinken nach Hause. Wo bitte schön können die Kinder heute einen ganzen Tag so intensiv in der Natur spielen?
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In der heutigen Zeit wird so viel auf Aktivität gesetzt und Kuscheln oder Rumtoben mit den Kindern so wenig Raum gegeben. Für mich war das Zusammensein mit meinen Kindern immer wichtig, Kuscheleinheiten, streicheln, umarmen, die Nächte im selben Bett schlafen, solange sie das Bedürfnis danach hatten...
Schauen Sie sich einmal einen Film oder Werbesendungen bewusst an, in dem Kinder vorkommen. Da gibt es kaum Körperkontakt zwischen Eltern und Kindern - und wie oft hält die Mutter die Wange hin und fordert "einen Kuss". Also, wenn die Zärtlichkeiten nicht von mir ausgehen, wie soll sie dann ein Baby lernen? Von selber kommt es sicher nicht drauf. Das ist sehr berührend, wenn der 8 Monate alte Zwerg dann deinen Kopf zwischen seine Händchen nimmt und dir einen nassen Kuss auf die Nase drückt...
Denken wir um, drehen wir das oberste zuunterst, stellen wir alles auf den Kopf - JETZT ist die Zeit, Dinge zum Positiven zu verändern. Schaffen wir Raum, wo wir unsere Bedürfnisse erfahren lernen, Raum, sie zu leben und Raum, die Bedürfnisse anderer zu akzeptieren. Mit einem Wort - lieben wir uns selbst und andere.
Im Grunde genommen sind unsere Kinder nur unsere Spiegel... Schauen wir hinein und nutzen, die Möglichkeit, zur Weiterentwicklung!
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Die neuen Kinder
Herausgeberin Greta Hessel
AG Müller Urania Verlag
ISBN 978-3-908652-17-5
€ 19,50
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Ein wirklich wunderbares Buch ist dieses von der Herausgeberin Greta Hessel. Sie hat viele Themen über das Leben mit hyperaktiven, hochbegabten und Indigo-Kindern zusammengefasst. Dabei haben Therapeuten, Ärzte und Pädagogen wertvolle Beiträge geleistet.
Sie kam dabei zu dem Ergebnis, dass Hyperaktivität keine Krankheit ist, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Unterforderung, falsche Ernährung, falsche Erziehung, Umweltbelastungen, erbliche Veranlagung, Stoffwechselstörungen (die u.U. auch aus der falschen Ernährung resultieren) und Mangel an emotionaler Nähe, Liebe und Zuwendung.
Darüber hinaus zeigt die Autorin und Herausgeberin, wie man seinem hyperaktiven, hochbegabten oder Indigo-Kind und vor allem auch sich selbst praktisch helfen kann.
Indigo-Kinder
Und die neue Zeit ab 2012
v. P.M.H. Atwter
Lüchow Verlag
ISBN 978-3-363-03117-1
€ 18,95
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In diesem Buch zeigt uns die Autorin , welche besonderen Talente - und daher auch Probleme - Indigo-Kinder haben und beschreibt den allmählichen Prozess der Transformation, den wir alle beschreiten werden. Wir brauchen die Indigos, aber die Indigo-Kinder brauchen auch uns: unser Verständnis und unsere Liebe.
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