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Nagoya (- 04.05.08)
Late Sixties (- 11.05.08)
Albin Egger-Lienz (- 29.05.08)
Giuseppe Arcimboldo (- 01.06.08)
Geschichten aus dem Wiener Wald
Bildung für Rita
Arsen und Spitzenhäubchen
Wie es so läuft
Nächstes Jahr - gleiche Zeit
Denkraum Donaustadt Jän.-Juni
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Das Werden der japanischen Großstadt
Ausstellung vom 7. Februar bis 4. Mai 2008
Wien Museum
Karlsplatz, 1040 Wien
Öffnungszeiten:
Di - So und Feiertag: 9.00 - 18.00 Uhr
1. Mai 2008 geschlossen
Das Stadtmuseum von Nagoya und das Wien Museum stehen in enger Zusammenarbeit. Es ist dies bereits die vierte Ausstellung zwischen den beiden Städten.
Schon bei der Wiener Weltausstellung 1873 war ein großer goldener "Shachi", das Wahrzeichen von Nagoya zu sehen. Es handelt sich dabei um ein fischähnliches Fabeltier, das sogar auf allen Kanaldeckeln der Stadt zu finden ist.
Vor 400 Jahren wurde Nagoya gegründet. Sie war eine Burg- und Residenzstadt, in der Tausende Samurais lebten.
Die Stadt bestand bis auf die Burg ausschließlich aus Holzgebäuden. Sogar der Bahnhof war noch aus Holz als die Stadt bereits 2 Mio Einwohner zählte. Die einstigen kilometerlangen Sandstrände mussten schon längst Hochhäusern und Schnellstraßen weichen.
Die Hymne von Nagoya besagt, das die Stadt bei Tag und Nacht unaufhörlich wächst. Sie ist die viertgrößte Stadt Japans.
Die Ausstellung zeigt wunderschöne Wandschirme mit zarter Seidenmalerei, viele endlos lange Rollbilder, kunstvolle Holzschnitte und eine prächtige Samurai-Rüstung.
Wir bewundern kunstvoll gestaltete Kimonos und die 1000-Kreuze-Binde, die Frauen für die Krieger anfertigen, um ihnen Glück zu bringen. Die Stadt lebte auch von der Herstellung von Schwertern und der Produktion von Miso. Es gibt Holzschuhe und Tabi-Socken, bei denen die Ausnehmung für die große Zehe gesondert angebracht ist. Die Stadt ist das Mekka des "Pachinko", eines Glücks- und Geschicklichkeitsspiels. Diese Pachinko-Automaten bilden ebenfalls einen Teil der Ausstellung.
Die Keramik-Firma Noritake erzeugte dekorative Vasen, Porzellan im Art deco-Stil und modernes Tafelgeschirr.
Wie auch in Wien, nahm die erste Straßenbahn in Nagoya im Jahre 1898 ihren Betrieb auf.
Besonderen Bekanntheitsgrad erlangte die Stadt durch die Toyota-Werke. Anfangs erzeugte man Webstühle und später wurde mit der Produktion der Autos begonnen. Ein Model des Toyota Sedan aus dem Jahre 1936 ist zu sehen. In der Eingangshalle steht ein Toyota Corolla zur Ansicht.
Aus der Nähmaschinenfabrik "Brother", die anfangs Nähmaschinen zur Herstellung von Strohhüten erzeugte und später die Marke "Singer" vom Nähmaschinenmarkt verdrängte, wurde der heutige Elektronikriese.
In Japan ist Nagoya die Musterstadt für die Mülltrennung. Abfall wird penibel sortiert.
Wir sehen Aufnahmen von den Zerstörungen nach dem Krieg und von der bitteren Armut. Aber Nagoya erholte sich und wächst kontinuierlich weiter.
Eine sehr interessante Ausstellung über die Geschichte vom Wachsen einer japanischen Großstadt mit 8 Mio Einwohnern - bis jetzt.......
Hannelore Halper
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Fotografien von Christian Skrein
Ausstellung vom 28. Februar bis 11. Mai 2008
Wien Museum
Karlsplatz, 1040 Wien
Öffnungszeiten:
Di - So und Feiertag: 9.00 - 18.00 Uhr
1. Mai geschlossen
Die Ausstellung im Wien Museum zeigt die wilden Sechzigerjahre. Christian Skrein war schon mit 17 Jahren Pressefotograf. Seine Bilder konnte man im "Stern", "Quick" und "Vogue" sehen. Er arbeitete für den "Kurier" und den "Express". Damals war die große Zeit des "Blow up", nach dem gleichnamigen Film.
Die Fotos zeigen keine berühmten Politiker. Wir sehen Berühmtheiten des Films. Besonders hervorzuheben sind die Fotos der Beatles in Obertauern bei den Filmaufnahmen von "Help". Seltene Motive sind auch Jochen Rindt auf Skiern und Catharine Deneuve sich räkelnd im Bett. Skrein schoss Fotos von Schönheitsköniginnen, Mannequins und Künstlern wie Arnulf Rainer oder Ludwig Attersee. Die Bilder waren für diese Zeit eine Provokation und ein Zeichen des Aufbruchs. Es war eine Auseinandersetzung mit neuen Lifestyle.
Die Fotos sind aus ungewöhnlichen Perspektiven aufgenommen und vermitteln auf diese Weise grandios das seinerzeitige Lebensgefühl.
Der Künstler, Christian Skrein, sprach bei der Ausstellung persönlich über manche Ereignisse. Er porträtierte sich mit der Miss Austria im Styropor-Swimmingpool und erzählte, dass einige Berühmtheiten damals auch gerne in den Styropor-Kugeln "geschwommen" sind.
Interessant ist eine Aufnahme, bei der Skrein ein Mannequin in einen Gartenschlauch eingewickelt hat, an dessen Ende ein Tropfen mit dem Namen "Skrein" hängt. Dieses Foto ist mit "Schlauchdirndl" betitelt. Auch die Geburtsstunde des Minirocks wurde festgehalten. Twiggy war damals das bekannteste Modell.
Skreins Fotos erschienen weltweit. Sie sind Ausdruck der Kunst der Sixties, die der Nachwelt erhalten bleiben müssen.
Eine sehr aufschlussreiche Zeitgeschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Hannelore Halper
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(1526 - 1593)
Ausstellung vom 12. Februar bis 1. Juni 2008
Kunsthistorisches Museum Wien
Öffnungszeiten:
Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
Do 10.00 - 21.00 Uhr
Der im Jahre 1528 in Mailand geborene Künstler schuf in seinen Jugendjahren hauptsächlich religiöse Werke.
1562 wurde er nach Wien berufen. Er diente Kaiser Maximilian II und dessen Sohn, Kaiser Rudolf, als Hofmaler und Arrangeur großer Feste.
Seine Berühmtheit erlangte Arcimboldo durch die zusammengesetzten Köpfe.
Bei der Betrachtung seiner Gemälde wechseln unsere Gefühle zwischen Neugier, Bewunderung und gelegentlicher Ablehnung.
Die höfischen Porträts vermitteln den Eindruck von Steifheit. Umso lebendiger wirken seine anderen Gemälde. Man bewundert das Bildnis des Bibliothekars, dessen Haupt nur aus Büchern zusammengesetzt ist. Beim Anblick des Bildes vom Anwalt überfällt uns Befremden und leichter Ekel, da dieses Gesicht nur aus Reptilien besteht. Alle Gemälde wirken ungemein geheimnisvoll. Interessant sind die Köpfe aus Blumen, Gemüse und Hölzern. Alle Darstellungen der Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde sowie auch die Jahreszeiten sind aus Pflanzen zusammengestellt.
Verblüffend wirkt das "Umkehrbild". Ein Gemälde zeigt einen Korb mit Obst und daneben, das gleiche Bild umgedreht, wird zu einem Gesicht.
Die Ausstellung besteht aus Beständen des Kunsthistorischen Museums und aus Leihgaben anderer Museen und privaten Sammlern.
Eine ungewöhnliche sehenswerte Schau im Kunsthistorischen Museum.
Man sollte unbedingt die Gelegenheit nützen und sich diesem Genuss hingeben!
Hannelore Halper
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(1868 - 1926)
Ausstellung vom 15. Februar bis 29. Mai 2008
Leopold Museum im Museumsquartier
Öffnungszeiten:
Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag 10.00 bis 21.00 Uhr
Albuin Ingenuin Trojer wird 1868 als Sohn des Kirchenmalers und Fotografen Georg Egger und einer Bauerntochter geboren. Er nimmt den Namen des Vaters an und fügt später noch den Namen seiner Heimatstadt hinzu.
Albin Egger-Lienz studierte in München, übersiedelte 1899 nach Wien und wird hier Mitglied der Secession.
Zum 140. Geburtstag des Malers werden mehr als 100 Gemälde und Zeichnungen sowie Vergleichswerke, wie z.B. von Defregger, Rodin und van Gogh ausgestellt.
Egger-Lienz sollte Professor an der Wiener Akademie werden, aber als Thronfolger Franz Ferdinand das Bild "Der Totentanz" sieht, verweigert er die Zustimmung. Man befürchtete pazifistische oder sozialdemokratische Anzeichen im Gemälde.
Der Künstler nimmt eine Professur in Weimar an, zieht aber bald in die Nähe von Bozen und malt seine beliebten Motive aus dem Leben der Bauernwelt. Die Nationalsozialisten verwendeten diese Bilder zur Verherrlichung. Seine Kriegsbilder wurden aber nie gezeigt!
Wir stehen vor dem Gemälde "Die Bergmäher" und erahnen die Schwerarbeit dieser Männer. Kraftvoll schwingen sie die Sensen. Das Bild strahlt Farb- und Lebenskraft aus. Egger-Lienz malt seine Figuren derb und vierschrötig. Er selber betonte einst, dass er "Formen male". Szenen aus dem bäuerlichen Alltag vermitteln uns besonders die Bilder "Das Tischgebet" und "Das Mittagessen".
Wie alle seine Werke sind auch jene mit Kriegsmotiven besonders aussagekräftig.
"Die Namenlosen", ein Heer von Soldaten kämpft gegen den Feind. Alle gleiche geschundene Wesen.
Leichenberge türmen sich beim "Finale". Das Ende des Krieges im Jahre 1918 wird hier beklemmend veranschaulicht. Die verhärmten Gesichter der "Kriegsfrauen" berühren zutiefst.
Aber auch als Landschaftsmaler mit den Gemälden wie "Das Meer" oder "Die Almlandschaft" und als Porträtmaler mit seinem "Selbstbildnis" und der Darstellung seiner Tochter "Ila" war Egger-Lienz ein Meister.
Mit seinem letzten Gemälde, der "Pietà" wird die Ausstellung beendet.
Eine fulminante grandiose Schau, deren Besuch wärmstens zu empfehlen ist.
Hannelore Halper
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von Ödön von Horváth
Volkstheater, Wien
Premiere 7. März 2008
Besetzung
Eine modernisierte, sehr interessant inszenierte Aufführung am Wiener Volkstheater.
Beachtenswert Robert Palfrader, der den Oskar Brutalität verleiht, während man fühlt, dass er eigentlich ein weiches Herz hat und Marianne die große Liebe seines Lebens ist.
Katharina Vötter als Marianne spielt exzellent die kratzbürstige Verlobte von Oskar, die sich Hals über Kopf in den Gigolo Alfred verliebt und erleichtert ist, den Fesseln Oskar's entkommen zu sein.
Marcello de Nardo nützt die Frauen unverschämt aus. Er verliert kurz aus Liebe zu Marianne den Kopf, findet aber bald zu seiner Gefühlskälte zurück. Als die Beiden ein Kind bekommen, strebt das Drama dem Höhepunkt zu.
Alfred verschafft durch einen Freund Marianne eine Stelle als Tänzerin in einer Bar, um Geld zum Überleben zu verdienen. Das Kind wird zu den Verwandten in die Wachau geschickt.
Ganz grandios Erni Mangold als böse Großmutter. Der Kampf mit ihrem Enkel Alfred lässt sie zur Höchstform auflaufen. Beatrice Frey mimt großartig die Tochter. Eine Frau, die sich in ihr tristes Schicksal fügt.
Fantastisch Michael Schottenberg als Zauberkönig und Vater der Marianne. Er zeigt alle Schattierungen seiner Schauspielkunst. Ob komödiantenhaft, geil, böse, zornig oder liebevoll. Er überzeugt immer!
Maria Bill glänzt in der Rolle als Valerie. Die Trafikantin ist eine Frau, die sich gerne von jungen Männern ausnutzen lässt und dabei sogar noch ihrem Spaß daran zu haben scheint. Manchmal ist sie laut und schrill, dann wieder nachdenklich und vermittelnd.
Nicht zu vergessen: Christoph F. Krutzler als Fleischer Havlitschek, der ohne große Gesten beängstigend und gefährlich wirkt und blendend in das Ensemble passt.
Das Bühnenbild ist gewöhnungsbedürftig. Die Bretter, die die Welt bedeuten als Donauwellen. Die Schauspieler laufen hinauf und hinunter, rutschen und rollen. Es ist ein unruhiges Auf und Ab, das aber gut zum Stück passt.
Überraschend ist die Art des Auftrittes von Marianne in der Bar. Sie wird als Figur mit Schokolade übergossen in den Zuschauerraum getragen. Alle delektieren sich am süßen Überguss auf ihrer Haut. Entsetzen kommt auf, als der Vater seine Tochter erkennt. Ablehnung und Ekel stehen ihm ins Gesicht geschrieben. Der Vater verstößt die Tochter.
Die raffinierten Vermittlungsversuche von Valerie fruchten. Der Großvater will nun endlich seinen Enkelsohn kennen lernen.
In der Wachau angekommen, muss der Gesellschaft die traurige Mitteilung über den Tod des Kindes beigebracht werden.
Obwohl einige Szenen etwas kürzer sein könnten, großartig gespielte "Geschichten aus dem Wiener Wald".
Eine sehr empfehlenswerte Vorstellung! Ein Höhepunkt der Schauspielkunst!
(Hannelore Halper)
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von Joseph Kesselring
Burgtheater
Regie: Barbara Frey
Besetzung
Eine wunderbare schwarze Komödie!
Kirsten Dene und Libgart Schwarz als Abby und Marthe Brewster, spielen fantastisch die Schwestern. Abby wortführend und selbstbewusst, Marthe schüchtern und einfach, beide als menschenfreundlich und hilfsbereit bekannt - und doch Mörderinnen.
Michael Mertens, großartig in seiner Rolle als einziger normaler Mensch der Familie Brewster, wobei sich zum Schluss herausstellt, dass er doch nicht mit ihnen verwandt ist. Er ist Theaterkritiker und spielt den zukünftigen Ehemann von Elaine Harper. Maria Happel, die Tochter des Pfarrers und zukünftige Ehefrau von Mortimer, ist sexy, temperamentvoll, komisch und hat die Lacher auf ihrer Seite.
Markus Hering als verrückter Teddy Brewster, der in die Person verschiedener US-Präsidenten schlüpft, die Nachbarn mit lautstarkem Trompeten stört und im Keller den Panamakanal sieht und dort die Leichen entsorgt, ist in seinem Agieren hinreißend.
Alles übertreffend Peter Simonischek als irrer Massenmörder Jonathan, der durch die Arbeit des angeblichen plastischen Chirurgen Einstein wie Herman Monster aussieht.
Auch er will sich einer Leiche in diesem Haus entledigen. Als Dr. Einstein brilliert Johann Adam Oest, der nervös und zitternd den Anordnungen Jonathan's folgen muss. Die Situation eskaliert.
Schließlich kreuzt die Polizei auf und glaubt den Aussagen der Anwesenden kein Wort.
Nur Jonathan kommt ins Gefängnis.
Den Irrenarzt, gespielt von Peter Matic, der auch in der Darstellung anderer kleiner Rollen begeistert, befördern die alten Damen noch schnell mit ihrem Holunderwein ins Jenseits, ehe er sie in die Anstalt einliefern kann.
Heiterkeit im Publikum, das den großartigen Schauspielern viel Applaus spendet.
(Hannelore Halper)
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Neil LaBute
Theater in der Josefstadt
Premiere 6. Dezember 2007
Besetzung
Dominique Horwitz ist der Star der Vorstellung. Als ehemaliger Schulkollege drängt er sich in
die Beziehung von Cody und dessen Ehefrau. Zwischendurch fungiert er auch als Erzähler und Beobachter der Szene.
Er trifft nach einigen Jahren zufällig die Frau von Cody, einem Farbigen, der früher im College immer das große Wort führte.
Cody, temperamentvoll und aggressiv, wird von Nikolaus Okonkwo, blendend dargestellt.
Sandra Cervik, eine erstklassige Besetzung, spielt die Ehefrau, die sich darüber beklagt, dass sie mit einem "Stummen" verheiratet ist.
Wie es in vielen Ehen so läuft, war am Beginn eine große Liebe und viele Gemeinsamkeiten, die im Laufe der Zeit langsam verschwunden sind. Trotz eines zweijährigen Sohnes haben sich die Ehepartner auseinandergelebt. Und "wie es so läuft" zerbricht das Verhältnis des Paares.
Das in ihrem Haus freistehende Zimmer wird vom weißen Mann gemietet. Er kommt der Frau näher, beginnt ein Verhältnis mit ihr, beschimpft Cody als Nigger und erniedrigt ihn.
Und wie es so läuft, kommt es dann auch zwischen dem neuen Paar zu heftigen Wortgefechten.
Ein fantastisch gespieltes Lehrstück über den Verlauf von Liebe und Verrat.
Ein Abend, der nachdenklich macht. Viel Beifall für die großartigen Leistungen.
Hannelore Halper
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