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Am Puls der Stadt
Cecilia Bartoli - Liederabend
Mein Kampf
Auf der Suche nach dem Gedächtnis
Wiener Volkstheater - Premiere von "Peer Gynt"
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Mein Kampf
George Tabori
Besetzungsliste
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Eine großartige Aufführung mit Spitzendarstellern unter der Regie von Peter Wittenberg beschert Wiens Theaterkultur einen einmaligen Höhepunkt.
Mein Kampf ist ein Stück, das mit jüdischer Weisheit und feinem Humor brilliert. Mit Anspielungen und Zitaten auf die Shoa setzte Georg Tabori damit seinem Lebensthema ein Denkmal.
Florian Teichtmeister überzeugt mit hervorragender Schauspielkunst die Verwandlung vom unsicher wirkenden Provinzler zum Diktator. In seiner Suada kommen die Anwandlungen zum Größenwahn besonders realistisch zum Ausdruck.
Karl Markovics, als Charakterdarsteller von Weltrang, glänzt als verschrobener Menschenfreund, lässt den jungen Hitler jede Hilfe angedeihen und stürzt sich damit selbst ins Verderben.
Schrecken und Komik halten sich in dieser grandiosen Aufführung die Waage.
Wenn Alexander Wächter als widerlicher Himmlisch (Andeutung auf Heinrich Himmler) auftritt, lässt sich der zukünftige Verlauf des Schicksals der jüdischen Bevölkerung erahnen.
Das Bühnenbild zeigt das schäbige Quartier der Obdachlosen. Ein Hauch von Elend weht über die Bühne.
Fritz Muliar spielt einen reizenden alten Juden, der als komischer Gott Lobkowitz mit seinen Weisheiten allgegenwärtig ist.
Fantastisch auch in den Nebenrollen ist Hilde Dahlik als Gretchen, die sich vom lieben Mädel zur deutschen Frau entwickelt und Tatja Seibt als Frau Tod, die Hitler als Verbündeten sucht.
Wenn es auch noch einen Oscar für Tiere gäbe, ginge dieser an das auf der Bühne immer präsente unaufgeregte Huhn.
Ein unvergesslicher zutiefst berührender Theaterabend!
Hannelore Halper
(Die Virtuelle)
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Auf der Suche nach dem Gedächtnis

Ein Film über den Hirnforscher Dr. Eric Kandel
Votivkino
Währingerstraße 11
1090 Wien
Petra Seegers Kinofilm ist dem Nobelpreisträger für Medizin des Jahres 2000, Dr. Eric Kandel, gewidmet.
Er musste als Neunjähriger vor den Nazis in die USA flüchten. Der Versuch zu begreifen, wie es zu den Ungeheuerlichkeiten des Nationalsozialismus kommen konnte, führt ihn über das Studium der Medizin, der Psychoanalyse bis zur Biologie, um die biologischen Prozesse des Bewussten und des Unbewussten zu erforschen. Er entdeckte das Protein, das eine Schlüsselrolle bei der Speicherung von Ereignissen aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis spielt . Der Film lässt auch bei dem Arbeiten im Labor zusehen. In einmaligen Bildern wird gezeigt, wie sich das Gehirn verändert, wenn eine neue Erinnerung geformt wird. Kandel hat untersucht, wie geistige Vorgänge biologische Veränderungen produzieren. Er hat nachgewiesen, dass Lernen neuronale Schaltkreise verändert und dass Wissen eine anatomische Veränderung im Gehirn bewirkt. Die Erinnerung macht erst unser Leben aus. Alle Erinnerungen und Erfahrungen, die man im Leben macht, wären ohne diese bindende Kraft verloren. Diese Entdeckung spielt auch eine besondere Rolle bei der Alzheimer-Forschung.
Eric Kandel hat in seiner Biografie, die im März 2006 erschienen ist, geschrieben:
"Ich bin davon überzeugt, dass mein späteres Faible für den menschlichen Geist, dafür, wie sich Menschen verhalten, wie unberechenbar ihre Motive und wie dauerhaft Erinnerungen sind, auf mein letztes Jahr in Wien zurückgeht. Nach dem Holocaust lautete das Motto der Juden: "Niemals vergessen!"
Der Film zeigt das Leben Kandels und seine Wissenschaftsforschung. Es ist ein sehr persönliches Porträt dieses charismatischen, menschenfreundlichen und leidenschaftlichen Forschers.
Der Film zeigt auch, wie Kandel wieder in sein Geburtsland zurück kommt und auf den Spuren der Vergangenheit weilt.
Ein einzigartiger Film über einen großartigen Menschen. Besonders sehenswert!
Hannelore Halper
(Die Virtuelle)
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