Inhalt dieser Ausgabe
Körper:
Geist:
Seele:
Beruf:
 

KOSTENLOS für Sie!
Jetzt abholen.
 
 
2x ein Tag voller LebensSinn - 7. Festival der Sinne Wien, 16. und 17. Mai 2009 - Eintritt frei! - Mehr Infos hier.  
 

Bildquelle:Thommy Weiss,
www.pixelio.de
Was ist Glück?
  • Woher kommt Glück?
  • Glücksgefühle jagen
  • Wieso ist das so eine Kunst?
  • Wo kann man das nachlesen?
  • Wer ist das IFEG?
  • Weiterempfehlung dieses Artikels
  • Diese Seite drucken
  •  
    Was ist Glück?

    v. Dr. Herbert Laszlo

    Aber auch dann, wenn wir "nur" vom Glücklichsein (englisch: "Happiness") reden und das Glückhaben (englisch: "Luck") ausklammern, ist die Sache noch nicht ganz einfach. Wir wissen seit dem griechischen Philosophen Aristoteles, dass Glück das ist, was wir um seiner selbst willen und nicht als Mittel zu etwas anderem anstreben. Aber was ist Glück seiner Natur nach? Ist es ein Gefühl, wie die positive Psychologie meint, oder ein Gemütszustand?

    Ich neige zu letzterem, denn die positiven Psychologinnen und Psychologen müssen ihre Definition des angenehmen Gefühls gleich wieder einschränken: Natürlich sind für Glück auch die unangenehmen Gefühle nötig, also nicht nur Freude und Jubel, sondern auch Angst und Trauer - sonst würde niemand freiwillig eine Eintrittskarte zu einem Trauerspiel oder einem Horrorfilm kaufen.

    Also können wir davon ausgehen, dass Glück ein Gemütszustand ist, gekennzeichnet durch den Wunsch nach Fortdauer, wenn er erlebt, und den Wunsch nach Wiederkehr, wenn er erinnert wird. Dieser Gemütszustand kann von angenehmen Gefühlen wie Freude, aber auch von unangenehmen wie Trauer oder Angst begleitet sein.
    Nach oben


    Woher kommt Glück?

    Bei dieser Frage macht es sich die positive Psychologie leicht. Sie definiert Glück als Gefühl und hat daher alle Gefühlstheorien zur Verfügung, wenn es darum geht, angenehme Gefühle zu erzeugen.

    William James, der Vater der amerikanischen Psychologie, hat bereits im 19. Jahrhundert die Theorie aufgestellt, dass Gefühle durch die Körpersprache entstehen. Bekannt ist sein Ausspruch: "Ich weine nicht, weil ich traurig bin, sondern ich bin traurig, weil ich weine." Nun brauchen wir nur zu wissen, dass die Körpersprache der Glücksgefühle das Lachen oder zumindest das Lächeln ist. Daraus entsteht der einfache Rat: Lächle am Morgen dein Spiegelbild im Badezimmer an - und der Tag wird glücklich. Steigerungen dieser Methode sind Lach-Yoga und Kontrolle der Körperhaltung: Wer sich bewegt wie ein glücklicher Mensch, hat auch die entsprechenden Gefühle.

    Stanley Schachter und sein Team haben im 20. Jahrhundert eine andere Gefühlstheorie entwickelt. Sie haben durch Experimente nachgewiesen, dass wir uns in derselben Situation glücklich oder unglücklich fühlen, je nachdem, worauf wir unsere momentane Erregung zurückführen. Folge dieser Theorie ist der Rat, "positiv zu denken". Wenn wir alles, was uns widerfährt, durch die sprichwörtliche rosa Brille sehen, sind wir glücklicher als wenn wir schlecht von den Dingen denken. Gefahr dabei ist ein Realitätsverlust: Wer immer positiv denkt, übersieht unter Umständen die Gefahren des täglichen Lebens und kommt - glücklich - zu Tode.

    Giacomo Rizzolatti, ein Forscher an der Universität Padua, hat noch später eine weitere Quelle angenehmer Gefühle entdeckt. Die so genannten "Spiegelneurone" sind Gehirnzellen, die uns mit anderen Menschen mitfühlen lassen. Daraus leitet sich der Spruch ab: Geld macht doch glücklich, wenn man anderen damit eine Freude macht.
    Nach oben


    Glücksgefühle jagen

    So, nun wissen wir, wie wir Glücksgefühle fast nach Wunsch erzeugen können. Natürlich steht hinter jeder dieser Methoden eine ganze Reihe von Details, die jeweils dicke Bücher füllen, aber im Prinzip funktionieren alle drei Verfahren. Aber was haben wir damit gewonnen? Wer nur nach Glücksgefühlen jagt, entdeckt schnell, dass Glück eben nicht nur ein angenehmes Gefühl ist, sondern mehr - eben ein Gemütszustand.

    Dieser Gemütszustand war schon eine Weile bekannt, aber nicht wirklich erforscht. Das zeigt sich an den verschiedenen Namen, die man ihm gegeben hat. Abraham Maslow nannte ihn "Selbstverwirklichung", Hans Selye "Eustress" und Mihaly Csikszentmihalyi "Flow". Ich kehre in meiner Forschungsarbeit einfach zum Wort "Glück" zurück, weil ich keinen Sinn darin sehe, immer neue Wörter für ein und dieselbe Sache zu erfinden.

    Glück als Gemütszustand erreicht man durch eine Beanspruchung, von der die eigenen Fähigkeiten ausgeschöpft, aber nicht überbeansprucht werden. Das ist kein "laues Mittelmaß", aber man muss auch darauf achten, nicht in den von Hans Selye entdeckten "Stress" (besser "Distress" zum Unterschied vom Eustress) zu kommen.

    Hier beginnt das Problem. Wer versucht, sich selbst optimal zu beanspruchen, kommt schnell in ein System einander widersprechender Beanspruchungen, denn auch das optimale Beanspruchen stellt eine Beanspruchung dar. Das ist der Grund, warum es uns auch in aller Freiheit so schwer fällt, glücklich zu leben. Wir können uns selbst zumindest kurzfristig nicht optimal beanspruchen.

    Wer kann das dann, wenn wir die optimale Beanspruchung nicht dem Zufall überlassen? Die anderen Menschen. Wir werden dann glücklich, wenn wir einander glücklich machen, und wir machen einander glücklich, indem wir einander optimal beanspruchen.

    Das hat nichts mit schleimiger Freundlichkeit zu tun. Auch ein handfester Streit kann "optimale Beanspruchung" sein. Psychotherapeuten, die versucht haben, einen Partner eines streitenden Ehepaares zu therapieren, können ein Lied davon singen: Sobald der eine Partner geheilt ist, lässt sich der andere scheiden, weil ihm die optimale Beanspruchung des gewohnten Streites fehlt.
    Nach oben


    Wieso ist das so eine Kunst?

    Die Hoffnung, das Phänomen des Glücks mit Blicken ins Gehirn durch die so genannte "Magnetresonanztomographie" zu lösen, hat sich bisher ebenso wenig erfüllt wie die Hoffnung auf die Körperchemie mit so genannten "Glückshormonen".

    Was bleibt, ist die Chance, EINANDER glücklich zu machen, und das ist im wahrsten Sinn des Wortes "Kunst". Wir zahlen Phantasiepreise für Kunstwerke oder für den Eintritt zu kulturellen Veranstaltungen, weil es den Künstlern zumindest kurzzeitig gelingt, uns optimal zu beanspruchen und damit glücklich zu machen. Wenn wir dasselbe im Umgang mit unseren Mitmenschen schaffen, dann nennt man das "Lebenskunst".
    Nach oben


    Wo kann man das nachlesen?

    An Büchern über das Glücklichsein herrscht kein Mangel. Genau das zeigt aber auch, dass keines dieser Bücher das Problem wirklich löst, sonst bräuchte man nicht so viele.
    Ich habe aus meiner umfangreichen Bibliothek ein paar Bücher ausgewählt, die meiner Meinung nach für den Alltag nützlich sind.

    Das neueste Wissen über Glücksgefühle finden Sie bei der russisch/amerikanischen Psychologin Sonja Lyubomirsky. Ich habe selbst mit ihr gesprochen und halte sie - ohne ihren Vorgängern Seligman und Csikszentmihalyi Unrecht zu tun - für die derzeit höchste Autorität auf dem Gebiet der positiven Psychologie. Ihr sehr praxisnahes Buch heißt englisch: "The How of Happiness" ("Das ‚Wie' des Glücks"). In deutscher Sprache trägt es den nichtssagenden Titel "Glücklich sein", der schon ahnen lässt, was der Verlag campus damit verbrochen hat: Anstatt einen Fachmann übersetzen zu lassen, hat er einen Laien an die Sache herangelassen, der schwere sachliche Fehler gemacht hat. Wenn Sie der englischen Sprache mächtig sind, lohnt es sich, zum Original zu greifen.

    Ich selbst habe natürlich auch publiziert. Das neueste Buch beschäftigt sich mit "Glück und Wirtschaft" (Happiness Economics), enthält aber alle theoretischen Grundlagen der modernen Glücksforschung, die es Ihnen ermöglichen, auch andere Bücher zu beurteilen. Erschienen ist es im Dezember 2008 im Verlag Infothek®, Wien.

    Eine recht komplette Liste der Erscheinungen zu diesem Thema finden Sie auf der Homepage des IFEG - Institut für europäische Glücksforschung unter
    www.optimalchallenge.com über den Button Bücher". Dort gibt es zu jedem Buch eine kurze Rezension, das Bild des Titelblattes und einen Link zu www.amazon.de, mit dem man es bestellen kann.
    Nach oben


    Wer ist das IFEG?

    Das IFEG - Institut für europäische Glücksforschung ist ein eingetragener Verein, der sich der Glücksforschung verschrieben hat. Hier werden alle einschlägigen Informationen aus den Medien der Welt gesammelt, zehnmal im Jahr in einem Newsletter rezensiert und in regelmäßigen Institutssitzungen besprochen. Die Termine dieser Sitzungen sind ebenfalls auf der Homepage www.optimalchallenge.com zu erfahren. Gäste sind - gegen Anmeldung - erwünscht.

    Auf dieser Homepage kann man auch den kostenlosen "Happiness Letter" anfordern, der etwa einmal pro Monat darüber informiert, was sich Neues auf der Homepage und in der Welt der Glücksforschung getan hat.

    Dr. Herbert Laszlo, Schriftführer des IFEG -Institut für europäische Glücksforschung
    info@laszlo.at
    Nach oben


     
    zur aktuellen Ausgabe
    Service