Interessant genug bis hierher, um ein bisschen aus dem Buch zu lesen? Ich hab mir da schon echt schwer getan, was ich Ihnen aus der ganzen Fülle zeigen möchte und hoffe, Ihnen mit diesem Ausschnitt Lust auf Mehr zu machen:
Ich musste dringend dafür sorgen, dass ich mein Positives Fühlen zurückbekam!
Spontan versuchte ich hochzuziehen, was mir jedoch überhaupt nicht gelang. Stattdessen spürte ich, wie mich die Dunkelheit fest im Griff hatte und mich mit unüberwindlich scheinender Kraft nach unten zog. Mir wurde klar, dass ich Hilfe brauchte!
Ich ging also wieder nach unten, um Michael zu suchen. Er hatte mir mit Sicherheit nicht schaden wollen, das war mir klar. Es tat mir auch leid, dass ich mich ihm gegenüber so abweisend verhalten hatte. Ich wollte ihn bitten, das Thema Jenny zu den Akten zu legen und mir lieber dabei zu helfen, meine Gefühle wieder auf die Reihe zu kriegen.
Als ich die Terrasse betrat, saß er noch immer dort. „Ich wusste, dass du wiederkommst“, sagte er verständnisvoll lächelnd.
„Ich möchte mich erst einmal dafür bedanken, dass du mir helfen möchtest“, sagte ich aus tiefstem Herzen. „Ich habe mich eben nicht richtig verhalten. Dafür bitte ich um Entschuldigung.“ Ich setzte mich wieder zu ihm. „Ich komme aus dem Negativmodus nicht mehr raus! Die Dunkelheit hat mich fest in ihrem Griff.“
„Du bist volle Pulle im Gefahrenvermeidungsmodus versumpft!“, erklärte er. „Du siehst überall Gefahren, egal wo du hinschaust. Die Gefahr, dass du die Kontrolle über dein Leben verlieren könntest, die Gefahr, dass Juli dich nicht als Beziehungspartner wollen könnte, die Gefahr, dass du sie wegen Jenny vielleicht doch nicht lieben könntest und ihr deshalb das Herz brechen würdest, und so weiter und so fort.
Wenn man erst mal in diesem Modus drinsteckt, kann man kaum noch etwas Positives sehen. Man sieht stattdessen überall nur noch Gefahren.
Aus diesem Grund bin ich hier — um dir da rauszuhelfen. Aber wir haben keine Zeit, den üblichen Erkenntnisweg zu gehen. Du musst jetzt so schnell wie möglich wieder ins Positive Fühlen kommen. Wir brauchen dich bei dem, was sehr bald auf uns zukommen wird.“
„Und wie komme ich aus diesem Gefahrenvermeidungsmodus raus?“, fragte ich ratlos, ohne auf seine letzte Aussage in Bezug auf den Evolutionssprung einzugehen. Ich konnte zwar nicht mehr ausschließen, dass doch etwas an der Sache dran sein könnte, aber ich konnte es auch nicht wirklich glauben. Ich wusste überhaupt nicht mehr, was ich von alledem halten sollte.
„So wie immer, indem wir das Missverständnis aufklären“, antwortete Michael auf meine Frage. „Ich habe heute Nacht eine neue, sehr bedeutende Information dazu von Ella bekommen“, erklärte er gewichtig. „Wenn es dich in den Gefahrenvermeidungsmodus zieht,
gibt es nur einen einzigen Grund dafür: Die Notwendigkeit, etwas erreichen zu müssen, ist größer geworden als die Wahrscheinlichkeit, es tatsächlich zu schaffen!“
„Das habe ich nicht verstanden!“ gab ich verwirrt zu.
„Nehmen wir Juli und dich als Beispiel. Du weißt nicht, was die Zukunft bringen wird. Vielleicht werdet ihr ein Paar, vielleicht bleibt ihr aber auch nur Freunde. Aber würde es dich immer noch in den Gefahrenvermeidungsmodus runterziehen, wenn du dir absolut sicher sein könntest, dass sich alles zum Besten für euch beide entwickelt? Was wäre, wenn die Wahrscheinlichkeit dafür bei hundert Prozent liegen würde? Wäre das dann immer noch ein Problem?“
„Natürlich nicht“, antwortete ich. „Aber da kann ich mir leider nicht hundertprozentig sicher sein.“
„Ich weiß. Nimm es einfach als Beispiel, um zu verstehen, was ich dir gerne erklären möchte“, bat er. „Stell dir mal vor, du bräuchtest unbedingt eine hundertprozentige Gewissheit. Es besteht aber nur eine 99-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich tatsächlich alles zum Besten entwickeln wird. Ziehen dich die 99 Prozent Gewissheit dann hoch, oder zieht dich das eine fehlende Prozent Wahrscheinlichkeit runter?“
„Das eine Prozent zieht runter.“
„Du hättest also ein Problem, weil dir das eine Prozent fehlt“, hielt Michael fest. „Und das ist immer so im Leben. Wann immer die Wahrscheinlichkeit, dass du etwas bekommst oder erreichst, kleiner ist als die Notwendigkeit, es erreichen oder bekommen zu müssen, hast du ein Problem, und es zieht dich runter in die dunkle Enge des Gefahrenvermeidungsmodus. Nur wenn die Wahrscheinlichkeit, es zu bekommen, größer ist als die Notwendigkeit, es erreichen zu müssen, dann zieht es dich hoch in einen Positivmodus.
Stell dir das einmal bildhaft vor! Die Notwendigkeit repräsentiert die Kraft, mit der die Dunkelheit dich runterzieht, und die Wahrscheinlichkeit ist die Kraft, mit der das Licht dich hochzieht. Wenn die Anziehungskraft der Dunkelheit stärker ist als die des Lichts, zieht
es dich runter. Wenn jedoch die Wahrscheinlichkeit größer ist als die Notwendigkeit, dann ist auch die Anziehungskraft des Lichts stärker als die der Dunkelheit, also zieht es dich hoch.
Das ist eine generelle Gesetzmäßigkeit, und diese ist unsagbar wichtig — sowohl für das Positive Fühlen als auch für die Realitätsgestaltung! Wie ich bereits erklärt habe, bestimmen unsere Einstellungen das Was in der Matrix. Logischerweise gestaltet dadurch deine
Einschätzung in Bezug auf Notwendigkeit und Wahrscheinlichkeit ebenfalls deine Realität. Wenn die Notwendigkeit in deiner Einstellung also größer ist als die Wahrscheinlichkeit, dann erschaffst du dir ein Problem!
Das ist auch der Grund, warum wir damals bei unseren Bestellungen beim Universum immer gescheitert sind, wenn es um große, uns wichtige Wünsche ging. Wir mussten einfach scheitern! Denn wir hatten in Wirklichkeit keine Wünsche, sondern Probleme bestellt!
Und weiter geht es im Buch: