Bildquelle: www.pixelio.de, wrw |
Botanischer Ausflug
Zubereitungsformen
Rezept des Monats
Buchtipp
Kontakt
Weiterempfehlung dieses Artikels
Diese Seite drucken
|
| |
Expertinnenseite Eva Laspas
Genau kann man den Ursprung des Ingwers nicht nach verfolgen, zu Zahlreich sind die Quellen, heutzutage wird er in vielen Ländern kultiviert, wo tropische Bedingungen herrschen. Der deutsche Name „Ingwer“ stammt jedenfalls aus dem mittelhochdeutschen „Engeber“ oder „Ingewer“, was sich aus dem lateinischen „Zingiber“ (botanischer Name: Zingiber offizinalis) ableitet. Und weil die Tradition so weit zurückreicht, ist bei dem lateinischen Namen nicht das Ende gefunden, vielmehr stammt der lateinische Name vom arabischen „zindschabil“ (übersetzt „Wurzel“) ab.
Im Ayurveda wird Ingwer als Entschlackungswurzel eingesetzt, ein Sprichwort sagt dort: „Es gibt keine Tinktur ohne Ingwer“, weil in jedem ayurvedischen Mittel schon seit der Gründerzeit (4000 Jahre) Ingwer mit dazu kommt, der Gedanke dahinter ist, dass Ingwer sich positiv auf die Ausscheidung auswirkt und derart verhindert, dass sich schädliche Substanzen im Körper ansammeln.
In Europa war Ingwer zu Zeiten von Hildegard von Bingen noch recht teuer, doch seine Beliebtheit wuchs und so war Ingwer auch bald nicht mehr aus den europäischen Küchen wegzudenken. Damals fing es an, dass man Ingwer zerrieb und manch Scharlatan streckte das Pulver mit Sand, Mehl oder Brotkrümel. ärzte sahen sich genötigt, vor geriebenem Ingwer zu warnen und auch heute ist es weitaus besser und gesünder, die ganze Knolle zu kaufen und zu reiben. (Manche Gewürze werden mit Gamma- oder Elektrostrahlen behandelt, um sie haltbarer zu machen.)
Die Ingwerpflanze wird rund einen Meter hoch, doch für uns Menschen ist nur der Wurzelstock interessant. Er ist kurz, dick und geweihartig verzweigt, also eigentlich gar keine Wurzel sondern eine Rhizoma. Damit kriecht er waagrecht unter der Erdoberfläche, an seinen Ende wachsen die Knospen in die Höhe, aus der sich dann die oberirdische Pflanze entwickelt.
Sie können Ingwer auch selbst anbauen, ideal sind Hochbeete, warme Terrassen oder Gewächshäuser. Kaufen Sie einen frischen ganzen Wurzelstock und legen ihn Ende April oder Anfang Mai, wenn es keine Nachtfröste mehr gibt in lockeren, nährstoffreichen Boden, etwas mit Erde bedeckt. (Ingwer ist zwar eine Tropenpflanze, aber direkte Sonne mag er nicht.) Wenn er sich nun wohlfühlt, dann wachsen in den nächsten Wochen schon die ersten Spitzen nach oben, fünf Monate später welkt das Laub und Sie können die ersten Wurzelstücke ernten. Die Wurzel kann man im Winter bei 12-15° lagern, wobei die Erde auch ganz austrocknen darf.
In den meisten Büchern wird geraten, die Ingwerwurzel im Eiskasten im Gemüsefach zu lagern. Doch von meinen KundInnen höre ich oft, dass die Wurzel dann schimmlig wird. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, die Wurzel auf einem kleinen Teller neben dem Herd zu stellen, hier bildet sie (genährt durch die Luftfeuchtigkeit, sie ist ja eine Tropenpflanze) weiter Knollen, manchmal auch schon Pflanzenteile (gegen Frühjahr hin). Die jungen Knollen schmecken weniger scharf und sehr frisch.
|
Aus Ingwer kann man unendlich viele Präparate machen. In dem Buch „Ingwer“ von Dr. Jörg Zittlau (siehe Buchtipps) finden Sie die Anleitung von Ingweröl, -pulver, -Tinktur, -tee, -dekokt, - umschläge, - salben, -sirupe und auch eine Liste von Anwendungsformen von A-Z.
Außerdem finden Sie Rezepte, von unterschiedlichen Anwendungsformen wo Ingwer in Kombination mit anderen Kräutern zu medizinischen Zwecken zum Einsatz kommt, Ingwerrezetpe für die Schönheit (Kosmetik) und letztendlich gibt es auch einen Teil für die Verwendung von Ingwer in der Küche.
Die bekannteste Anwendung ist Ingwer bei übelkeit (Reisekrankheit), aber er hilft auch gut auch bei Erkältungen, Muskel- und Gelenksschmerzen, nach der Geburt, Wetterfühligkeit und vielem mehr.
Hier möchte ich Ihnen die Anleitung für Ingweröl mitgeben, das besonders gut bei Muskel- und Gelenksschmerzen wirkt.
|
(aus dem Buch „Ingwer“ von Dr. Jörg Zittlau, siehe Buchtipps)
Ingweröl
100g in dünne Scheiben geschnittene Ingwerwurzel mit
500 ml Olivenöl vermischen und in eine Flasche füllen.
2 Wochen lang gut verschlossen auf der Fensterbank stehen lassen, möglichst täglich schütteln. Danach durch ein Leinentuch (ideal sind hier die Stoffwindeln) oder einen Kaffeefilter, der Kräutersatz sollte gut ausgepresst werden. Verteilen Sie dann das öl auf kleine lichtundurchlässige Fläschchen.
|
|

|
TCM-Ernährungsberatung
Eva Laspas
Info und Termine:
Polgarstr. 13E/RH7
1220 Wien
Tel: 280 76 27
Fax.: 285 84 02
eva@laspas.at
www.laspas.at
|  |
|
| |
| |
|