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Buchvorstellung des gleichnamigen Buches von Maria Montessori mit Gedanken von Eva Laspas
Maria Montessori war eine starke Persönlichkeit, die ihr Leben der individuellen Entwicklung der Kinder widmete, zu einer Zeit, als Kinder eher noch als kleine Dienstboten angesehen wurden, wenn nicht als Lästlinge. Die zu ihrer Zeit schon äußerst revolutionäre Einstellung Kindern mit Respekt zu begegnen (Achtung der Würde jeden Kindes - unabhängig vom Alter), wird heutzutage immer mehr Kindern gewährt, dennoch könnte dieser Augenmerk noch viel stärker propagiert werden, da sich aus Kindern, denen man Respekt entgegen bringt, Erwachsene entwickeln, die respektvoll mit sich und der Umwelt umgehen.
So ist hier Erziehung gemeint, die dem Kind innerhalb seiner altersbezogenen Grenzen genügend freien Spielraum lässt, um sich und die Welt in die es geboren wurde zu erforschen. Maria Montessori hat aus diesem Grund die "vorbereitete Umgebung" geschaffen, die wir nicht nur in Kindergärten sondern auch bei uns zu Hause verwirklichen können. Dabei ist gemeint, dass alle diese Dinge, die dem Kind gefährlich werden könnten, wenn es sie erforscht, so verräumt oder gesichert werden, dass es erst gar nicht in Berührung damit kommt. Damit kann sich das Kind in seiner Umgebung frei bewegen und muss nicht ständig durch Ermahnungen unsererseits in seinem Forscherdrang gestört werden.
Ein Kind, das den ganzen Tag innerhalb seiner Grenzen freien Raum hat, sich zu entfalten, und dessen freier Raum von uns auch respektiert wird, akzeptiert auch unseren Raum - ein Nein oder eine Gesellschaft mit gesellschaftlichen Regeln. Diese Kinder werden dann, weil sie sich (leider noch) so von anderen Kindern abheben, als besonders "brav" von der Umgebung angesehen. Dabei sind sie nur sie selbst, die selber Respekt erfahren haben und daher auch respektvoll auftreten können. Ein Kind, dem seine Würde gelassen wird, wird immer nur das Beste von sich zeigen wollen.
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So steht in dem Buch unter anderem geschrieben: "In Wirklichkeit trägt das Kind den Schlüssel zu seinem rätselhaften individuellen Dasein von allem Anfang in sich. Es verfügt über einen inneren Bauplan der Seele und über vorbestimmte Richtlinien für seine Entwicklung. Das alles ist aber zunächst äußerst zart und empfindlich und ein unzeitgemäßes Eingreifen des Erwachsenen mit seinem Willen und seinen übertriebenen Vorstellungen von der eigenen Machvollkommenheit kann jenen Bauplan zerstören oder seine Verwirklichung in falsche Bahnen lenken.
So haben es Erwachsene tatsächlich in der Hand, vom ersten Anbeginn an die göttliche Absicht zunichte zu machen und der Mensch wird sich dann von Generation zu Generation in einer Art seelischen Verkrüppelung weiterentwickeln..."
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"Der Erwachsene hilft dem Kinde nicht, weil er von dem Kraftaufwand nichts ahnt, den es zu vollbringen hat und daher auch nichts von dem Wunder merkt, das sich hier verwirklicht. Das ist das Wunder der Schöpfung, vollbracht von einem Wesen, das scheinbar gar kein Seelenleben besitzt.
Was nottut, ist somit eine neue Behandlungsweise des Kindes, das bisher als ein vegetativer, lediglich hygienischer Fürsorge bedürftiger kleiner Körper angesehen worden ist. Wir müssen lernen, den Kundgebungen des kindlichen Seelenlebens den Vorrang einzuräumen und damit dem Werden beizustehen, nicht bloß dem bereits Gewordenen. Der Erwachsene darf nicht länger blind bleiben angesichts der seelischen Realität, die sich im Neugeborenen verwirklicht. Er kann ihm freilich nicht dabei helfen, sich selbst aufzubauen, denn das besorgt die Natur alleine: aber er muss die Kindgebungen dieser Aufbauarbeit respektieren und die dafür erforderlichen Mittel bereitstellen, jene Mittel, die sich das Kind aus eigener Kraft nicht verschaffen kann..."
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"Auch in der Natur gibt es zwei Lebensformen: das Leben des Erwachsenen und das des Kindes, beide sehr verschieden, geradezu gegensätzlich. Das Leben eines Erwachsenen ist vor allem vom Kampf bestimmt: ständiges Bemühen um die Erhaltung des Lebens, Abwehr der Feinde, Kampf um Anpassung, Liebe und Gattenwahl.
Doch der wahre Schlüssel zum Leben findet sich in dem Kapitel, das ihrer kindlichen Wesensseite vorbehalten ist. Alle Lebewesen waren einmal, bevor sie die für den Kampf erforderliche Stärke erlangten, schwach und unbeholfen und befanden sich zu Anfang in einem Stadium, in dem sich die Organe noch nicht an die Umwelt anpassen konnten, weil sie noch nicht vorhanden waren. Es gibt kein lebendiges Wesen, das als Erwachsenes beginnt..."
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