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Paul Klee (- 10.08.08)
Wo die Wuchtel fliegt (- 03.08.08)
Wiener Festwochen (Rückblick)
Eine heikle Sache, die Seele
Die Brüder Karamasow
Der Besuch der alten Dame
Wonderful World
Volkstheater Spielplan
Denkraum Donaustadt Jän.-Juni
Weiterempfehlung dieses Artikels
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(1879 - 1940)
"FormenSpiele"
Ausstellung in der Albertina
9. Mai bis 10. August 2008
geöffnet: täglich 10 - 18 Uhr
Mittwoch: 10 - 21 Uhr
Die Ausstellung zeigt 151 Werke von Paul Klee, dem Meister des Kleinformats.
Sie besteht aus Werken aus der eigenen Sammlung, die zum Großteil aus dem Nachlass von Alfred Kubin stammt und den erst vor kurzem als Geschenk von Djerassi überlassenen Bestandteil seiner Sammlung.
Paul Klee lässt sich nicht wirklich in eine bestimmte Kategorie einordnen. Er kann weder dem Surrealismus, dem Kubismus oder den naiven Künstlern zugeordnet werden.
Der Meister malt kindlich und verspielt, wie bei der Darstellung des "Märchens von den beiden Fischen", die fröhlich im Vordergrund schwimmen. Im Hintergrund dagegen eine bedrohlich wirkende weibliche Gestalt mit finsterem Blick.
Gespenstisch und furchterregend, wie bei den Repliken der Figuren für das Kindertheater seines Sohnes. Wir gewinnen dadurch tiefen Einblick in das Seelenleben des Künstlers. Nach einem Aufenthalt in Tunesien wirken seine Bilder farbenfroh und ansatzweise kann man etwas Ähnlichkeit mit einem späten Picasso erkennen.
Paul Klee war auch Mitglied von "Bauhaus", das von Paul Gropius für Architekturkunst gegründet wurde. Während der Zeit des Naziregimes wurden die Werke als entartete Kunst eingestuft und verboten.
Viele seiner Gemälde entstanden in der Schweiz, wo er bis zu seinem Tod trotz schwerer Krankheit wirkte.
Wir stehen vor seinen Bildern und suchen nach Aussagen und Hintergründe. Sie beflügeln auf geheimnisvolle Weise unsere Fantasie. Paul Klees Werke erweisen sich als tiefgründig. Sie zeigen eine Heiterkeit, die im Hintergrund aber doch auf eine gewisse Ängstlichkeit schließen lässt.
Eine sehr empfehlenswerte Ausstellung, wenn man das Besondere sucht.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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Legendäre Orte des Wiener Fußballs
Ausstellung vom 24. April bis 3. August 2008
Wien Museum
Karlsplatz, 1040 Wien
Öffnungszeiten:
Di - So und Feiertag: 9.00 - 18.00 Uhr
Das Wien Museum zeigt längst vergessene Stätten des Wiener Fußballs. Einst jubelten Menschenmassen von bis zu 60.000 Besuchern den Fußballern zu.
An vielen dieser legendären Orte hängen heute Schilder: "Fußballspielen verboten".
Die Hohe Warte war das prächtigste Werk eines Stadions mit haushohen, künstlich aufgebauten Hängen. Infolge eines Erdrutsches kam es in den 20iger Jahren zu einem aufregenden Ereignis, das zahlreiche Verletzte forderte.
Beinahe jeder Bezirk hatte seinen eigenen Fußballverein. Namen wie ASV Hertha, WAC, SC Wacker, Admira oder der jüdische Verein Hakoah sind heute noch manchem Besucher im Gedächtnis. Der Verein Hakoah wurde im Jahre 1938 von den Nazis aufgelöst, der Platz beschlagnahmt. Erst im Jahre 2005 erhielt der Verein ein Drittel seines Grundstückes im Prater wieder zurück.
Zum ersten Mal können wir das Gemälde von Paul Meissner mit dem "Wunderteam" 1948 im Original bewundern.
Zahlreiche Erinnerungsstücke, wie die Schiedsrichterpfeife von Hugo Meisl, der älteste in Wien noch erhaltene Tischfußballtisch aus den 30iger Jahren, die alte Matchuhr des FAC und viele bisher unveröffentlichte Fotos und Dokumente erwarten die Besucher.
Markant für alle Spielstätten war die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und die Nähe von einstmals berühmten Gasthäusern und Vergnügungsstätten.
Das Wien Museum versteht es immer wieder, Besucher anzulocken.
Eine Ausstellung, die auch bei Nicht-Fußballfans großes Interesse wecken wird!
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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Darbietung von Jians-Institut im Reich der Mitte
31. Mai 2008
Ort der Veranstaltung:
China Restaurant Sichuan-Garden
Abeiterstrandbadstraße 122
1220 Wien
Ein lachender Himmel strahlt auf die Dachgiebel des chinesischen Restaurants.
Wir überschreiten die hölzernen Brücken und nehmen unsere Plätze ein. Von den Bäumen wehen weiße Wölkchen durch die Luft und tanzen im Sommerwind. Sie legen sich sanft auf unsere Haut und schmücken unsere Haare.
Meister LI Jian und sein Ensemble nehmen auf der Bühne Aufstellung.
Der Bezirksvorsteher der Donaustadt, Herr Norbert Scheed, begrüßt die Gäste.
Der Vorsitzende der Kulturkommission, Herr Helmut Piller, führt als Moderator durch das Programm. Als Überraschungsgast hält der Kulturattaché Chinas, Herr WANG Meng, eine Ansprache und gibt seiner Freude Ausdruck, bei diesem Fest anwesend sein zu dürfen. Frau Mag. Chunah Urban-Chao, die Besitzerin des Sichuan-Garden spricht einführende Worte.
Univ. Doz. LI Jian und seine Mitwirkenden beginnen das Programm mit Tai Chi-Fächer. Die Fächerform zeichnet sich durch Ästhetik und Anmut aus. Wir bewundern die gewandten und harmonischen Bewegungsabläufe und wir hören das Schließen und Öffnen der Fächer im Takt der Musik.
Wir bewundern bei Tai Chi mit dem Schwert die harmonische Einheit der sanften und dennoch vitalen Bewegungsabläufe.
Tai Chi mit den 42 Formen überträgt auf uns eine ungeahnte Energie. Die ruhigen und langsamen Bewegungen verströmen Harmonie.
Es folgt der Tai Chi-Tanz mit dem Titel "Chinesische Mauer". Melancholie, Erinnerung und Versunkenheit spiegeln sich in diesem von LI Jian choreografierten
Werk. Es wird ein Bild von malerischer Natur, einem weiten Land und dem endlosen Himmel gezeichnet.
Auch Tai Chi-Säbel darf nicht fehlen. Die Darbietung lebt von Kraft und Schnelligkeit.
Wir bewundern die majestätischen Bewegungen der Darsteller(in).
Das Publikum wird zur Teilnahme am Tai Chi der 8 Formen animiert. Viele wollen auch einmal Tai Chi ausprobieren und nehmen zahlreich an den Übungen teil.
Zum Abschluss wird der Tai Chi Tanz "Der Mond spiegelt sich in zwei Brunnen" aufgeführt. Anmut, Sinnlichkeit und Dynamik zeichnen die Darbietungen des Ensembles aus. Sie malen Bilder mit ihrem Körper. Umgarnen sich, kämpfen und lieben.
Aus jeder Bewegung scheint eine neue zu fließen. Elegant und ausdrucksstark.
Wir sind von der großartigen Darstellung traditioneller chinesischer Kunst und Kultur zutiefst bewegt. Die brillanten Aufführungen haben eine neue Tür für eine alte Kultur geöffnet. Die Zuschauer(innen) geben ihre Anerkennung durch frenetischen Applaus
kund.
Meister LI Jian und seinen Darstellern sei gedankt.
Der schöne Abend endet mit einem weiteren Höhepunkt: "mit dem himmlischen Buffet vom Sichuan-Garden Restaurant".
Im nächsten Jahr sind wieder Wiener Festwochen - und da würden wir einer Wiederholung dieses Festes mit Freude entgegengesehen.
www.jians-institut.at
Zentrum für chinesische Kultur, Gesundheit und Bewegung
Fiakerplatz 7, 1030 Wien
(Hannelore Halper)
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von Dimitré Dinev
Volkstheater
Premiere: 4. Mai 2008
Besetzung
Das Volkstheater landete wieder einen Volltreffer. Eine Totenwache, die Spaß macht.
Der Bauarbeiter Nikodim ist "blöd gestorben". Gerade als er seinen Helm abnahm, donnerte ein Betonkübel auf seinen Kopf und tötete ihn.
Nun liegt er aufgebahrt in der Wohnung. Seine Witwe hat, während sie der Kinder wegen länger wegbleiben muss, seine Freunde eingeladen und auch gleich ein Klageweib dazu. Der Tisch ist gedeckt, unzählige Flaschen mit Alkohol bieten sich an. Es wird gegessen und getrunken bis zum Umfallen. Sogar eine Stripperin wird eingeladen. Katharine Vötter beherrscht diese Rolle professionell! Ein Gag jagt den anderen. Claudia Sabitzer ist ein herrliches Klageweib mit viel Herz. Die vier Freunde verschiedener Nationen spielen umwerfend gut und der Tote, dargestellt von Günter Wiederschwinger, ist manchmal lebendiger als die Lebenden.
Zum Abschluss tanzt er noch einmal mit seiner Frau, steht am Ufer des Styx, bezahlt Charon und begibt sich ins Jenseits.
Unter der Regie von Hans-Ulrich Becker spielen Marcello de Nardo mit "echtem Akzent", Günter Franzmeier als kampflustiger Serbe, Johannes Seilern als Vorarbeiter und echter Österreicher sowie Kai Schumann als Intellektueller - ein Ensemble, wie es nicht besser sein kann.
Das schräge Bühnenbild verschärft die komischen Situationen. Ein vergnüglicher Theaterabend, wie ihn nur das Volkstheater bieten kann!
Hannelore Halper
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Die Brüder Karamasow
von Fjodor M. Dostojewskij
Akademietheater
Besetzung
Es ist kein leichtes Unterfangen Dostojewskijs umfangreiches und schwieriges Werk auf die Bühne zu bringen. Nicolas Stemann gelingt dieses Bravourstück meisterhaft.
Die Geschichte von den drei Brüdern mit ihrem verkommenen Vater (Martin Schwab), der sich die Geliebte mit dem Sohn teilt, zeigt die innere Zerrissenheit der Seele auf.
Aljoscha, der jüngste der Brüder, der den Sinn seines Lebens im Kloster sucht, wird wieder in die Welt hinausgestoßen, "um dort unglücklich zu werden."
Sebastian Rudolph spielt ganz berührend diesen Gutmenschen.
Seine beiden Brüder, dargestellt von Philipp Hochmair und Joachim Meyerhoff legen ihre Rolle treffend und grandios an. Thomas Lawinsky brilliert als Gegenstück zu Aljoscha. Als Halbbruder und späterer Vatermörder ist ihm die unsympathische Rolle auf den Leib geschrieben.
Die Szenen wechseln vom Gedröhne zur Nachdenklichkeit, von Chorälen zu schriller Musik. Der Mensch auf der Suche nach Gott. "Gibt es Gott überhaupt?".
Ein Thema, das immer aktuell sein wird. Die Suche nach Glück und Reichtum.
Das Hoffen, das Heil in der Religion zu finden.
Ein Theaterabend mit Tiefgang und großartigen schauspielerischen Leistungen.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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von Friedrich Dürrenmatt
Volkstheater
Premiere: 23. Mai 2008
Besetzung
Bedrückend ist die Geschichte von Kläri Wäscher, die in jungen Jahren Güllen verlassen hatte. Verleugnet von ihrer großen Liebe, mit einem Kind unter dem Herzen, schwor sie, eines Tages wiederzukehren, um Rache zu nehmen.
Ihre Ankunft ist angesagt. Claire Zachanassian ist inzwischen Milliardärin und die gesamte Einwohnerschaft erwartet sie schon sehnlichst. Sie erscheint früher als vorgesehen mit dem fünften Gatten am Arm. Der Kaufmann Ill, der sie einst verlassen hatte und eine andere heiratete, kommt ebenfalls zum Empfang. Nach vielen Jahren stehen sie sich Auge in Auge.
Ill ist charmant, macht ihr Komplimente, erinnert sich an alte Zeiten und wie schön es mit ihr gewesen ist.
Claire spielt scheinbar mit und sucht mit ihm alte Plätze der Erinnerungen auf. Vera Borek ist eine sanfte Claire, die dann aber wie ein Raubvogel zustoßen kann. Sie verspricht der total verarmten Gemeinde eine Milliarde, wenn Ill getötet wird. Ab nun geben sich die Leute dem Kaufrausch hin, lassen anschreiben und leben in Saus und Braus. Aber sie wollen doch den Kaufmann nicht töten. Oder schließlich doch? Das viele Geld ist verführerisch. "Mit Geld kann man alles kaufen!"
Rainer Frieb spielt den Ill großartig. Er ist aggressiv, dann wieder resigniert er. Man hetzt ihn wie ein wildes Tier. Seine Angst erfüllt die Atmosphäre. Nach einem Beschluss der Gemeindeversammlung stirbt er - mit eifriger Nachhilfe der Bevölkerung - einen Herztod.
Ganz großartig die beiden Hauptdarsteller. Auch alle anderen Rollen sind mit Schauspielern der Sonderklasse besetzt.
Eine Inszenierung von Alexander Kubelka, die zwar mit der Zeit geht, die aber ohne die Absurdität und die zur Schau gestellten besonderen Brutalitäten der heute üblichen Aufführungen auskommen kann.
Ein großer Theaterabend mit einem Werk aus der Weltliteratur.
Für Kulturfreunde, die an authentisch gespielten Stücken ihre Freude haben.
Frenetischer Applaus!
Hannelore Halper
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von Richard Dresser
Kammerspiele
Österreichische Erstaufführung
Besetzung
So wundervoll ist diese Welt nicht, in der das Quartett lebt. Max gesteht seiner Verlobten Jennifer so beiläufig, dass er sie aus Bindungsangst am liebsten ermordet hätte. Sein Bruder Barry erscheint zum Dinner ohne seine erfolgreiche Ehefrau Patty, die eine persönliche Einladung erwartet hatte. Es entwickeln sich Dialoge, bei denen einer den anderen beschuldigt, entschuldigt und wieder beschuldigt. Jeder versucht mit jedem zu reden und jeden zu verstehen, aber keinem gelingt es. Die zwanghaft geführten Gespräche enden meistens im Streit. Schonungslos werden Beziehungen zerpflückt.
Eines Tages lässt sich Patty von Max aus Rache an Barry verführen. Barry hat nun seine Ehefrau und auch seinen Job verloren. Zwischen Max und Jennifer herrscht dicke Luft.
Die Brüder wollen das Geheimnis der Ehe ihrer Mutter lüften. Die alte Dame erzählt von glücklichen Stunden in einem Plymouth, mit dem sie im tiefen Schnee versunken waren. Allerdings will ihr, trotz größter Anstrengung der Titel der Melodie, die sie damals gehört haben, nicht einfallen.
Die Mutter erkrankt und spricht wochenlang kein Wort. In einem Moment, in dem sie mit Jennifer allein ist, beginnt sie zu sprechen. Dabei erfahren wir, dass die Melodie "What a wonderful World" war und, dass der Mann neben ihr eigentlich nicht ihr Ehemann war. Wieder eine Enttäuschung! Positive Ereignisse tauchen in diesen Beziehungsgeschichten wohl nie auf.
Alexander Pschill ist ein glänzender Schauspieler und sein vorhandenes Potenzial sollte ausgeschöpft werden.
Wenn man Lust auf Intrigen und bösen Zufällen hat, dann ist man mit diesem Theaterabend gut unterhalten.
Hannelore Halper
"Die Virtuelle"
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