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Kunst und Gesundheit - 5 Elemente Energiebilder von Eva Friederike Laspas. Infos hier.
Aktuelle Ausstellungstipps und -rezensionen
  • Kronprinz Rudolf-Ausstellung
  • Vincent van Gogh
  • Abend mit Arik Brauer
    Mit "Der Virtuellen" ins Theater:
  • Der Gott des Gemetzels
  • Freier Fall
  • Peer Gynt
  • Weiterempfehlung dieses Artikels
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    Aktuelle Ausstellungstipps und -rezensionen

    Kronprinz Rudolf

    Ausstellung im Hofmobiliendepot und im Schloss Schönbrunn

    vom 21.8.2008 bis 30. Jänner 2009
    Hofmobiliendepot: Andreasgasse 7, 1070 Wien, geöffnet: Di - So 10.00 bis 18.00 Uhr
    Schloss Schönbrunn, geöffnet: tägl. 9.00 - 17.00 Uhr, ab Nov. bis 16.30 Uhr

    Anlässlich des 150. Geburtstages von Kronprinz Rudolf wurden zwei höchstinteressante Ausstellungen eröffnet.
    Im Hofmobiliendepot werden an die 80 Einrichtungsgegenstände aus den Gemächern des Kronprinzen präsentiert. Betroffen stehen wir vor dem Sterbebett, in dem er mit der jungen Mary Vetsera den geheimnisvollen Tod fand. Dieses Schaustück stellt den Höhepunkt der Ausstellung dar. Zum ersten Mal ist auch ein Aktfoto seiner jungen Geliebten zu besichtigen.
    Wir bewundern die zarten Aquarelle von Pflanzen und Tieren, die der Adelige mit viel Gefühl malte. Auch eine beachtliche Anzahl von Schriften, Briefen und Artikel sagen viel über das Leben des Kronprinzen aus. Für die damalige Zeit hatte er sehr fortschrittliche Ideen, die er aber nie verwirklichen konnte, da er ohne Macht ausgestattet war.
    Rudolfs Leben wird vom Anfang bis zu seinem bitteren Ende dokumentiert. Andächtig verharren wir vor seiner Kinderwiege. Wir betrachten die ersten Fotos seiner Kinderjahre, sowie das kleine Klavier, die Knabenanzüge und die Kinderuniformen. Schon als Kind wurde er zum Oberst befördert und wurde streng militärisch erzogen. Ab seinem sechsten Lebensjahr erhielt er Privatunterricht und übersiedelte von der Hofburg in das Kronprinzenappartement nach Schönbrunn. Seine Zimmer, die nun wieder zur Besichtigung frei gegeben wurden, sind mit exotischen Landschaftsmalereien von Johann Wenzel Bergl verziert. Viele Jagdtrophäen, präparierte Tiere und Utensilien für die Jagd erinnern an seine große Leidenschaft.
    Er war mit der belgischen Prinzessin Stephanie verheiratet und flüchtete in viele Liebschaften. Kronprinz Rudolf war ein feinfühliger Mensch, der an seinem Leben gescheitert ist. In dieser Ausstellung wird uns diese Tatsache anschaulich dargebracht.
    Ein Besuch dieser einmaligen geschichtlich wertvollen Schau ist unbedingt empfehlenswert.

    Hannelore Halper
    "Die Virtuelle"
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    Van Gogh. Gezeichnete Bilder

    Ausstellung in der Albertina
    vom 5. September bis 8. Dezember 2008

    Öffnungszeiten
    geöffnet: täglich 9 - 19 Uhr
    Mittwoch 9 - 21 Uhr

    Die Wiener Albertina präsentiert eine glanzvolle van Gogh-Ausstellung mit Seltenheitswert. 50 Gemälde, 100 Zeichnungen und Aquarelle geben Einblick in das Schaffen des Genies. Feierlich eröffnet wird die Ausstellung durch den Direktor der Albertina, Dr. Schröder. Er weist darauf hin, dass dies die erste Van Gogh-Ausstellung seit 50 Jahren in Wien ist.
    Wir erfahren einige interessante Details über das Leben des Meisters, der sich zu Beginn seiner Laufbahn als Kunsthändler und Lehrer versuchte. Erst mit 27 Jahren begann er mit der Malerei. Dunkle sozialkritische Szenen aus dem Leben der Bauern, Arbeiter und Weber beherrschen die Zeichnungen. Er verwendete dazu die Rohrfeder, die Feder in Braun und den Graphitstift. Die Gesichter seiner gezeichneten Personen sind durchwegs ernst. Wir können darauf ersehen, dass die Leute damals sicher kein leichtes Leben hatten.
    Als Van Gogh zu seinem Bruder Theo nach Paris reiste, war gerade die große Zeit der Impressionisten angebrochen. Gemeinsam mit seinem Freund Paul Gauguin ließ er sich in Arles nieder und gründete "Das Atelier des Südens". Zwischen den beiden Künstlern kam es oft zu Streitigkeiten. In einer depressiven Phase schnitt sich van Gogh ein Stück von seinem Ohr ab und schickte es einer Prostituierten. Gauguin verließ seinen Freund und kehrte nach Paris zurück.
    Van Gogh's Bilder wurden immer dynamischer und bunter. Er war der erste einer neuen Kunstrichtung, des Expressionismus. Nun wurde die Natur mit dem Ausdruck innerer Gefühle gemalt. Zeichnungen und Malereien entstanden nebeneinander, gewissermaßen gleichberechtigt. Des Meisters Ölgemälde sind "gezeichnete Bilder". Freiwillig begibt sich der Künstler in die Nervenanstalt von Saint-Remy. Viele seine Werke entstanden in diesem Milieu. Im Jahre 1890, als er seinen Wohnsitz nach Auvers-sur-Oise bei Paris verlegte, schied er freiwillig aus dem Leben.
    Nach nur 10 Jahren künstlerischem Schaffen hinterließ er der Nachwelt ein gigantisches Erbe.
    Tief beeindruckt stehen wir vor seinen Bildern. Pralles Leben findet sich im satten Gelb der Felder, im saftigen Grün der Wiesen und Blätter und in der bunten Vielfalt der Blumen. Er zeichnet mit dickem Pinselstrich und manchmal trug der die Farbe direkt aus der Tube auf die Leinwand auf. Seine Bilder stehen für Experimentierfreudigkeit und Mut. Im Gegensatz zu seinem Innenleben zeigen die Werke den Ausdruck von Lebensfreude.
    Van Gogh hat uns einen unermesslichen Schatz geschenkt. Eine imposante Ausstellung! Man sollte sich diese einmalige Gelegenheit zu einem Besuch nicht entgehen lassen.

    Hannelore Halper
    "Die Virtuelle"
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    Ein Abend mit Arik Brauer

    Vorstellung am 27. August 2008 im Unteren Belvedere

    Das Belvedere bescherte uns einen Höhepunkt an "phantastischer" Unterhaltung. Anlässlich der bald auslaufenden Ausstellung über den Phantastischen Realismus, wurde Prof. Arik Brauer eingeladen, um uns aus seinem interessanten und abwechslungsreichen Leben zu erzählen. Obwohl der große Meister auf sein 80. Lebensjahr zusteuert, brachte er uns mit jugendlich klingender Stimme und Elan Lieder aus seinem reichhaltigen musikalischen Repertoire zu Gehör. Die Texte waren bunt wie seine Bilder, mit tiefem Sinn und viel Humor, sodass das Publikum auch viel zum Lachen und zum Nachdenken hatte.
    Brauer wuchs in Ottakring auf. Seine unbeschwerte Kindheit nahm durch die Naziherrschaft ein jähes Ende. Ab 1945 studierte er bei Albert Paris Gütersloh an der Akademie der bildenden Künste und gründete mit seinen Freunden Fuchs, Hausner, Hutter und Lehmden die "Wiener Schule des phantastischen Realismus".
    Er verdiente sein Brot als Sänger und Tänzer in Israel, wo er auch seine Frau kennenlernte. Das Paar zog nach Paris und trat dort als Gesangsduo auf. Brauer gelang auch in Paris mit seinen ersten Ausstellungen der große Durchbruch, der ihm Weltruhm als Maler einbrachte.
    Der großartige Künstler erzählte zahlreiche interessante, heitere und ernste Anekdoten aus seinem Leben. Arik Brauer lebt derzeit abwechselnd in Israel und in Wien. Trotz mehrfacher Zugaben konnte sich das Publikum vom großen Meister nur schwer trennen. Man wünscht ihm noch viele schöne Jahre, erfüllt mit wunderbarem Schaffen. Der ORF hat diesen Abend mit Seltenheitswert, den uns der große vielseitige Künstler geschenkt hat, aufgezeichnet und wird ihn im Jänner 2009 ausstrahlen.

    Hannelore Halper
    "Die Virtuelle"
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    Mit "Der Virtuellen" ins Theater

    Der Gott des Gemetzels


    von Yasmina Reza
    Burgtheater

    Besetzungsliste

    Ein Stück von Yasmina Reza bürgt für Tiefsinnigkeit und Witz. Mit viel Temperament und Getöse tobt die von Dieter Giesing inszenierte Vorstellung über die Bühne.
    Zwei schrecklich nette kultivierte Paare treffen aufeinander. Veronique (Maria Happel), als Mutter des Knaben mit den abgebrochenen Schneidezähnen, und Michel (Roland Koch) als dessen Vater mit Hamsterphobie, kämpfen um die Kalmierung der Angelegenheit. Sie beschäftigt sich mit Kunstkatalogen und mit dem Schicksal der Opfer von Darfur. Er handelt mit Türklinken und Haushaltstöpfen.
    Als Eltern des mit einem Stock "bewaffneten" - oder doch "ausgerüsteten" - Jungen, der dem anderen die Zähne einschlug, fungieren Christiane von Poelnitz als Annette, eine Vermögensberaterin, und Joachim Meyerhoff als Alain, ein gefragter Anwalt, dessen Handy ständig die Diskussion durch enervierendes Klingeln stört.
    Zu Beginn begegnen sich die Paare höflich und respektvoll. Im Laufe der Handlung und nach einigen Gläsern Alkohol vergisst aber jeder auf Anstand und Haltung. Es wird hysterisch gelacht, geweint, gestritten und gekotzt.
    Vier großartige Schauspieler legen ein Bravourstück auf die Bühne. Das Publikum dankt mit viel Applaus für den gelungenen Abend.

    Hannelore Halper
    (Die Virtuelle)
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    Freier Fall

    von Gert Jonke
    Akademietheater
    Premiere: 24. Mai 2008

    Besetzungsliste

    Schon die Ouvertüre besteht aus einem launigen Bericht über Begräbnisse und deren Unterhaltungswert.
    Markus Hering tritt als Spezialist für Selbstmorde auf und erzählt von verschiedenen Versuchen des freiwilligen Scheidens aus dem Leben. Ob als Tiefseetaucher in der Jungsteinzeit oder als Sprengmeister eines Fluchttunnels der DDR oder auf der Suche nach einem Blitz, der ihn treffen sollte - alle Versuche schlugen fehl.
    Sogar der sehr effektvolle Suizidversuch auf einem Schleuderstuhl mit rundherum brennenden Zündschnüren geht ins Leere.
    Am sichersten ist doch das simple Nylonsackerl. Über den Kopf gestülpt und am Hals fest zusammengezogen. Es wirkt immer. Es sei denn, es ist irgendwo im Verborgenen ein kleines Loch durch das Sauerstoff einströmen kann…..
    Zum Schluss findet Erich, die für ihn bestimmte Frau. Er hat sie durch ein Straßenbahnfenster entdeckt und seine Adresse ans Fenster geschrieben. Sehnlichst erhofft er ihr Kommen - und sie erscheint tatsächlich. Ein Herz und eine Seele haben einander gefunden. Auf ihren Körpern entstehend immer neue Sinnsprüche über den Tod der Natur. Plötzlich stehen bedrohlich kommandierende Männer vor ihnen, die sich einer eigenartigen Phantasiesprache bedienen.
    Das Liebespaar rettet sich durch einen Sprung ins Publikum.
    Markus Hering ist die alles beherrschende Figur dieser Tragikomödie. Skurrile Situationen und eine fantasiereiche Sprache prägen das Stück. Auch das Bühnenbild mit der Unmenge an aufgehängten Nylonsäcken, in denen blinkend Handys aufleuchten, trägt zur Belustigung bei.
    Ein starkes Thema von ausgezeichneten Darstellern getragen.
    Sehenswert!

    Hannelore Halper
    (Die Virtuelle)
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    Peer Gynt

    von Henrik Ibsen
    Volkstheater
    Premiere: 5. September 2008

    Besetzungsliste

    Der "Peer Gynt" unter der Regie von Michael Sturminger liegt im Spital und lässt sein Leben an sich vorbei ziehen. Ist er nur ein Lügner oder hat er wirklich alles erlebt, was er erzählt? Ist es Fantasie oder Wirklichkeit?
    Hauptdarsteller Raphael van Bargen ist in seiner Rolle als Peer große Klasse feinster Schauspielkunst. Er lebt mit den Trollen, wird sogar Vater. Er entführt und vergewaltigt eine Braut und vernascht der Reihe nach Krankenschwestern. Er betreibt Sklavenhandel in Afrika, will zum Kaiser der Welt werden und landet im Irrenhaus.
    Aase, seine Mutter, gespielt von der ausgezeichneten Beatrice Frey, tadelt ihn - "Peer, du lügst!" Sie leidet zwar wegen des Lebenswandels ihres Sohnes, aber sie liebt ihn. In seinem Heimatdorf macht er der schüchternen Solveig Hoffnung. Er verlässt sie aber, um sein Leben so zu führen, wie er will. Solveig schwört, auf ihn zu warten.
    Nach allen seinen Abenteuern kehrt er nach Hause zurück. Da kommt der Knopfgießer, eindrucksvoll gespielt von Michael Schottenberg als Arzt. Er will Peer, diesen wertlosen Menschen, einschmelzen. Peer versucht, den Termin hinauszuzögern. Er häutet eine Zwiebel. Mit jeder Schicht kommt ein Stück seines Lebens zum Vorschein. Sie besteht nur aus Häutchen und keinem festen Kern. Ein Mensch, der an seinem Leben vorbeigelebt hat.
    Einzig Solveig hat auf ihn gewartet - aber der Zeitpunkt der Einschmelzung naht.
    Das Stück hat zwar einige Längen, die aber durch die Glanzleistung von Raphael van Bargen und dem wunderbaren wandlungsfähigen Ensemble wettgemacht werden. Viel Applaus und Bravorufe! Für Freunde von hohem Kulturgenuss sehr zu empfehlen.

    Hannelore Halper
    (Die Virtuelle)
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