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Stille und Kontemplation
Was ist Kontemplation?
Methoden
Ziel der Kontemplation
Geschichte der Kontemplation
Übung der Stille
Jetzt! - Die Kraft der Gegenwart
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Von Eva Laspas
Alle Menschen suchen. Viele erkennen tief in ihrem Unterbewusstsein eine Leere, die sie auf die eine oder andere Art zu füllen versuchen. Einkaufen, Dinge besitzen, Süchte - alles Versuche, die innere Leere zu füllen. Sie leben Exotherisch - von griechisch ‚exotheriko', Ausland, im Äußeren, im Gegenteil zu Esotherisch, griechisch ‚esotheriko' - Inland, im Inneren.
Dann eines Tages beginnt der Mensch zu erkennen. Er beginnt zu suchen. Immer mehr Menschen begeben sich auf die Suche. Sie suchen nach Geborgenheit, nach einem Platz, wo man sich ausruhen kann und nach jemandem, der sie ohne Vorbehalte liebt. Zuerst suchen sie einen Partner, doch sie erkennen, kein Mensch kann uns das geben, was wir tief innen ersehnen.
Auf der Suche begegnen ihnen Menschen, Bücher, Artikel - und sie alle sprechen von der Innenschau, vom Reich Gottes, das in uns selber liegt und von der Liebe zu uns selbst.
In uns liegt etwas, das wir entdecken sollen. Esotherisch, im Land, im Inland, in uns selber liegt der wahre Kern. Und sie machen sich auf, ihr Inneres, das Reich Gottes oder Gott selber in sich zu finden.
Dabei gibt es unterschiedliche Ansätze, jede Religion bietet einen anderen. Über Zen berichten wir ein anderes Mal, die christliche Kontemplation ist der Weg, den wir Ihnen diesmal näher bringen möchten.
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Das Wort Kontemplation entstammt dem Lateinischen und bedeutet soviel wie ‚Betrachtung, Nachdenken, Nachsinnen. Es ist der mystische Weg der christlich-westlichen Tradition, der innerhalb der christlichen Religion erstmals in den Texten zu dem 40-tägigen Fasten Jesu in der Judäischen Wüste beschrieben wird.
Die Kontemplation ist erst in jüngster Zeit aus ihrem Randgruppendasein erwacht. Lange Zeit wurde sie einfach nur geduldet, denn der Grundgedanke der Kontemplation, Gott könnte auch eine Weltenseele oder das Universum selbst sein, widersprach der dogmatischen Ansicht der (katholischen) Kirche, die Gott als Person ansieht.
Eine weitere wichtige Ansicht der Kontemplation ist, dass der Geist Gottes oder das Heilige in jedem Menschen innen (eso) sitzt.
Über die Kontemplation oder ein kontemplatives Leben (meditative Konzentration auf das Leben selbst, das Leben im Jetzt) gelangt der Mensch zu einem anderen Bewusstseins-, einem besonderen Empfindungszustand.
Das Ziel der Kontemplation ist, den Geist (Gott, das Heilige) in sich selbst zu erkennen, zu fühlen. Das wird durch das totale Aufgeben des eigenen Seins (Ego) erreicht. Dieser Zustand liegt fern jeder Möglichkeit ihn zu beschreiben, er ist einfach da und jeder, der dort angelangt ist, wird es wissen.
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Erstmals taucht die Kontemplation in den Schriften auf, als Jesus Christus 40 Tage (diese Zeitspanne gilt als Symbol für eine längere Zeit) in die Wüste ging, um zu fasten und zu erkennen. Sie taucht später immer wieder in den Schriften alter Klöster auf, Hl.Antonius, Hilarion, Paul der Einfältige, die selige Maran, die selige Cyra oder Cassius und Andere begingen den Weg der Kontemplation. Der damalige Weg der Kontemplation war sehr extrem. Doch über diese extremen Vorbilder gelangte sie aus den Klöstern in die Universitäten, zu Musik, Malerei und Philosophie.
Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Theresia von Avila in der Blütezeit der Mystik und Hegel, Goethe, Schiller, Mozart und Beethoven aus der Periode der Idealisten, mit der sie in Dornröschenschlaf verfiel.
Hesse erweckte die kontemplative Mystik wieder. Er verglich sie mit den asiatischen Weisheitslehren, besonders mit dem japanischen Zen. In Japan ist man sich der kontemplativen geschichtlichen Tradition immer bewusst gewesen. Man wusste, dass die Kultur aus den Zen - ( China ) und Shintu - Klöstern stammt.
Über das Zen entdeckten wir in den letzten Jahrzehnten unsere eigenen Wurzeln wieder, die Suche danach brachte uns in die Klöster, hier zum Beispiel zu Hildegard von Bingen.
Menschen können also über unterschiedliche Wege zum Gipfel gelangen. Zen und die Kontemplation sind zwei davon. Doch man empfiehlt, Zen und Kontemplation nicht zu mischen, da es sich um bewährten Pfade handelt. Man weiß, welche Ereignisse auf dem Weg auftreten können und kann so unterstützend beraten.
Man muss sich aber zu Beginn nicht ein für alle Mal für den einen oder anderen Weg entscheiden, das widerspräche ja auch dem geschwungenen Lebensweg, der alles Starre verdorren lässt. Man beginnt einfach mit dem Weg, der einem im Moment mehr zusagt. Es gibt immer wieder an Wegkreuzungen Möglichkeiten, andere Wege zu beschreiten.
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Autor und spiritueller Lehrer Eckhart Tolle schreibt von der Kraft der Gegenwart: ‚Dieser eine Augenblick, das Jetzt, ist das Einzige, dem du nicht entrinnen kannst. Es ist die einzige Konstante im ganzen Leben. Was auch immer geschehen mag, wie sehr sich das Leben auch verändert, eines ist gewiss: Es ist immer Jetzt."
In seinen zahlreichen Büchern, auf CD's und jetzt ganz neu in einem Meditations-Kartensatz können wir uns ganz mit dem Jetzt beschäftigen. Mit dem Jetzt hat es nämlich einiges auf sich. Das Jetzt ist das Resultat des Jetzt der Vergangenheit und das jetzige Jetzt bestimmt die Qualität des morgigen Jetzt.
Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen. ;-)
Im Jetzt leben zu lernen, beginnt mit ganz kleinen Übungen der Achtsamkeit. Eckart Tolle schreibt dazu: " Wann immer du beispielsweise die Treppe zu Hause oder bei der Arbeit hinauf- oder hinuntergehst, achte genau auf jeden Schritt, jede Bewegung, auch auf deinen Atem. Sei ganz gegenwärtig. Oder wenn du deine Hände wäscht, gib allen Sinneswahrnehmungen, die dazugehören, deine Aufmerksamkeit: dem Geräusch und Gefühl des Wassers, der Bewegung deiner Hände, dem Duft der Seife und so weiter... Werde dir eines stillen, aber kraftvollen Gefühls der Gegenwärtigkeit bewusst. Es gibt ein sicheres Kriterium, an dem du deinen Erfolg mit dieser Übung messen kannst: Den Grad an Frieden, den du in dir spürst."
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